Gedichte von Friedrich Hölderlin
Friedrich Hölderlin ist einer der rätselhaftesten und tiefsten Dichter der deutschen Literatur. Sein Name steht für eine Lyrik, die an die Grenzen dessen geht, was Sprache leisten kann, und manchmal darüber hinaus. Hölderlin schrieb über die Götter und die Natur, über die Vergänglichkeit des Schönen und die Einsamkeit des Menschen in einer Welt, aus der das Heilige gewichen ist. Er schrieb mit einer sprachlichen Energie, die bis heute nicht verblasst ist, und mit einem Anspruch an die Dichtung, der kaum zu überbieten ist. Sein Leben war von Zerbrechen und Stille geprägt: Über drei Jahrzehnte verbrachte er in einem Tübinger Turmzimmer, von der Welt zurückgezogen, und schrieb dort Gedichte, die sich von allem unterscheiden, was er zuvor verfasst hatte. Wer Hölderlin liest, liest einen Dichter, der alles gewagt hat, auch den Verstand. Auf dieser Seite finden Sie seine Gedichte aus unserer Sammlung sowie alles Wissenswerte über sein Leben, sein Werk und seine anhaltende Faszination.
Inhaltsverzeichnis
- Friedrich Hölderlin: Leben und Herkunft
- Tübingen: Das Stift und die Freundschaft mit Hegel und Schelling
- Frankfurt und Susette Gontard: Die entscheidende Begegnung
- Sprache, Rhythmus und dichterischer Stil
- Hyperion: Der Briefroman
- Die Oden und Elegien
- Die späten Hymnen: Sprache am Äußersten
- Griechenland als geistiges Heimatland
- Die Götter und das Heilige
- Der Zusammenbruch und die Turmjahre
- Die Turmgedichte: Eine eigene Welt
- Nachwirkung und kulturelle Bedeutung
- Gedichte von Friedrich Hölderlin
Friedrich Hölderlin: Leben und Herkunft
Johann Christian Friedrich Hölderlin wurde am 20. März 1770 in Lauffen am Neckar in Württemberg geboren. Sein Vater Heinrich Friedrich Hölderlin, Klosterverwalter, starb, als Friedrich zwei Jahre alt war. Die Mutter Johanna Christiana heiratete erneut, und der Stiefvater Johann Christoph Gok, Bürgermeister von Nürtingen, kümmerte sich um den Jungen, bis auch er früh starb. Zwei Vaterverluste in der Kindheit: Diese Erfahrung des Wegfallens, des Ungesicherten, des Fundaments, das nicht hält, zieht sich als stiller Grundton durch Hölderlins Leben und Werk.
Die Mutter war tief religiös und hatte einen klaren Plan für den Sohn: Er sollte Theologe werden, Pfarrer wie so viele in der württembergischen Tradition. Hölderlin folgte diesem Plan bis zu einem gewissen Punkt, studierte im Tübinger Stift Theologie und schloss das Studium ab. Aber Pfarrer wurde er nie. Die Theologie hat ihn dennoch nicht losgelassen: Sie ist als Frage, als Suche und als Sprache in seinem gesamten Werk gegenwärtig, auch dort, wo er längst aufgehört hatte, in kirchlichen Kategorien zu denken.
Friedrich Hölderlin starb am 7. Juni 1843 in Tübingen, in dem Turmzimmer am Neckar, in dem er die letzten siebenunddreißig Jahre seines Lebens verbracht hatte. Er wurde 73 Jahre alt. Von der Welt weitgehend vergessen, von einem Tischler namens Ernst Zimmer und dessen Familie liebevoll versorgt, hatte er in diesen Jahrzehnten Gedichte geschrieben, die erst die Nachwelt als das erkannte, was sie sind: Zeugnisse eines Geistes, der die Grenze zwischen Sprache und Schweigen ausgelotet hatte.
Tübingen: Das Stift und die Freundschaft mit Hegel und Schelling
Das Tübinger Stift, eine protestantische Theologenausbildungsstätte, war in den Jahren, in denen Hölderlin dort studierte, ein Ort von ungewöhnlicher geistiger Dichte. Unter denselben Dach lebten und studierten drei junge Männer, die die deutsche Geistesgeschichte des 19. Jahrhunderts prägen würden: Friedrich Hölderlin, Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling. Alle drei waren 1770 geboren, alle drei kamen aus schwäbischen Verhältnissen, alle drei hielten die Enge des Stifts mit der Energie des Aufbruchs aus.
Die Freundschaft zwischen den dreien war von intellektueller Leidenschaft geprägt. Sie diskutierten Kant, lasen die Griechen, begeisterten sich für die Französische Revolution und träumten von einer neuen Mythologie, die das Beste der antiken Welt mit dem Besten der modernen verbinden sollte. Diese gemeinsame Utopie ist in dem Fragment gebliebenen Text "Das älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus" aufgehoben, dessen Urheberschaft bis heute zwischen den dreien umstritten ist.
Die Wege trennten sich nach dem Studium, und Hegel und Schelling wurden zu Systemphilosophen von Weltrang, während Hölderlin den Weg des Dichters ging, einsamer, ungesicherter, am Ende scheiternder. Aber die gemeinsamen Tübinger Jahre hinterließen in seinem Denken Spuren, die nie verschwanden: die Überzeugung, dass Dichtung Philosophie sein kann, und die Suche nach einer Sprache, die der Tiefe des Gedachten gewachsen ist.
Frankfurt und Susette Gontard: Die entscheidende Begegnung
1796 trat Hölderlin eine Stelle als Hauslehrer bei der Familie Gontard in Frankfurt an, einer wohlhabenden Bankiersfamilie. Diese Entscheidung sollte sein Leben verändern. Die Frau des Hauses, Susette Gontard, war gebildet, sensibel und von einer Schönheit, die Hölderlin überwältigte. Er verliebte sich, und sie erwiderte seine Gefühle. Diese Liebe war von Anfang an unmöglich: Susette war verheiratet, Hölderlin war Hauslehrer, der gesellschaftliche Abstand war unüberbrückbar, und der Ehemann Jacob Gontard ahnte oder wusste, was zwischen den beiden war.
Hölderlin nannte Susette in seinen Gedichten und im Briefroman Hyperion Diotima, nach der Frau aus Platons Symposion, die Sokrates in die Geheimnisse der Liebe einweihte. Dieser Name ist mehr als ein Deckname: Er erhebt die persönliche Liebe in eine philosophische und poetische Dimension und zeigt, wie eng für Hölderlin das Private und das Dichterische verbunden waren. Susette wurde zur Muse und zum Ideal, zur Verkörperung einer Schönheit und Vollkommenheit, die er in der Wirklichkeit nicht halten konnte.
1798 musste er die Stelle aufgeben und Frankfurt verlassen. Die Trennung von Susette traf ihn tief und hatte Folgen für seine geistige Gesundheit, die sich in den folgenden Jahren immer deutlicher zeigten. Susette Gontard starb 1802, während Hölderlin auf einer Reise nach Bordeaux war, und er erfuhr es mit einer Verspätung, die das Unabänderliche noch schwerer machte. Ihr Tod ist in einigen seiner späten Gedichte präsent, ohne je direkt benannt zu werden.
Sprache, Rhythmus und dichterischer Stil
Hölderlins Sprache entzieht sich jeder schnellen Beschreibung, weil sie sich über sein Werk hinweg so grundlegend verändert. Was bleibt, ist eine Ernsthaftigkeit im Umgang mit dem einzelnen Wort, die kaum zu überbieten ist. Hölderlin wählt Wörter nicht nach Konvention, sondern nach ihrer inneren Wahrheit, und manchmal erfindet er Konstruktionen, die der deutschen Grammatik fremd sind, aber dem Gedanken vollkommen entsprechen.
Sein Umgang mit dem antiken Versmaß ist in der deutschen Literatur einzigartig. Er übertrug griechische und lateinische Metren ins Deutsche mit einer Genauigkeit und einem Gespür für die Möglichkeiten der deutschen Sprache, die Generationen von Philologen und Dichtern fasziniert hat. Die Alkäische Ode, die Asklepiadische Ode, der Hexameter: Hölderlin machte diese Formen zu deutschen Formen, ohne ihre antike Herkunft zu verleugnen, und das ist eine handwerkliche Leistung, die schwer zu überschätzen ist.
In den späten Hymnen löst sich die formale Strenge auf, und die Sprache wird freier, fragmentarischer, von einer Dunkelheit durchdrungen, die nicht durch Erklärung aufzuhellen ist. Diese Texte sind schwer zu lesen und noch schwerer zu verstehen, aber sie lassen sich spüren, und das Spüren geht tiefer als jedes Verstehen. Sie stehen an der Grenze zwischen Dichtung und Schweigen, und genau dort sind sie am wirksamsten.
Hyperion: Der Briefroman
Neben seiner Lyrik hat Hölderlin einen Roman hinterlassen, der zu den bedeutendsten Prosatexten der deutschen Romantik gehört: "Hyperion oder der Eremit in Griechenland", erschienen in zwei Bänden 1797 und 1799. Der Roman ist als Briefroman angelegt: Der junge Grieche Hyperion schreibt an seinen deutschen Freund Bellarmin und erzählt von seinem Leben, seinen Hoffnungen, seinem Scheitern und seiner langsamen Rückkehr zu einer Art Frieden in der Natur.
Hyperion ist kein Roman im üblichen Sinne: Er hat keine eigentliche Handlung, keine Spannung im konventionellen Sinne und keine Auflösung. Was er hat, ist eine lyrische Prosa von außerordentlicher Schönheit, die die Grenzen zwischen Erzählung und Gedicht aufhebt. Die Naturbeschreibungen, die philosophischen Reflexionen und die Klage über das Auseinanderfallen von Ideal und Wirklichkeit sind in einer Sprache formuliert, die enger mit der Lyrik verwandt ist als mit dem Roman.
Das Grundthema des Hyperion ist Hölderlins eigenes Grundthema: die Sehnsucht nach einer Vollkommenheit, die einmal war oder sein könnte, und die Trauer über ihre Abwesenheit in der gegenwärtigen Welt. Griechenland ist dabei nicht der historische Ort, sondern ein Symbol für jenen Zustand, in dem Mensch, Natur und Götter noch nicht auseinandergerissen waren.
Die Oden und Elegien
Hölderlins Oden und Elegien gehören zu den formal vollkommensten Texten der deutschen Literatur. In diesen Gedichten, entstanden hauptsächlich in den Jahren zwischen 1796 und 1803, verbindet Hölderlin antike Versmaße mit deutschen Inhalten auf eine Weise, die völlig natürlich wirkt und dennoch das Ergebnis intensiver handwerklicher Arbeit ist.
Zu den bekanntesten Oden gehören "Heidelberg", eine Liebeserklärung an die Stadt am Neckar, die zu einem der schönsten Stadtgedichte der deutschen Literatur zählt, "Abendphantasie", die über das Vergehen des Tages und die Sehnsucht nach Stille nachdenkt, und "Sokrates und Alkibiades", das die Spannung zwischen Verstand und Schönheit in eine antike Konstellation kleidet.
Die Elegien sind länger und komplexer: "Brod und Wein" ist eine Nachtwanderung durch eine schlafende Stadt, die zu einer Meditation über die Abwesenheit der Götter und die Aufgabe des Dichters wird. "Der Archipelagus" beschwört das antike Griechenland mit einer Trauer, die zeigt, wie tief Hölderlin den Abstand zwischen der verehrten Vergangenheit und der unbefriedigenden Gegenwart empfand. "Stuttgarter Huterinnen" und "Homecoming" runden das Bild einer Elegik ab, die in ihrer Tiefe und Musikalität einzigartig ist.
Die späten Hymnen: Sprache am Äußersten
Die späten Hymnen, entstanden zwischen etwa 1800 und 1806, sind die radikalsten und rätselhaftesten Texte Hölderlins und gehören zu den am intensivsten diskutierten Gedichten der deutschen Literaturgeschichte überhaupt. Texte wie "Patmos", "Der Rhein", "Germanien" und "Wie wenn am Feiertage" haben eine Dunkelheit und eine Dichte, die auch nach zweihundert Jahren intensiver wissenschaftlicher Arbeit nicht vollständig aufgehellt ist.
Was diese Hymnen auszeichnet, ist zunächst ihre Bildkraft: Hölderlin häuft Bild auf Bild, verbindet griechische Mythologie mit christlicher Symbolik, antike Geschichte mit gegenwärtiger Erfahrung, und er tut das in einer Sprache, die nicht erklärt, sondern beschwört. Diese Texte wollen nicht verstanden werden im Sinne einer rationalen Entschlüsselung: Sie wollen erlebt werden, und das Erleben setzt voraus, dass man sich ihnen vollständig überlässt.
Martin Heidegger hat Hölderlin in seinen philosophischen Schriften intensiv gelesen und ihm eine zentrale Rolle in seiner Sprachphilosophie zugewiesen. Für Heidegger war Hölderlin der Dichter schlechthin: derjenige, der das Wesen der Dichtung am reinsten verwirklicht hatte, weil er die Sprache als Haus des Seins erfahren und gestaltet hatte. Ob man Heideggers Deutung teilt oder nicht, sie hat die Hölderlin-Rezeption des 20. Jahrhunderts tief geprägt und zeigt, welche philosophische Tiefe in diesen Texten gesehen werden kann.
Griechenland als geistiges Heimatland
Kein anderer deutschsprachiger Dichter hat Griechenland so intensiv als geistiges Heimatland erfahren wie Hölderlin. Dabei war er selbst nie dort: Sein Griechenland war ein inneres, geformtes durch die intensive Lektüre der griechischen Dichter, Philosophen und Historiker, durch die Beschäftigung mit der griechischen Mythologie und durch die Überzeugung, dass die Griechen einen Zustand menschlicher Existenz verwirklicht hatten, der seitdem verloren war.
Dieses Griechenland war für Hölderlin nicht historisch, sondern paradigmatisch: Es stand für die Möglichkeit einer Welt, in der Mensch, Natur und das Göttliche noch in Harmonie waren, nicht auseinandergefallen in die Spezialisierungen und Entfremdungen der modernen Welt. Diese Idee der griechischen Harmonie hat er mit Schiller und Winckelmann geteilt, aber er hat sie tiefer gelebt als beide: als persönliche Not, nicht als ästhetisches Programm.
Die Götter der Griechen waren für Hölderlin nicht Figuren der Mythologie, die man beschreiben und zitieren konnte. Sie waren Mächte, die einmal wirklich gegenwärtig gewesen waren und deren Abwesenheit er als Verlust empfand, nicht intellektuell, sondern als körperlichen Schmerz. Diese Empfindungsweise macht sein Schreiben über die Antike so anders als das seiner Zeitgenossen und so schwer zu verstehen für alle, die Griechenland nur als Bildungsgut kennen.
Die Götter und das Heilige
Die Frage nach den Göttern und dem Heiligen ist das eigentliche Herzstück von Hölderlins Lyrik. Er stellte sie nicht als theologisches Problem, sondern als existenzielle Not: Wie soll der Mensch leben in einer Welt, aus der das Heilige gewichen ist? Was bleibt dem Dichter, wenn die Götter fern sind? Und was ist die Aufgabe der Dichtung in dieser Zwischenzeit?
Seine berühmte Wendung von den "Göttern, die entflohen" und dem Gott, der noch nicht gekommen ist, beschreibt diese Zwischenzeit als den Ort, an dem der Mensch und besonders der Dichter steht. In der Elegie "Brod und Wein" fragt er, wozu Dichter in dürftiger Zeit, und beantwortet die Frage selbst: Der Dichter ist derjenige, der die Spur des Heiligen bewahrt, auch wenn das Heilige selbst abwesend ist. Diese Aufgabenbeschreibung ist eine der anspruchsvollsten, die je einem Dichter gestellt wurde, und Hölderlin hat sie mit seinem ganzen Leben beantwortet.
Diese Haltung verbindet Hölderlin mit dem christlichen Denken und überschreitet es gleichzeitig. Er ist kein Atheist, aber er ist auch kein orthodoxer Christ: Er sucht das Heilige jenseits der institutionellen Formen, in der Natur, in der Sprache, in der Dichtung selbst. Diese Suche ist das, was seine Texte für Menschen verschiedener Überzeugungen zugänglich macht: Man muss kein Theologe sein, um zu verstehen, was er meint, wenn man es selbst gespürt hat.
Der Zusammenbruch und die Turmjahre
1802 kehrte Hölderlin zu Fuß aus Bordeaux zurück, wohin er als Hauslehrer gegangen war. Was er auf dieser Reise erlebt hatte, ist nicht vollständig bekannt, aber er kam in einem Zustand zurück, der seine Freunde und Familie erschreckte. In den folgenden Jahren verschlechterte sich sein geistiger Zustand zunehmend: Wahnvorstellungen, Episoden extremer Erregung und tiefer Erschöpfung, ein Verlust der Kontinuität im Denken und Schreiben.
1806 wurde er zwangsweise in die Universitätsklinik Tübingen gebracht. Die Ärzte gaben ihm wenige Monate zu leben. Sie lagen um Jahrzehnte falsch. 1807 nahm ihn der Tübinger Tischler Ernst Zimmer in sein Haus auf, gab ihm ein Zimmer im Turm am Neckar und versorgte ihn bis zu seinem Tod. Diese Geste der Menschlichkeit ist nicht selbstverständlich, und sie gibt der Geschichte von Hölderlins letzten Jahren einen Ton, der sonst fehlte.
Was die Krankheit genau war, ist bis heute Gegenstand von Diskussionen. Schizophrenie, bipolare Störung, eine psychotische Reaktion auf überwältigende Verluste: Die Diagnosen wechseln mit den Jahrzehnten und sagen vielleicht mehr über die jeweiligen Deutungsrahmen als über Hölderlin selbst. Was feststeht, ist, dass sein Geist nicht erloschen war: Er schrieb weiter, er sprach mit Besuchern, er war in der Welt, wenn auch in einer anderen als die meisten Menschen.
Die Turmgedichte: Eine eigene Welt
Die Gedichte, die Hölderlin in den Turmjahren schrieb, gehören zu den merkwürdigsten und berührendsten Texten der deutschen Literatur. Sie unterscheiden sich grundlegend von allem, was er zuvor geschrieben hatte: Sie sind kurz, einfach im Satzbau, oft mit einem Pseudonym unterschrieben, das er sich selbst gegeben hatte, Scardanelli, und mit imaginären Daten versehen, die weit in der Vergangenheit oder der Zukunft lagen.
Diese Gedichte wurden lange als Symptome der Krankheit gelesen, als Reste eines zerbrochenen Geistes. Die neuere Forschung sieht sie anders: als bewusste Konstruktionen einer anderen Identität, als Experimente mit dem Verhältnis von Sprache und Subjekt, als Texte, die auf ihre eigene Weise so radikal sind wie die späten Hymnen, nur in die entgegengesetzte Richtung. Wo die Hymnen übervoll sind, sind die Turmgedichte leer. Wo die Hymnen die Sprache an ihre Grenzen treiben, ziehen sich die Turmgedichte bis auf einen stillen Kern zurück.
Gedichte wie "Die Linien des Lebens" oder die kurzen Jahreszeitsgedichte, die er für Besucher schrieb, haben eine Schlichtheit, die täuscht: Sie klingen einfach und sind tiefgründig, sie klingen abwesend und sind präzise. Ob man sie als Dokumente einer zerrütteten oder einer verwandelten Seele liest, sie hinterlassen einen Eindruck, der nicht nachlässt.
Nachwirkung und kulturelle Bedeutung
Hölderlins Nachwirkung war zunächst gering. Er wurde zu Lebzeiten kaum gelesen und kaum gewürdigt. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann eine langsame Wiederentdeckung, die im frühen 20. Jahrhundert zu einer regelrechten Hölderlin-Renaissance führte. Die Expressionisten lasen ihn als Vorläufer, Stefan George und sein Kreis verehrten ihn als heilige Figur, und Rainer Maria Rilke nannte ihn in einem Brief als einen der wenigen Dichter, von denen er wirklich gelernt hatte.
Martin Heideggers Hölderlin-Deutungen, die er in mehreren Vorlesungen und Aufsätzen zwischen den 1930er und 1960er Jahren entwickelte, haben die philosophische Rezeption des Dichters tief geprägt und gleichzeitig kontrovers gemacht: Heideggers eigene politische Verstrickungen in den Nationalsozialismus haben seinen Hölderlin-Interpretationen eine Hypothek aufgebürdet, die bis heute nicht vollständig abgetragen ist. Was bleibt, ist die Tatsache, dass Heidegger einen Aspekt von Hölderlin scharf gesehen hat, den andere übersahen: die Radikalität seines Nachdenkens über Sprache und Sein.
Im 20. Jahrhundert wurde Hölderlin zu einem der meistdiskutierten Dichter der deutschen Literatur überhaupt. Paul Celan, Ingeborg Bachmann und Peter Handke haben ihn als entscheidenden Einfluss benannt. Die Hölderlin-Forschung hat eine eigene Wissenschaft hervorgebracht, mit kritischen Editionen, Kongressen und Spezialzeitschriften. Und seine Gedichte werden weiterhin gelesen, nicht nur von Spezialisten, sondern von jedem, der ernst nimmt, was Sprache kann.
- Hölderlinturm Tübingen: Das Turmzimmer, in dem Hölderlin seine letzten siebenunddreißig Lebensjahre verbrachte, ist heute ein Museum und einer der meistbesuchten Literaturgedenkstätten Deutschlands.
- Hölderlin-Gesellschaft: Die 1943 gegründete Gesellschaft widmet sich der Erforschung und Verbreitung von Hölderlins Werk und gibt die wissenschaftliche Zeitschrift Hölderlin-Jahrbuch heraus.
- Kritische Gesamtausgabe: Die Stuttgarter und die Frankfurter Ausgabe seiner Werke bieten die philologische Grundlage für die wissenschaftliche Beschäftigung mit seinem gesamten Schaffen einschließlich der Entwürfe und Fragmente.
- Hölderlin im Schulkanon: Gedichte wie "Hälfte des Lebens" und "Hyperions Schicksalslied" gehören zum festen Bestand des gymnasialen Deutschunterrichts und führen Schülerinnen und Schüler an eine der anspruchsvollsten Stimmen der deutschen Lyrik heran.
- Philosophische Wirkung: Hölderlins Einfluss auf die deutsche Philosophie des 20. Jahrhunderts, von Heidegger bis Gadamer, ist ein eigenes Forschungsfeld und zeigt, dass die Grenzen zwischen Dichtung und Denken in seinem Werk tatsächlich durchlässig sind.
Gedichte von Friedrich Hölderlin
Unsere Sammlung mit Gedichten von Friedrich Hölderlin wächst stetig weiter. Wir legen dabei besonders großen Wert darauf, die verschiedenen Schaffensphasen abzubilden: die frühen Hymnen, die klassischen Oden und Elegien, die späten Hymnen und die Turmgedichte. Denn Hölderlin ist nicht der Dichter eines einzigen Stils oder einer einzigen Stimmung: Er ist ein Werk in Bewegung, das sich immer neu erschließt, je nachdem, an welchem Punkt man einsteigt.
Wenn Sie ein bestimmtes Gedicht in unserer Sammlung vermissen oder uns auf einen Text aufmerksam machen möchten, der hier noch fehlt, freuen wir uns sehr über Ihre Nachricht an die E-Mail-Adresse in unserem Impressum. Wir prüfen jeden Hinweis sorgfältig und sind für jede Rückmeldung dankbar, die unsere Sammlung vollständiger und lebendiger macht.
Aktuell haben wir 18 Gedichte von Friedrich Hölderlin in unserer Sammlung, die in folgenden Kategorien zu finden sind:
Zu seinen bekanntesten Werken zählen: Hälfte des Lebens, Hyperions Schicksalslied und Der Gang aufs Land.
An eine Rose
Ewig trägt im Mutterschoße,Autor: Friedrich HölderlinKategorie: sonstige Gedichte
Süße Königin der Flur!
Dich und mich die stille, große
Allbelebende Natur;
Röschen! Unser Schmuck veraltet,
Doch der ewge Keim entfaltet
Bald zu neuer Blüte sich.
Dem gnädigsten Herrn von Lebret
Sie, Edler! sind der Mensch, von dem das Beste sagenAutor: Friedrich HölderlinKategorie: sonstige Gedichte
Nicht fälschlich ist, da jeder Mensch es kennet,
Doch die Vollkommenheit enthält verschiedne Fragen,
Wenn schon der Mensch es leicht bezeuget nennet.
Sie aber haben dies in recht gewohntem Leben,
In der Gewogenheit, von der sich Menschen ehren,
Das ist den Würdigern als wie ein Gut gegeben,
Da viele sich in Not und Gram verzehren.
So unverlierbar dies, so geht es, hoch zu gelten,
Aus der Gewogenheit; die Menschen leben nimmer
Allein und schlechterdings von ihrem Schein und Schimmer,
Der Mensch bezeuget dies und Weisheit geht in Welten.
Der Frühling
Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde,Autor: Friedrich HölderlinKategorie: Frühlingsgedichte
Die Tage kommen blütenreich und milde,
Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen
Vom Himmel abwärts, wo die Tag entstehen.
Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten
Wie eine Pracht, wo Feste sich verbreiten,
Der Menschen Tätigkeit beginnt mit neuem Ziele,
So sind die Zeichen in der Welt, der Wunder viele.
Der Frühling
Wenn auf Gefilden neues Entzücken keimtAutor: Friedrich HölderlinKategorie: Frühlingsgedichte
Und sich die Ansicht wieder verschönt und sich
An Bergen, wo die Bäume grünen,
Hellere Lüfte, Gewölke zeigen,
O! welche Freude haben die Menschen! froh
Gehn an Gestaden Einsame, Ruh' und Lust
Und Wonne der Gesundheit blühet,
Freundliches Lachen ist auch nicht ferne.
Der Gang aufs Land
Komm! ins Offene, Freund! zwar glänzt ein Weniges heuteAutor: Friedrich HölderlinKategorie: sonstige Gedichte
Nur herunter und eng schließet der Himmel uns ein.
Weder die Berge sind noch aufgegangen des Waldes
Gipfel nach Wunsch und leer ruht von Gesange die Luft.
Trüb ists heut, es schlummern die Gäng und die Gassen und fast will
Mir es scheinen, es sei, als in der bleiernen Zeit.
Dennoch gelinget der Wunsch, Rechtglaubige zweifeln an Einer
Stunde nicht und der Lust bleibe geweihet der Tag.
Denn nicht wenig erfreut, was wir vom Himmel gewonnen,
Wenn ers weigert und doch gönnet den Kindern zuletzt.
Nur daß solcher Reden und auch der Schritt' und der Mühe
Wert der Gewinn und ganz wahr das Ergötzliche sei.
Darum hoff ich sogar, es werde, wenn das Gewünschte
Wir beginnen und erst unsere Zunge gelöst,
Und gefunden das Wort, und aufgegangen das Herz ist,
Und von trunkener Stirn höher Besinnen entspringt,
Mit der unsern zugleich des Himmels Blüte beginnen,
Und dem offenen Blick offen der Leuchtende sein.
Denn nicht Mächtiges ists, zum Leben aber gehört es,
Was wir wollen, und scheint schicklich und freudig zugleich.
Aber kommen doch auch der segenbringenden Schwalben
Immer einige noch, ehe der Sommer, ins Land.
Nämlich droben zu weihn bei guter Rede den Boden,
Wo den Gästen das Haus baut der verständige Wirt;[88]
Daß sie kosten und schaun das Schönste, die Fülle des Landes,
Daß, wie das Herz es wünscht, offen, dem Geiste gemäß
Mahl und Tanz und Gesang und Stuttgarts Freude gekrönt sei,
Deshalb wollen wir heut wünschend den Hügel hinauf.
Mög ein Besseres noch das menschenfreundliche Mailicht
Drüber sprechen, von selbst bildsamen Gästen erklärt,
Oder, wie sonst, wenns andern gefällt, denn alt ist die Sitte,
Und es schauen so oft lächelnd die Götter auf uns,
Möge der Zimmermann vom Gipfel des Daches den Spruch tun,
Wir, so gut es gelang, haben das Unsre getan.
Aber schön ist der Ort, wenn in Feiertagen des Frühlings
Aufgegangen das Tal, wenn mit dem Neckar herab
Weiden grünend und Wald und all die grünenden Bäume
Zahllos, blühend weiß, wallen in wiegender Luft,
Aber mit Wölkchen bedeckt an Bergen herunter der Weinstock
Dämmert und wächst und erwarmt unter dem sonnigen Duft.
Der Herbst
Das Glänzen der Natur ist höheres Erscheinen,Autor: Friedrich HölderlinKategorie: Herbstgedichte
Wo sich der Tag mit vielen Freuden endet,
Es ist das Jahr, das sich mit Pracht vollendet,
Wo Früchte sich mit frohem Glanz vereinen.
Das Erdenrund ist so geschmückt, und selten lärmet
Der Schall durchs offne Feld, die Sonne wärmet
Den Tag des Herbstes mild, die Felder stehen
Als eine Aussicht weit, die Lüfte wehen
Die Zweig' und Äste durch mit frohem Rauschen
Wenn schon mit Leere sich die Felder dann vertauschen,
Der ganze Sinn des hellen Bildes lebt
Als wie ein Bild, das goldne Pracht umschwebet.
Der Sommer
Das Erntefeld erscheint, auf Höhen schimmertAutor: Friedrich HölderlinKategorie: Sommergedichte
Der hellen Wolke Pracht, indes am weiten Himmel
In stiller Nacht die Zahl der Sterne flimmert,
Groß ist und weit von Wolken das Gewimmel.
Die Pfade gehn entfernter hin, der Menschen Leben,
Es zeiget sich auf Meeren unverborgen,
Der Sonne Tag ist zu der Menschen Streben
Ein hohes Bild, und golden glänzt der Morgen.
Mit neuen Farben ist geschmückt der Gärten Breite,
Der Mensch verwundert sich, daß sein Bemühn gelinget,
Was er mit Tugend schafft, und was er hoch vollbringet,
Es steht mit der Vergangenheit in prächtigem Geleite.
Der Tod
Er erschreckt uns,Autor: Friedrich HölderlinKategorie: sonstige Gedichte
unser Retter, der Tod. Sanft kommt er
leis im Gewölke des Schlafs.
Aber er bleibt fürchterlich und wir sehn nur
nieder ins Grab, ob er gleich uns zur Vollendung
führt aus Hüllen der Nacht hinüber
in der Erkenntnisse Land.
Der Tod fürs Vaterland
Du kömmst, o Schlacht! schon wogen die JünglingeAutor: Friedrich HölderlinKategorie: sonstige Gedichte
Hinab von ihren Hügeln, hinab ins Tal,
Wo keck herauf die Würger dringen,
Sicher der Kunst und des Arms, doch sichrer
Kömmt über sie die Seele der Jünglinge,
Denn die Gerechten schlagen, wie Zauberer,
Und ihre Vaterlandsgesänge
Lähmen die Kniee den Ehrelosen.
O nehmt mich, nehmt mich mit in die Reihen auf,
Damit ich einst nicht sterbe gemeinen Tods!
Umsonst zu sterben, lieb ich nicht, doch
Lieb ich, zu fallen am Opferhügel
Fürs Vaterland, zu bluten des Herzens Blut
Fürs Vaterland - und bald ists geschehn! Zu euch,
Ihr Teuern! komm ich, die mich leben
Lehrten und sterben, zu euch hinunter!
Wie oft im Lichte dürstet' ich euch zu sehn,
Ihr Helden und ihr Dichter aus alter Zeit!
Nun grüßt ihr freundlich den geringen
Fremdling, und brüderlich ists hier unten;
Und Siegesboten kommen herab: Die Schlacht
Ist unser! Lebe droben, o Vaterland,
Und zähle nicht die Toten! Dir ist,
Liebes! nicht Einer zu viel gefallen.
Der Winter
Wenn ungesehn und nun vorüber sind die BilderAutor: Friedrich HölderlinKategorie: Wintergedichte
Der Jahreszeit, so kommt des Winters Dauer,
Das Feld ist leer, die Ansicht scheinet milder,
Und Stürme wehn umher und Regenschauer.
Als wie ein Ruhetag, so ist des Jahres Ende
Wie einer Frage Ton, das dieser sich vollende,
Alsdann erscheint des Frühlings neues Werden,
So glänzet die Natur mit ihrer Pracht auf Erden.
Die Heimat
Froh kehrt der Schiffer heim an den stillen StromAutor: Friedrich HölderlinKategorie: sonstige Gedichte
Von fernen Inseln, wo er geerntet hat;
Wohl möchte auch ich zur Heimat wieder;
Aber was hab ich, wie Leid geerntet?
Ihr holden Ufer, die ihr mich auferzogt,
Stillt ihr der Liebe Leiden? ach! gebt ihr mir,
Ihr Wälder meiner Kindheit, wann ich
Komme, die Ruhe noch einmal wieder?
Die Kürze
"Warum bist du so kurz? liebst du, wie vormals, dennAutor: Friedrich HölderlinKategorie: sonstige Gedichte
Nun nicht mehr den Gesang? fandst du, als Jüngling, doch
In den Tagen der Hoffnung,
Wenn du sangest, das Ende nie?"
Wie mein Glück, ist mein Lied. – Willst du im Abendroth
Froh dich baden? Hinweg ist’s, und die Erd’ ist kalt,
Und der Vogel der Nacht schwirrt
Unbequem vor das Auge dir.
Freundschaft
Wenn Menschen sich aus innrem Werte kennen,Autor: Friedrich HölderlinKategorie: Freundschaftsgedichte
So können sie sich freudig Freunde nennen,
Das Leben ist den Menschen so bekannter,
Sie finden es im Geist interessanter.
Der hohe Geist ist nicht der Freundschaft ferne,
Die Menschen sind den Harmonien gerne
Und der Vertrautheit hold, daß sie der Bildung leben,
Auch dieses ist der Menschheit so gegeben.
Hälfte des Lebens
Mit gelben Birnen hängetAutor: Friedrich HölderlinKategorie: sonstige Gedichte
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.
Weh mir, wo nehm’ ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.
Hyperions Schicksalslied
Ihr wandelt droben im LichtAutor: Friedrich HölderlinKategorie: sonstige Gedichte
Auf weichem Boden, selige Genien!
Glänzende Götterlüfte
Rühren euch leicht,
Wie die Finger der Künstlerin
Heilige Saiten.
Schicksallos, wie der schlafende
Säugling, atmen die Himmlischen;
Keusch bewahrt
In bescheidener Knospe,
Blühet ewig
Ihnen der Geist,
Und die seligen Augen
Blicken in stiller
Ewiger Klarheit.
Doch uns ist gegeben,
Auf keiner Stätte zu ruhn,
Es schwinden, es fallen
Die leidenden Menschen
Blindlings von einer
Stunde zur andern,
Wie Wasser von Klippe
Zu Klippe geworfen,
Jahr lang ins Ungewisse hinab.
Auf ewig vereint
Was müssen das für selige TageAutor: Friedrich HölderlinKategorie: Liebesgedichte
sein, da wir auf ewig vereint
so ganz für einander leben,
was werd ich da an dir haben.
Du wirst mich aufheitern in
trüben Stunden.
Du wirst mir die Lasten,
die ich zu tragen habe, versüßen.
Du wirst mich mit der Welt
versöhnen, wann ich beleidigt bin.
Du wirst mir alles, alles sein.
Lebenslauf
Größers wolltest auch du, aber die Liebe zwingtAutor: Friedrich HölderlinKategorie: sonstige Gedichte
All uns nieder; das Laid beuget gewaltiger;
Doch es kehret umsonst nicht
Unser Bogen, woher er kommt.
Aufwärts oder hinab! herrschet in heil'ger Nacht,
Wo die stumme Natur werdende Tage sinnt,
Herrscht im schiefesten Orkus
Nicht ein Grades, ein Recht noch auch?
Diß erfuhr ich. Denn nie, sterblichen Meistern gleich
Habt ihr Himmlischen, ihr Alleserhaltenden,
Daß ich wüßte, mit Vorsicht
Mich des ebenen Pfads geführt.
Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,
Daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern',
Und verstehe die Freiheit,
Aufzubrechen, wohin er will.
Sonnenuntergang
Wo bist du? trunken dämmert die Seele mirAutor: Friedrich HölderlinKategorie: sonstige Gedichte
Von all deiner Wonne; denn eben ist's,
Daß ich gelauscht, wie goldner Töne
Voll der entzückende Sonnenjüngling.
Sein Abendlied auf himmlischer Leier spielt';
Es tönten rings die Wälder und Hügel nach.
Doch fern ist er zu frommen Völkern,
Die ihn noch ehren, hinweggegangen.