Vatertagsgedichte

Im deutschsprachigen Raum wird der Vatertag an unterschiedlichen Tagen gefeiert. In Deutschland fällt er auf Christi Himmelfahrt, also immer auf den 40. Tag nach Ostern. Er wird dort zudem Männertag und Herrentag genannt. In Österreich ist der Vatertag stets am zweiten Sonntag im Juni. In der Schweiz wurde 2007 inoffiziell der Schweizer Vätertag eingeführt, der stets am ersten Sonntag im Juni veranstaltet wird. In jedem Fall kann dieser Tag zum Anlass genommen werden, um sich bei seinem Papa für alles, was er für einen getan hat, zu bedanken. Wie? Vatertagsgedichte lautet eine mögliche Antwort darauf: Wer eine Karte oder einen Brief schreibt, kann die Verse zum Kartenmotiv oder Briefpapier auswählen. Kinder können ein Bild für ihren Papi malen und während der Übergabe Vatertagsgedichte aufsagen. Zweifelsohne können auch die Herren der Schöpfung für ihre Männerrunde, in der sie ihren Ehrentag feiern, Vatertagsgedichte – vor allem lustige – zum Besten geben.

Vater werden ist nicht schwer
Vater werden ist nicht schwer,
Vater sein dagegen sehr.
Ersteres wird gern geübt,
weil es allgemein beliebt.
Selbst der Lasterhafte zeigt,
dass er gar nicht abgeneigt;
nur er will mit seinen Sünden
keinen guten Zweck verbinden,
sondern, wenn die Kosten kommen,
fühlet er sich angstbeklommen.
Dieserhalb besonders scheut
er die fromme Geistlichkeit,
denn ihm sagt ein stilles Grauen:
das sind Leute, welche trauen.

So ein böser Mensch verbleibt
lieber gänzlich unbeweibt.
Ohne einen hochgeschätzten
tugendsamen Vorgesetzten
irrt er in der Welt umher,
hat kein reines Hemde mehr.
Wird am Ende krumm und faltig,
grimmig, greulich, ungestaltig,
bis ihn denn bei Nacht und Tag
gar kein Mädchen leiden mag.
Onkel heißt er günstigen Falles,
aber dieses ist auch alles.

Oh wie anders ist der Gute!
Er erlegt mit frischem Mute
die gesetzlichen Gebühren,
lässt sich redlich kopulieren,
tut im Stillen hocherfreut
das, was seine Schuldigkeit.
Steht dann eines Morgens da
als ein Vater und Papa
und ist froh aus Herzensgrund,
dass er dies so gut gekunnt.

Autor: Wilhelm Busch

Säh' ich Blumen draußen stehen
Säh' ich Blumen draußen stehen,
Lief' ich eilends in den Garten,
Oder würd' ins Feld auch gehen,
Wo die Engel ihrer warten,
Würd' zum Kranz die schönsten pflücken
Und mit ihm dich jubelnd schmücken.

Doch die Blumen schlummern stille
Unter weicher weißer Decke,
Träumend von des Frühlings Fülle,
Dass sein süßer Hauch sie wecke. -
Ach, den Kranz kann ich nicht winden,
Und kann ich wohl Schönres finden?

Vater, zu dem heutigen Feste
Meine Liebe will ich bringen;
Sie ist dir ja doch das Beste,
Sie soll schöner Dich umschlingen
Als ein Kranz, der heut im Prangen
Morgen welket schon vergangen.

Autor: Hermann Frischbier

Ich wünsch dir so vieles, mein lieber Papa
Ich wünsch' dir so vieles, mein lieber Papa,
Und ach, wie wenig ich bringe!
Drum leg ich Gott die Wünsche nah'
Dem Geber aller Dinge.

Ich wünsch' dass Gott Dich erhalten mag
So frisch und gesund wie heute,
Damit wir feiern noch oft den Tag
Zu Deiner und unsrer Freude.

Er schick' Dir des Glückes Sonnenschein
An jedem neuen Morgen,
Und für ein artig Töchterlein -
Dafür will ich selber sorgen!

Autor: Georg Lang

Was die Erde Schönes kennt
Was die Erde Schönes kennt,
Was sie hold und lieblich nennt,
Was sie hoch und heilig glaubt,
reicht nicht an des Vaters Haupt.

Autor: Franz Grillparzer

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