Taufgedichte

Wenn ein Kind das Licht der Welt erblickt, ist das stets ein fröhliches Ereignis: Ein neuer Erdenbewohner wird herzlich willkommen geheißen. Gemeinsam mit Mama und Papa freuen sich die restlichen Familienmitglieder sowie Freunde, Bekannte und Kollegen. Sie wollen Ihr Kind taufen lassen und benötigen für diesen Anlass ein oder mehrere Taufgedichte? Im Normalfall sind es die Eltern, die ein Taufgedicht aussuchen, wenn ihr Baby beziehungsweise Kind getauft wird. Es kann schön gestaltet, ausgedruckt und dann in einem Bilderrahmen an die Wand gehängt werden. Es kann auch auf der Feier nach der Taufe vorgetragen werden. Jedenfalls sollte in den Zeilen deutlich werden, was die Eltern ihrem Nachwuchs mit auf seinen Lebensweg geben möchten: Was ist ihrer Auffassung nach das Wichtigste für ihr Kind? Welche Tugenden, Tipps und Lebensweisheiten? Die anderen, die gratulieren wollen, brauchen Taufgedichte für Glückwunschkarten. Eine Auswahl an Taufgedichten finden Sie auf dieser Seite.

Nun schreib ins Buch des Lebens
Nun schreib ins Buch des Lebens,
Herr, ihre Namen ein,
und lass sie nicht vergebens
dir zugeführet sein.
Auch präge jedem Kinde
dein Wort recht tief ins Herz,
dass es bewahrt von Sünde,
dir dien’ in Freud und Schmerz.
Du, der du selbst das Leben,
der Weg, die Wahrheit bist,
uns allen sollst du geben
dein Heil, Herr Jesu Christ.

Autor: Melchior Vulpius

Ach Gott, laß dir befohlen sein
Ach Gott, laß dir befohlen sein
zu diesen bösen Zeiten
den teuren Schatz, die Kinderlein;
wollst sie zum Guten leiten.
Gar bald die Jugend wird verführt,
wohl auch ein Alter sich verirrt;
drum stehe du zur Seiten.

Dein Vatertreu sie mir behüt,
dein Gnad sie mir regiere;
dein guter Geist leit ihr Gemüt,
daß niemand sie verführe.
Halt, Jesu, ihr Herzen rein,
laß deine Engel um sie sein,
daß sie kein Unfall rühre.

Und weil man dir, Herr,
dienen soll allhier in allen Ständen,
so mach sie deiner Weisheit voll
und laß sie Wege finden,
zu dienen dir in der Gemein;
du, Herr, am besten weißt allein
ihr Tun zu Nutz zu wenden.

Dir, meinem Gott, erzieh ich sie
in deiner Furcht und Treue;
schaff, daß nicht Arbeit, Sorg
und Müh in Zukunft mich gereue,
daß ich vielmehr in Ewigkeit
mich meiner Kinder Seligkeit
vor deinem Throne freue.

Autor: Josua Wegelin

Nun sind die Kindlein Gott geweiht
Nun sind die Kindlein Gott geweiht,
fest steht der Gnadenbund;
nun werde Glaub und Heiligkeit
in ihrem Leben kund!

O Gott, bewahre du ihr Herz,
steh ihnen mächtig bei,
daß all ihr Wandel himmelwärts
zu dir gerichtet sei!

Und ist ihr Lauf einst wohl vollbracht,
so führe deine Hand
getrost sie durch des Todes Nacht
ins selge Vaterland!

Autor: Friedrich August Köthe

Ach lieber Herre Jesu Christ
Ach lieber Herre Jesu Christ,
der du ein Kindlein worden bist,
von einer Jungfrau rein geborn,
dass wir nicht möchten sein verlorn,

Du hast die Kinder nicht veracht',
da sie sind worden zu dir bracht,
du hast dein Händ auf sie gelegt,
sie schön umfangen und gesagt:

Die Kinder lasset kommen her
zu mir, ihn' niemand solches wehr,
denn solcher ist das Himmelreich,
die man mir bringt, beid, arm und reich.

Ich bitt, lass dir befohlen sein,
ach lieber Herr, dies Kindelein,
behüte es vor allem Leid
und alle in der Christenheit.

Durch deine Engel es bewahr
vor Unfall, Schaden und Gefahr;
erbarm dich seiner gnädiglich,
gib deinen Segen mildiglich.

Gib Gnad, dass es gerate wohl
zu deinen Ehrn und Wohlgefalln,
auf dass es hier gottseliglich,
hernach auch lebe ewiglich.

Autor: Johannes Freder

Lasset die Kindlein kommen zu mir
Lasset die Kindlein kommen zu mir,
spricht Gottes Sohn,
sie sind mein Freud und Wonne,
ich bin ihr Schild und Kron;
auch für die Kinderlein,
daß sie nicht wärn verloren,
bin ich ein Kind geboren,
drum sie mein eigen sein.

Der Herr gar freundlich
küsset und herzt die Kinderlein,
bezeugt mit Worten süße,
der Himmel ihr soll sein,
dieweil sein teures Blut,
das aus den heilgen Wunden
am Kreuzesstamm geronnen
auch ihnen kommt zu gut.

Drum nach Christi Verlangen
bringet die Kinder her,
damit sie Gnad erlangen,
niemand es ihnen wehr!
Führet sie Christo zu,
er will sich ihr erbarmen;
legt sie in seine Arme,
darin sie finden Ruh.

Ob sie gleich zeitlich sterben,
ihr Seele Gottes Erben,
lassen die schnöde Welt.
Sie sind frei aller Gfahr,
brauchen hie nicht zu leiden
und loben Gott mit Freuden
dort bei der Engel Schar.

Autor: Cornelius Becker

Bedenk es wohl, eh du sie taufs...
Bedenk es wohl, eh du sie taufst!
Bedeutsam sind die Namen;
und fasse mir dein liebes Bild
nun in den rechten Rahmen.
Denn ob der Nam´ den Menschen macht,
ob sich der Mensch den Namen,
dass ist, weshalb mir oft, mein Freund,
bescheidene Zweifel kamen;
eins aber weiß ich agnz gewiß,
bedeutsam sind die Namen!
So schickt für Mädchen Lisbeth sich,
Elisabeth für Damen;
auch fing sich oft ein Freier schon,
dem Fischbein gleich am Hamen,
an eine, ambraduftigen,
klanghaften Mädchennamen.

Autor: Theodor Storm

Werde was du noch nicht bist
Werde was du noch nicht bist.
Bleibe was du jetzt schon bist.
In diesem Bleiben und diesem Werden
Liegt alles Schöne hier auf Erden.

Autor: Franz Grillparzer

Sei unbetört und unverstört
Sei unbetört und unverstört!
Was zu des Lebens Glück gehört,
hat dir ein Gott gegeben;
Und was er dir nicht gab, gehört,
o glaub es, nicht zum Leben.
Was du nicht hast, das ist die Last,
die du nicht aufgeladen hast;
du hast die Lust am Leben.
Sei unverstört und unbetört!
Was zu des Lebens Lust gehört,
das hat dir Gott gegeben

Autor: Friedrich Rückert

Taufgedicht
Denn wir können die Kinder nach unserem Sinne nicht formen;

So wie Gott sie uns gab, so muss man sie haben und lieben,

Sie erziehen aufs beste und jeglichen lassen gewähren.

Denn der eine hat die, die anderen andere Gaben.

Autor: Johann Wolfgang von Goethe

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