Gedichte zur goldenen Hochzeit

Sind zwei Menschen seit 50 Jahren miteinander verheiratet, können sie goldene Hochzeit feiern – sofern sie das überhaupt wollen. Weil die Lebenserwartung von Frauen und von Männern nach wie vor steigt, haben immer mehr Paare die Möglichkeit, den Tag der goldenen Hochzeit zu erleben. Meistens wird da ein großes Familienfest veranstaltet mit Geschwistern, Kindern und Enkelkindern – und den eigenen Eltern, falls sie noch am Leben sind. Benötigen Sie Gedichte zur goldenen Hochzeit? Man kann damit beispielsweise seinen Partner, seine Partnerin überraschen, wenn man die Zeilen vor versammelter Mannschaft vorträgt. Je nachdem, um was für Gedichte zur goldenen Hochzeit es sich handelt, kann das lustig oder besinnlich werden. Selbstverständlich taugen solche Verse auch für eine Glückwunschkarte zur goldenen Hochzeit. So oder so: Hier können Sie etliche Gedichte lesen, die rund um das Thema goldene Hochzeit geeignet sind, bei anderen Personen Freude hervorzurufen.

Goldene Hochzeit.
So war es einst: ein sonnenhelles Glück,
im Herzen junger Liebe süßes Beben,
die Wangen frisch, die Augen voller Glanz
und vor sich noch das ganze reiche Leben.

Bräutlich geschmückt mit blühnder Myrten Grün,
trat sie ihm wie ein holder Traum entgegen,
in seine Hände fortan ihr Geschick,
all ihre junge Seeligkeit zu legen;

all ihre Liebe - und die Zeit verrann -
manch Silberfädchen stahl sich leis, ganz leise
in blonder Haare lichtes Goldgelock,
und sanft verklang die frohe Jugendweise...

Wohl wärmt das Glück und schürt der Liebe Glut,
doch Leiden läutern - einst stählt sich am andern -
der Sommer schwand - längst zog der Herbst ins Land -
und doch, und doch - es war ein seelig wandern,

ein seelig Wandern bis zu diesem Tag,
treu miteinander fünfzig lange Jahre -
„Komm, Mütterchen -“ Sacht drück die Enkelin
die goldene Myrte in die weißen Haare

und ziert mit dem Symbol bewährter Treu’
Großvaters Brust - der lächelt traumumfangen -
ihm ist’s, als wär er wieder jung wie einst,
da er sie sah in ihrer Schönheit Prangen

an einem Frühlingstag zum Altar gehen -
Sein Auge schaut verloren in die Weiten:
„horch doch, mein Lieb“ - er lauscht verklärten Blicks -
„horch, Mütterchen - die Hochzeitsglocken läuten -“

Autor: Leon Vandersee

Zu einer goldnen Hochzeit
Schweift der Geist zurück in jene Tage
Alter Zeiten, Schön'res er nicht findet,
Als das Schicksal, welches eine Sage
Uns von Philemon und Baucis kündet.

Treuerprobt im Glücke und im Leide,
Wuchs ihr Leben so in Eins zusammen,
Daß – damit der Tod sie niemals scheide,
Ließ ein Gott aus ihnen Bäume stammen

Deren Zweige unauflöslich breiten
Sich zum Schattendache, und ein Tempel
Werden vielen Paaren, die voll Freuden
Nehmen dran ein liebendes Exempel.

Und mir däucht, es sei in diesem Paare
Philemon und Baucis neu erstanden –
Silberhell erglänzen ihre Haare,
Golden ihrer Treue feste Banden.

Treuerprobt im Glücke und im Leide,
Wuchs ihr Leben ganz in Eins zusammen,
Doch ein mild'rer Gott noch ließ für Beide
Höh're Freude, süß'res Glück entstammen.

Noch im Vollgenuß der Lebensfülle,
Frisch am Geiste, frisch des Herzens Triebe,
Feiern sie in edler Menschenhülle
Heut' das seltne Jubelfest der Liebe!

Wohl seh' ich zwei Bäume sich verschlingen,
Doch nur als Symbol von jener Sage –
Lass't es euch von treuen Freunden bringen,
Die sich mit euch freu'n an diesem Tage!

Autor: Marie Luise Büchner

Zur goldenen Hochzeit
Golden, silbern, eisern, ehern
Nennt die Alter man der Welt,
Und zum mindern von dem höhern
Schreitet fort sie, wird erzählt.

Doch der Mensch in unsern Tagen
Sieht die Alter sich verkehrt:
Jugend, die schon Sorgen plagen,
Zeigt nur eisern ihren Wert.

Erzgewappnet geht das Leben,
Selbst die Liebe wird zum Streit,
Und dem stets erneuten Streben
Liegt der Ruhe Glück so weit.

Erst nach durchgekämpften Jahren
Lacht das Schicksal wieder hold,
Und mit Silber in den Haaren
Wird die Zeit, die Ehe - Gold.

Autor: Franz Grillparzer

Vor manchen, manchen Jahren
Vor manchen, manchen Jahren,
Als ich zuerst Dich sah,
War Deine Locke rabenschwarz,
Braun Deine Wange da.
Jetzt ist die Wange blässer,
Wie Silber glänzt Dein Haar,
Und dennoch bist Du lieber mir,
Ja lieber,
Als mir der Jüngling war.

Des Lebens schroffen Hügel
Erstiegen Hand in Hand
Wir, wie es Wind und Wetter gab,
Hin über Fels und Sand.
Jetzt ist der Abend milder,
Wir stiegen sanft hinab,
Und dort am Fuß erwartet uns
Zusammen
Ein Brautgemach, das Grab.

Wolauf, Ihr Söhn' und Töchter,
Singt unsern Hochgesang
Und streuet Myrten vor uns her
Den kurzen Weg entlang!
Und preiset jede Stunde,
Die uns der Himmel gab!
Je länger und je lieber,
Je lieber,
Umschatt' einst unser Grab!

Autor: Johann Gottfried Herder

Es muß ein Wunderbares sein...
Es muss was Wunderbares sein
Ums Lieben zweier Seelen!
Sich schließen ganz einander ein,
Sich nie ein Wort verhehlen!

Und Freud und Leid, und Glück und Not
So miteinander tragen!
Vom ersten Kuss bis in den Tod
Sich nur von Liebe sagen!

Autor: Oskar von Redwitz

Zum Schluss möchten wir Ihnen noch einen kleinen Tipp mit auf den Weg geben. Wer sich gerade intensiv mit der Planung einer Goldenen Hochzeit beschäftigt, dem sei die Seite sketche.de empfohlen. Dort finden sich neben Spielen, Reden, Liedern und Einladungstexten noch zahlreiche weitere Angebote, die bei der Organisation eines solch schönen Festtages hilfreich sein können.

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