Valentinstag Gedichte
Jedes Jahr findet am 14. Februar der Valentinstag statt, auch Tag der Liebenden genannt. Haben Sie ein Valentinstagsritual? Überraschen Sie Ihren Schatz mit Frühstück am Bett, einem Geschenk, einem Rosenstrauß oder einem gemeinsamen Abendessen in seinem Lieblingsrestaurant? Das sind alles Optionen, zu denen schöne Zeilen wunderbar passen. Das Thema liegt auf der Hand: die Liebe oder der Valentinstag selbst. Gedichte können sehr zu Herzen gehen, wenn sie romantisch sind. Sie können außerdem der Auftakt für einen Heiratsantrag sein. Durchforsten Sie gerade das Internet nach Valentinstag Gedichten, weil Sie Ihrem Herzblatt mit den passenden Zeilen eine Freude machen wollen? Dann ist es gut, dass Sie hergefunden haben. Hier entdecken Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit genau das Richtige. Und wenn nicht, dürfen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen und selbst reimen: Wie poetisch können Sie sein?
Valentinstag Gedichte sind eine eigene kleine Gattung innerhalb der Liebeslyrik. Sie haben einen konkreten Anlass, einen konkreten Adressaten und meistens eine klare Absicht: jemandem zu zeigen, dass man ihn liebt, schätzt oder begehrt. Das macht sie anders als allgemeine Liebesgedichte. Sie sind nicht für die Nachwelt geschrieben, sondern für den Menschen, der am 14. Februar gegenübersitzt.

Inhaltsverzeichnis
- Valentinstag Gedichte
- Der Valentinstag und seine Geschichte
- Warum gerade ein Gedicht zum Valentinstag?
- Romantisch, witzig oder tiefgründig: Den richtigen Ton finden
- Wie man ein Valentinsgedicht überreicht
- Gedichte für sie und für ihn
- Valentinstag Gedichte und der Heiratsantrag
- Was die Literatur über Liebe sagt
- Ein eigenes Valentinsgedicht schreiben
Valentinstag Gedichte
Das eine Höchste
Das eine Höchste,Autor: Friedrich SchillerKategorie: Valentinstag Gedichte
was das Leben schmückt,
wenn sich ein Herz,
entzückend und entzückt,
dem Herzen schenkt
in süßen Selbstvergessen.
Der Stern der Liebe
Am Himmel steht ein schöner Stern,Autor: Johann Wilhelm Ludwig GleimKategorie: Valentinstag Gedichte
Der heißt der Stern der Liebe,
Man sucht ihn auf, man sieht ihn gern,
Und ist’s am Himmel trübe,
Dann missen wir sein schönes Licht,
Denn durch die Wolken scheint er nicht.
Wenn ich zu meinem Mädchen geh’
Im Kühlen und im Dunkeln,
Und dann den Stern der Liebe seh’
Am dunkeln Himmel funkeln,
Dann fühl’ ich Liebe, dann ruf’ ich:
Komm’ Mädchen, komm’ und küsse mich!
Dann kommt’s, dann fühlt das Mädchen sich,
Als wenn’s mich küssen müsste;
So zärtlich küsst’s, als wenn es mich
Nur mit der Seele küsste;
Dann wird’s vertraulich, nennt mich du,
Und alle Sternlein sehen zu!
Eins und alles
Meine Liebe ist groß wie die weite Welt,Autor: Christian MorgensternKategorie: Valentinstag Gedichte
und nichts ist außer ihr,
wie die Sonne alles erwärmt, erhellt,
so tut sie der Welt von mir!
Da ist kein Gras, da ist kein Stein,
darin meine Liebe nicht wär,
da ist kein Lüftlein noch Wässerlein,
darin sie nicht zög einher!
Da ist kein Tier vom Mücklein an
bis zu uns Menschen empor,
darin mein Herze nicht wohnen kann,
daran ich es nicht verlor!
Meine Liebe ist weit wie die Seele mein,
alle Dinge ruhen in ihr,
sie alle, alle, bin ich allein,
und nichts ist außer mir!
Ganz in Liebe
Ohne Leidenschaft, doch ganz in LiebeAutor: Alfred MombertKategorie: Valentinstag Gedichte
komm ich zu dir und frage dich:
Willst du mich haben?
Ich sitze gern im Frühling, in tauigen Gärten,
wo ein Wind weht
über ein Blumenbeet.
Und kommt der greise Gärtner mir vorüber,
so red ich gern mit ihm ein Viertelstündchen
von seinen Büschen und von seiner Erde;
ein Vogel singt im Baum.
Da reden wir, auch wir: was Menschen reden.
Und nehm ich dann ein Blatt vom Baum
und leg es dir auf deine grosse Hand,
so fühlst du das: du hast mein Herz.
Ich liebe dich...
Ich liebe dich, weil ich dich lieben muss...Autor: Friedrich RückertKategorie: Valentinstag Gedichte
Ich liebe dich, weil ich nicht anders kann;
Ich liebe dich nach einem Himmelsschluss;
Ich liebe dich durch einen Zauberbann.
Dich liebe ich, wie die Rose ihren Strauch;
Dich liebe ich, wie die Sonne ihren Schein;
Dich liebe ich, weil du bist mein Lebenshauch;
Dich liebe ich, weil dich lieben ist mein Sein.
Ich und Du
Wir träumten voneinanderAutor: Friedrich HebbelKategorie: Valentinstag Gedichte
Und sind davon erwacht.
Wir leben, um uns zu lieben,
Und sinken zurück in die Nacht.
Du tratst aus meinemTraume,
Aus deinem trat ich hervor,
Wir sterben, wenn sich Eines
Im andern ganz verlor.
Auf einer Lilie zittern
Zwei Tropfen, rein und rund,
Zerfließen in Eins und rollen
Hinab in des Kelches Grund.
Liebesbrief
Kluges nicht will dir kündenAutor: Hugo SalusKategorie: Valentinstag Gedichte
Dieses Brieflein, ganz klein,
Will dich mir zärtlich verbinden,
Will ein Liebesbrief sein.
Liebe sucht keine Worte,
Klopft nur stumm aber fest
An deine Herzkammerpforte,
Daß sie mich eintreten läßt.
Worte tasten im Trüben,
Drum macht dies Brieflein schon Schluß:
Zwei, die einander heiß lieben,
Schließen die Lippen im Kuß.
Meinen Namen nur schreib' ich
Her und küß' ihn voll Glut,
Dann in Sehnsucht verbleib' ich,
Ob dein Mund auf ihm ruht.
Liebeserklärung
Sei mein, du Liebchen Rosenrot,Autor: Wilhelm GerhardKategorie: Valentinstag Gedichte
Sei mein, und liebe mich!
Denn leichter wäre mir der Tod,
Als Leben ohne dich.
O fliehe nicht, o wende nicht
Den Blick der Liebe lacht!
Dich, meiner Augen Sonnenlicht,
Dich lieb' ich Tag und Nacht.
Hörst du auf jener grünen Flur
Der Lerche Morgensang?
So wie sie singt, so lieb' ich nur,
Und liebe lebenslang.
O fliehe nicht, o wende nicht
Den blick der Liebe lacht!
Dich, meiner Augen Sonnenlicht,
Dich lieb' ich Tag und Nacht.
Nähe des Geliebten
Ich denke dein, wenn mir der Sonne SchimmerAutor: Johann Wolfgang von GoetheKategorie: Valentinstag Gedichte
Vom Meer erstrahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.
Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt;
Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.
Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O wärst du da!
Starke Liebe
Unsre Liebe war kein Blumenweg,Autor: Franz EichertKategorie: Valentinstag Gedichte
Unsre Liebe war ein Felsensteg.
Dorngestrüpp und Kreuze standen da,
Aber immer war der Himmel nah.
Unsre Liebe wie ein frierend‘ Kind
Irrt mit nacktem Fuß durch Schnee und Wind.
Unsre Liebe kniet am Kreuzesfuß,
Blut'ge Male schlägt ihr Flammenkuß.
Unsre Liebe geht im weißen Kleid
Unbefleckt durch Staub und Schmutz der Zeit.
Ob uns Furchen auf die Wangen schreibt
Sorg und Alter: unsre Liebe bleibt.
Stille Stunde
Mein Herz geht still.Autor: Bruno ErtlerKategorie: Valentinstag Gedichte
Es stürmt nicht mehr
und stockt nicht mehr,
es singt ein Lied
In ruhigem Takt,
ein reiches, abendtiefes Lied,
ein Lied vom Glück.
Mein Herz, das rang
und zuckend litt -
es schmerzt nicht mehr,
es zittert nicht,
es singt ein Lied:
Ich hab' dich lieb - du hast mich lieb --
Mein Herz geht still -
Wenn alle untreu werden
Wenn alle untreu werden,Autor: NovalisKategorie: Valentinstag Gedichte
so bleib ich dir doch treu,
dass Dankbarkeit auf Erden
nicht ausgestorben sei.
Für mich umfing dich Leiden,
vergingst für mich in Schmerz.
Drum geb ich dir mit Freuden
auf ewig dieses Herz.
Zwei Herzen
Wo liebend sichAutor: August Heinrich Hoffmann von FallerslebenKategorie: Valentinstag Gedichte
zwei Herzen einen,
nur eins zu sein
in Freud und Leid,
da muß des Himmels Sonne scheinen
und heiter lächeln jede Zeit!
Der Valentinstag und seine Geschichte
Der Valentinstag hat tiefere Wurzeln als viele vermuten. Seinen Namen verdankt er dem heiligen Valentin, einem christlichen Märtyrer, der um das Jahr 269 nach Christus hingerichtet wurde. Legenden zufolge soll er heimlich Paare getraut haben, obwohl Kaiser Claudius II. Soldaten die Heirat verboten hatte, weil er glaubte, unverheiratete Männer seien bessere Kämpfer. Diese romantische Geschichte macht Valentin zum Schutzpatron der Liebenden.
Die Verbindung zwischen dem Valentinstag und dem Austausch von Liebesbriefen und Gedichten entstand im späten Mittelalter in England und Frankreich. Geoffrey Chaucer und später Shakespeare erwähnten in ihren Werken den Brauch, am 14. Februar Liebesbotschaften zu schicken. Im 19. Jahrhundert verbreiteten sich gedruckte Valentinstagskarten in England, und von dort aus gelangte die Tradition nach Amerika und schließlich in den Rest der Welt.
Im deutschsprachigen Raum ist der Valentinstag erst seit den 1950er Jahren populär, zunächst durch amerikanische Einflüsse nach dem Zweiten Weltkrieg. Heute ist er fester Bestandteil des Jahreskalenders, und die Frage, was man seinem Partner oder seiner Partnerin an diesem Tag schenkt, stellt sich jedes Jahr neu.
Warum gerade ein Gedicht zum Valentinstag?
Blumen, Pralinen, ein Restaurantbesuch: Das sind die klassischen Valentinsgeschenke, und sie haben ihren Wert. Aber ein Gedicht ist etwas, das man nicht kaufen kann. Es trägt die Handschrift und die Gedanken desjenigen, der es ausgesucht oder verfasst hat. Das macht es persönlicher als jedes Sachgeschenk und bleibt oft länger in Erinnerung.
Dazu kommt, dass Liebe ein Thema ist, über das wir im Alltag erstaunlich selten sprechen. Man liebt jemanden, aber man sagt es selten laut, und noch seltener in vollständigen, durchdachten Sätzen. Ein Gedicht öffnet diesen Raum. Es sagt das, was man vielleicht fühlt, aber nicht immer so klar ausdrücken würde: wie sehr der andere einem bedeutet, was er in einem auslöst, wie die Welt mit ihm eine andere ist als ohne ihn.
Ein Valentinsgedicht muss dabei nicht lange sein. Manchmal reichen vier Zeilen, die wirklich das Richtige sagen, um einen Moment zu schaffen, den man nicht vergisst. Es geht nicht um die Menge der Worte, sondern um ihre Treffsicherheit.
Romantisch, witzig oder tiefgründig: Den richtigen Ton finden
Kein Valentinstag Gedicht passt zu jeder Beziehung. Der Ton, den man wählt, sollte zur Person passen, die das Gedicht empfängt, und zur Art der Beziehung, die man miteinander hat.
Romantische Valentinsgedichte sind die klassischste Wahl. Sie sprechen von Gefühlen, von Zuneigung, von der besonderen Verbindung zwischen zwei Menschen. Ein romantisches Gedicht, gut ausgewählt oder selbst geschrieben, hat an diesem Tag eine besondere Wirkung, weil der Anlass und der Ton sich gegenseitig verstärken.
Humorvolle Valentinsgedichte eignen sich für Paare, die gerne lachen, die Leichtigkeit in ihrer Beziehung schätzen und die ein sentimentales Gedicht vielleicht eher verlegen als gerührt finden würden. Ein witziger Vers, der auf die kleinen Eigenheiten des Partners eingeht oder die Absurdität des Valentinstags selbst aufgreift, kann genauso viel Zuneigung ausdrücken wie ein ernstes Liebesgedicht.
Tiefgründige Gedichte passen zu Menschen, die Sprache lieben und die einen Text genießen, der mehr anbietet als eine hübsche Oberfläche. Solche Gedichte sprechen von der Natur der Liebe, von Beständigkeit, von dem, was eine tiefe Verbindung zwischen zwei Menschen ausmacht. Sie eignen sich besonders für langjährige Beziehungen, in denen die erste Aufregung einer ruhigeren, tieferen Form der Zuneigung gewichen ist.
Wie man ein Valentinsgedicht überreicht
Die Form, in der ein Valentinsgedicht überreicht wird, sagt fast so viel wie der Text selbst. Ein sorgfältig gewählter Weg der Übergabe zeigt, dass man sich Gedanken gemacht hat.
- Handgeschriebene Karte: Die persönlichste Form. Die eigene Handschrift macht das Gedicht einmalig und unwiederholbar. Eine schöne Karte, handgeschrieben mit einem kurzen persönlichen Satz darunter, ist ein Geschenk, das bleibt.
- Beim Frühstück am Bett: Ein Gedicht auf einem gefalteten Zettel neben dem Kaffee, gefunden beim Aufwachen: Das ist ein Einstieg in den Valentinstag, der sofort den Ton setzt.
- Persönlich vorgelesen: Wer den Mut aufbringt, ein Gedicht laut vorzulesen, macht sich verletzlich, und genau das ist es, was bei einem Valentinsgedicht so berührt. Ein ruhiger Abend, Kerzenlicht, das Gedicht vorgelesen: Das ist schwer zu überbieten.
- Als digitale Nachricht: Wer weit entfernt ist oder dem anderen tagsüber eine Überraschung schicken möchte, kann ein Gedicht per Nachricht senden. Wichtig ist dabei ein kurzer eigener Satz davor, der erklärt, warum man diesen Text gewählt hat.
- Versteckt als Überraschung: Im Mantel, in der Handtasche, zwischen den Seiten eines Buches: Ein Gedicht, das man zufällig findet, hat eine besondere Wirkung, weil man es nicht erwartet hat.
Gedichte für sie und für ihn
Valentinstag Gedichte richten sich an beide Partner, aber sie klingen nicht immer gleich. Was eine Frau anspricht und was einen Mann berührt, hängt natürlich von der Person ab, nicht vom Geschlecht. Aber es gibt Tendenzen, die man beim Suchen oder Schreiben im Hinterkopf behalten kann.
Gedichte für Frauen dürfen ruhig zärtlich und direkt sein. Sie dürfen Gefühle benennen, ohne um den heißen Brei herumzureden. Frauen, die Liebesgedichte schätzen, freuen sich über Texte, die genau das sagen, was man empfindet, ohne es zu verklausulieren.
Gedichte für Männer funktionieren oft dann am besten, wenn sie konkret sind. Statt abstrakter Liebesaussagen lieber ein Bild, eine Situation, eine Beobachtung: wie er ist, was er tut, was man an ihm liebt. Konkrete Bilder treffen bei vielen Männern tiefer als große Gefühlsgesten.
In beiden Fällen gilt: Das Persönlichste ist das Wirkungsvollste. Ein Gedicht, das klar auf den anderen Menschen gemünzt ist, das seine Eigenheiten, seine Geschichte oder seine besondere Art aufgreift, wirkt immer stärker als eines, das auf jeden passen könnte.
Valentinstag Gedichte und der Heiratsantrag
Der Valentinstag ist einer der beliebtesten Tage für Heiratsanträge. Das ist kein Wunder: Die romantische Aufladung des Tages, die Erwartung von Gesten der Zuneigung, die Atmosphäre, die viele Paare bewusst gestalten: All das macht den 14. Februar zu einem naheliegenden Moment für diese wichtige Frage.
Ein Valentinsgedicht als Auftakt zu einem Heiratsantrag kann den Moment auf besondere Weise vorbereiten. Das Gedicht stimmt ein, schafft eine Atmosphäre der Intimität, sagt in Versen, was gleich in einer Frage mündet. Wenn die letzte Zeile des Gedichts in den Antrag überleitet, entsteht ein Übergang, der beide Elemente zu einem einzigen unvergesslichen Moment verbindet.
Wer diesen Weg geht, sollte das Gedicht oder den selbst geschriebenen Text sehr gut kennen. In dem Moment, in dem man einen Heiratsantrag macht, ist die Aufregung enorm. Wer seinen Text auswendig kann oder zumindest sehr sicher darin ist, wirkt gefasster und kann den Moment genießen, anstatt nervös auf ein Blatt Papier zu starren.
Was die Literatur über Liebe sagt
Die Liebeslyrik ist das reichste Feld der gesamten Literaturgeschichte. Jede Epoche, jede Sprache und jede Kultur hat Liebesgedichte hervorgebracht, weil die Liebe ein universelles menschliches Erlebnis ist, das nach Ausdruck verlangt.
Johann Wolfgang von Goethe hat Liebesgedichte geschrieben, die an Unmittelbarkeit kaum zu überbieten sind. Sein "Willkommen und Abschied" beschreibt das Herzklopfen vor einem Treffen und den Schmerz des Abschieds auf eine Weise, die nach mehr als zweihundert Jahren noch nichts von ihrer Frische verloren hat.
Heinrich Heine brachte in seinen frühen Liebesgedichten eine Direktheit mit, die damals neu war und heute noch wirkt. Seine Texte aus dem "Buch der Lieder" sind zugleich romantisch und ehrlich, manchmal auch schmerzhaft ehrlich, und haben deshalb eine Glaubwürdigkeit, die übertrieben schwärmerische Liebesgedichte oft vermissen lassen.
Rainer Maria Rilke näherte sich der Liebe auf eine philosophischere Art. Für ihn war Liebe keine einfache Angelegenheit des Herzens, sondern eine Aufgabe, an der man wächst. Seine Gedanken über Liebe gehören zu den klügsten, die je auf Deutsch geschrieben wurden, und sind als Valentinsgedicht für Menschen geeignet, die Tiefe mehr schätzen als Süße.
Ein eigenes Valentinsgedicht schreiben
Ein selbst geschriebenes Valentinsgedicht ist das persönlichste Geschenk, das man an diesem Tag machen kann. Es zeigt, dass man sich Zeit genommen, nachgedacht und für den anderen Menschen nach den richtigen Worten gesucht hat. Das ist in einer Zeit, in der alles schnell und fertig verfügbar ist, eine besonders bedeutungsvolle Geste.
Viele Menschen scheuen davor zurück, weil sie glauben, nicht schreiben zu können. Aber ein Valentinsgedicht muss kein literarisches Meisterwerk sein. Es muss aufrichtig sein. Wer das ist, schreibt automatisch etwas, das den anderen berührt.
- Beginnen Sie mit einer konkreten Beobachtung. Was lieben Sie an diesem Menschen? Nicht im Allgemeinen, sondern ganz konkret: eine Geste, eine Eigenheit, einen Moment, der Ihnen geblieben ist. Daraus entsteht ein Anfang.
- Halten Sie es einfach. Komplizierte Satzkonstruktionen und seltene Wörter machen kein gutes Liebesgedicht. Was klar und direkt gesagt wird, trifft tiefer als das, was sich hinter Formulierungskünsten versteckt.
- Reim ist optional. Wenn sich ein Reim natürlich ergibt, nutzen Sie ihn. Wenn er erzwungen klingt, lassen Sie ihn weg. Ein ungereimt treffendes Gedicht schlägt jederzeit holprige Reime.
- Schreiben Sie mehrere Entwürfe. Der erste Versuch ist selten der beste. Schreiben Sie, legen Sie den Text beiseite, lesen Sie ihn am nächsten Tag noch einmal. Was überzeugt, darf bleiben. Was nicht stimmt, wird geändert.
- Schließen Sie mit etwas Konkretem. Ein Valentinsgedicht darf mit einem direkten Ausdruck der Zuneigung enden. Nicht vage und ausweichend, sondern klar: was dieser Mensch Ihnen bedeutet, warum Sie froh sind, ihn an Ihrer Seite zu haben.
Valentinstag Gedichte zu suchen, auszuwählen oder selbst zu schreiben ist eine der schönsten Arten, dem anderen zu zeigen, dass man wirklich nachgedacht hat. Nicht weil es nötig wäre, sondern weil man möchte. Und genau das ist es, was Liebe am Ende ausmacht.