Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht ist eines der merkwürdigsten Gefühle, die es gibt. Es ist kein reiner Schmerz und keine reine Freude, sondern beides zugleich. Man denkt an jemanden oder etwas, das nicht da ist, und dieses Denken tut weh und ist gleichzeitig schön. Das Deutsche hat für dieses Gefühl ein eigenes Wort, das in vielen anderen Sprachen keine direkte Entsprechung findet. Sehnsucht ist mehr als Verlangen, mehr als Vermissen. Es ist das Bewusstsein einer Leere, verbunden mit dem Wunsch, sie zu füllen, ohne sicher zu sein, ob das je gelingt.

Sehnen Sie sich nach Ihrem Herzblatt, weil Sie es seit einer kleinen Ewigkeit nicht gesehen haben? Leben Sie beide weit voneinander entfernt? Dann ist es mehr als verständlich, dass Sie nach Zeilen suchen, die genau das ausdrücken. Und möchten Sie Ihrem Schatz mit einem Sehnsuchtsgedicht eine Liebeserklärung machen, können Sie ihm schreiben, mailen oder ihn anrufen. Worte haben in solchen Momenten eine Kraft, die man unterschätzt.

Gedichte Sehnsucht

Inhaltsverzeichnis

Gedichte der Sehnsucht

Angelina

Ich sah sie nur mal flüchtig an,
doch sie sah mir fest in die Augen und sagte dann:
„Ich warte auf dich fast schon eine Ewigkeit.
Geh bitte nicht weg, das täte mir mir sehr leid.“

Ich fühlte mein Blut in den Adern siedend heiß
und sagte, dass ich ihren Namen noch nicht weiß.
„Angelina ist mein Name,“ sagte sie, „so heiße ich.
Kommst du mit zu mir? Ich bin total verliebt in dich.“

„Na klar,“ sagte ich, „natürlich komme ich mit.“
Wir gingen gleich los mit ziemlich schnellem Schritt.
Kaum hatte sie die Tür hinter uns zugemacht,
nahm sie meine Hand und hat fröhlich gelacht.

Sie war so vergnügt, so herrlich glücklich und frei,
so als ob sie schon mit mir im siebten Himmel sei.
„Ich hab von dir geträumt,“ sagte sie, „jetzt bist du da.
und wie im Traum bist du mir so unendlich nah.“

Doch plötzlich fing sie zu weinen an,
und sagte leise: „Du bist mein aller erster Mann.
Ich hab noch niemals einen Menschen so geliebt,
und weiß nicht wie man sich aus Liebe hingibt.“

Ich weiß nicht mehr wie es dann geschah,
auf einmal standen wir beide ohne Kleidung da.
Sie war so schön, die Augen schrahlend blau.
Ich seh sie noch immer, makellos ihr Körperbau.

Dann wurde ich aus dem Traum geweckt,
mein Wecker hatte mich unsanft aufgeschreckt.
Angelina rief noch laut: „Laß mich bitte nicht allein.
Ich will für immer mir dir zusammen sein.“

Auch wenn es nur ein Traum war in dunkler Nacht,
so hat er meine Sehnsucht doch ganz neu entfacht.
Jetzt suche ich dich und möchte dich wiederfinden,
und mich mit dir für immer in Liebe verbinden.
Autor: EEEKategorie: Gedichte Sehnsucht

Augen-Blicke

Haltlos falle ich in den Ozean
versinke in der unergründlichen Tiefe Deiner Ewigkeit
für einen Moment überwinde ich die Illusion
und darf des Friedens Süße kosten

Zugleich –

steht mein Herz in Flammen
entbrannt durch Deines Meeres Liebe
die den Grund meiner Seele berührt
und den Schleier der Wahrheit lüftet –
für einen kurzen Augen-Blick…
Autor: Carolin ZweinigerKategorie: Gedichte Sehnsucht

Begehrtes Licht...

Stürmisches Wetter.
Treibstoff stinkt.
Unruhige See.
Heimat winkt.

Noch paar Meilen
bis zur Küste.
Wartet die Liebste ?
Er`s nur wüsste.

Hohe Wellen
belastet das Schiff.
In flachen Gewässern
lauert das Riff.

Begehrter Leuchtturm
nicht in Sicht.
Drückende Spannung
hat Gewicht.

Dunkel der Küste
verwirrt da nur.
Wo ist das Licht?
Blick auf die Uhr.

Erkämpften Kurs
zeigt Kompass an.
Ausguck im Steven
verlässlicher Mann.

Endlich...ein Blinken
als weisendes Licht.
Da strahlt auch
des "Alten" Gesicht.
Autor: Bernd TunnKategorie: Gedichte Sehnsucht

Der Adler

Ein Adlermädchen auf dem Baum
sehnt sich nach einem Mann,
mit dem es bald in einem Nest
ein Junges großziehn kann.

Da sieht sie einen Adlermann
hoch oben überm Forst,
doch leider ist der Gute schwul,
er will zu seinem Horst.
Autor: Elke AbtKategorie: Gedichte Sehnsucht

Die Nacht

Wär´ ich etwas anderes, so wäre ich die Nacht.
Sie tarnt, sie schweigt, vergisst und macht,
das Hässliche unsichtbar, die Traurigkeit aber oft klar.
Sie deckt die Emotionen auf, die mit dem Abend kommen.
Ihr Dunkel macht so vieles wahr, die Nacht hat uns gewonnen.
Benommen seh´n wir dann die Dinge, viel furchtsamer als noch am Tag.
Die Zweifel leben wieder auf bis zu der Mitternacht´s Schlag.

Die Sterne leuchten uns ein Bild, das wir zum selben machen.
Wir wünschten, sie würden uns etwas sagen und allein deswegen wachen
wir unter dem Himmel, hoffend auf einen Sternenschweif,
der uns verheißt das pure Glück und unsere Hoffnung reift
voller Sehnsucht, unaufhaltbar wie ein Apfel mit der Zeit.

Ihre Mystik erweckt unsere Phantasie, ihre Stunden erscheinen ewig,
selbst im Traum entsteht eine ganze Galerie, doch in Erinnerung bleibt davon wenig.
Die Lichter in der Stadt betrachtend, sehnen wir der Sonne Licht zurück,
sie verlässt uns nur für kurze Zeit, auf der Reise zu einem anderen Stück
der Erde, wo sie nun die Nacht zum Tag verwandelt.
Autor: Sophie RadtkeKategorie: Gedichte Sehnsucht

Feuer und Eis

Mit sanften Armen schlagen Flammen
bin ich umgeben deiner Feuerglut
doch heiß und kalt kommt nie zusammen
gefriert mein kalter Schweiß dein heißes Blut

Verbrennst du Stück für Stück in Leiden
so sehnsuchtsvoll entflammt dich Seelengier
das Liebesglück verwehrt uns Beiden
erlischt dein Feuersblühen still in mir

Nur heiße Tränen die uns brennen
kein Vogel, Baum noch Blume sind zu sehn
die Silberstreif am Himmel kennen
wenn wir in diesen letzten Winter gehn

Nun bleibt ein weißes Bild für immer
formt Erde, Himmel, Luft und starre See
spielt Eis in deinem Kinderzimmer
stirbt letzter Funken tief im Meer von Schnee
Autor: Marcel StrömerKategorie: Gedichte Sehnsucht

Gedanken an die Heimat

Die Trennung weckt den Widerspruch,
Der Schmerz sitzt tief in meiner Brust,
Der Zug bringt mich weit fort von hier,
Doch auch Freude reißt mich los von dir.
Die Freude auf das neue Heim,
Wo ich bin etwas mehr allein,
Wo niemand kennt mein altes Leben,
Dort werde ich mich hin begeben.
Es ist die Neugier, die mich leitet,
Die mich durch´s Leben noch begleitet,
Die noch nach allem fragt und trachtet,
Und meine Zukunftsangst belachte.
Sie hält das Leben schwungvoll und schön,
Drängt, viele Dinge noch zu seh´n.
Sie will, dass Zweifel schwächer werden
Und sie zu Selbstvertrauen erden.
Doch du, oh Heimat, wirst wertvoller bleiben,
Weil Blätter sich immer wieder zu ihren Wurzeln neigen,
Deine Schönheit können nur deine Kinder seh´n,
Deine Besonderheit nur wir versteh´n.
Nie wird ein Fremder das Gefühl erfahren,
Dass du mir gibst nach all den Jahren
Er kann zwar deinen Charme erkennen,
Doch wird er dich nie "Heimat" nennen.
Autor: Sophie RadtkeKategorie: Gedichte Sehnsucht

Gestillte Sehnsucht

In goldnen Abendschein getauchet,
Wie feierlich die Wälder stehn!
In leise Stimmen der Vöglein hauchet
Des Abendwindes leises Wehn.
Was lispeln die Winde, die Vögelein?
Sie lispeln die Welt in Schlummer ein.

Ihr Wünsche, die ihr stets euch reget
Im Herzen sonder Rast und Ruh';
Du Sehnen, das die Brust beweget,
Wann ruhest du, wann schlummerst du?
Beim Lispeln der Winde, der Vögelein,
Ihr sehnenden Wünsche, wann schlaft ihr ein?

Was kommt gezogen auf Traumesflügeln?
Was weht mich an so bang, so hold?
Es kommt gezogen von fernen Hügeln,
Es kommt auf bebendem Sonnengold.
Wohl lispeln die Winde, die Vögelein:
Das Sehnen, das Sehnen, es schläft nicht ein.

Ach, wenn nicht mehr in goldne Fernen
Mein Geist auf Traumgefieder eilt,
Nicht mehr an ewig fernen Sternen
Mit sehnendem Blick mein Auge weilt;
Dann lispeln die Winde, die Vögelein
Mit meinem Sehnen mein Leben ein.
Autor: Friedrich RückertKategorie: Gedichte Sehnsucht

Hoffnung

Der Tag ist grau und kühle,
so sind Leben und Gefühle.
Ich sitze am Fenster, bin allein.
Dies ist ein Tag zum Traurigsein.

Es regnet draußen, es ist kalt,
die rechte Hand zur Faust geballt.
Es kommt ein Sturm, die Träume wanken
im Durcheinander der Gedanken.

Wut und Zorn gleicht Blitz und Donnern.
Ein lautes Schreien, bis zerronnen
ist der Hass, die Liebe siegt,
mein Herz still weint, am Boden liegt.

Sturm und Gedanken sind nun aus.
Es ist still im ganzen Haus.
Die Wolken zieh`n, es werde Licht.
Ein heller Schein fällt aufs Gesicht.

Nun warte ich, was kommen mag,
ob heute, ob am nächsten Tag.
Voll Hoffnung und voll Zuversicht,
die Nacht vergeht, der Tag anbricht.

Es klingelt früh das Telefon:
"Na, endlich, Mensch, ich warte schon."
"Bist du es?"
"Ja!"
"Du, hörst du mich? Ich will zu dir! Ich liebe dich!" -

Des Tages lichter Sonnenschein
sind Leben und Gefühle, rein.
Jetzt bist du hier, bin nicht allein.
Das ist ein Tag zum Glücklichsein.
Autor: Marco KubasikKategorie: Gedichte Sehnsucht

Ich vermisse dich

Als ich ihr Bild bei Facebook sah,
wurde mir auf Anhieb klar.
Diese Frau, die kann es sein,
ab jetzt bin ich nie mehr allein.
Die Augen Blau und klar wie das Meer,
oh man ich liebe die so sehr.
Ich hatte nichts mehr zu verlieren,
dacht mir ich muss es probieren.
Ich Schrieb sie an,
und sie zurück, oh man.
Ich wusst nicht weiter,
und schrieb ganz heiter.
Was ich grad dachte.
Was ich so machte.
Mit ihr zu schreiben war so toll,
ich wusste nicht wie es mir geschehen soll.
Ihre nummer bekam ich auch schnell,
meine Augen leuchteten Grell.
Dann passierte es ich hörte ihre Stimme,
da war es ganz um mich geschehen.
Ich dacht mir nur,
Sie lass ich nie wieder gehen.
Sie akzeptierte all die Fehler und Tücken,
aber klar es gab auch Lücken.
Ich hab ihr alles anvertraut,
doch nun wurd mir misstraut.
Ein Freund sollt es mir versauen,
ich könnt ihn dafür verhauen.
Er schrieb ihr um sich zu rächen,
bei solch Aktionen könnt ich brechen.
Er nahm sie mir weg,
und ihn intressierte es nen Dreck.
Nun hat er ihn mir gestohlen,
meinen Lebensmut.
Hoffentlich ihm gehts dabei gut.
Nun will sie nichts mehr von mir wissen,
so wird das leben wieder beschissen.
Am liebsten würd ich bei ihr sein,
stattdessen schreib ich diese Zeilen, allein.
Ich hoffe es renkt sich alles ein
denn wärest du mein und ich dein.
Ich vermisse dich
Autor: Sven N.Kategorie: Gedichte Sehnsucht

In Frieden...

Ich schließe die Augen und lasse mich gehen,
beginne zu träumen, es ist wunderschön,
in meinen Träumen kann ich Sie sehen
Meine Kinder, meine Traumfrau, ich beginn mich zu drehen.
Ich sehe all die Menschen und was uns verband,
sogar meine Oma, unter Ihnen ich fand.
Meine Eltern, Familie und Freunde ich traf,
ich fühl mich so frei, in meinem ewigen Schlaf.
Hier ist es sehr wohlig, die Farben so bunt
Meine Furchtlosigkeit, die hat einen Grund.
So stell ich's mir vor das Ende vom Leben,
vor was jetzt noch Angst, was kanns schöneres geben.
Noch bin ich ja da, hier auf dieser Welt,
auch wenn mir der Traum , oft besser gefällt.
Das ist wohl der Sinn in unserem Leben
immer zu kämpfen und alles zu geben,
bis ich's verdient hab, habe ich noch zu tun,
um, wenn es dann sein soll, in Frieden zu ruhn.
Autor: Peter KämmlerKategorie: Gedichte Sehnsucht

In Sehnsucht

Jüngling: Möcht es hassen,
dies Sehnen ohne Maßen.
Weiß nicht, was ich tun will;
weiß nicht, ob ich ruhn will.
Jetzt alles tragen und stolz verzagen,
jetzt alles wagen
und zu ihr jagen.
Ein träges Hasten
selbst mein Gang,
ein blödes Tasten
von Drang zu Drang,
ein Sehnen ohne Maßen.
Möcht es hassen;
ach, aber bin
so glücklich drin.Mädchen:Möcht ein Lied dem Liebsten singen,
daß er tief ins Herz mir sieht.
Doch es will mir nicht gelingen,
alles in mir stockt und flieht.

Ob ich nur das Wort verfehle?
ob zu Ihm gleich alles flieht?
Aber meine ganze Seele
ist ein einzig Sehnsuchtslied.
Autor: Richard DehmelKategorie: Gedichte Sehnsucht

Kritik des Herzens

Erst wollte ich mich dir in Keuschheit nahn.
Die Kette schmolz.
Ich bin doch schließlich, schließlich auch ein Mann,
Und nicht von Holz.

Der Mai ist da. Der Vogel Pirol pfeift.
Es geht was um.
Und wer sich dies und wer sich das verkneift,
der ist schon dumm.

Denn mir der Seelenfreundschaft - liebste Frau,
hier dies Gedicht
zeigt mir und Ihnen treffend und genau:
es geht ja nicht.

Es geht nicht, wenn die linde -Luft weht und
die Amsel singt -
wir brauchen alle einen roten Mund,
der uns beschwingt.

Wir brauchen alle etwas, das das Blut
rasch vorwärtstreibt -
es dichtet sich doch noch einmal so gut,
wenn man beweibt.

Doch heller noch töne meiner Leier Klang,
wenn du versagst,
was ich entbehrte öde Jahre lang -
wenn du nicht magst.

So süß ist keine Liebesmelodie,
so frisch kein Bad,
so freundlich keine kleine Brust wie die,
die man nicht hat.

Die Wirklichkeit hat es noch nie gekonnt,
weil sie nichts hält.
Und strahlend überschleiert mir dein Blond
die ganze Welt.
Autor: Kurt TucholskyKategorie: Gedichte Sehnsucht

Liebe zu mir

Es gibt Momente, da frage ich mich
erkenne ich die Liebe, von der man spricht?
Wie fühlt sie sich an, wie sieht sie aus?
Finde ich die Richtige unter den Falschen heraus?
Gibt es ein Zeichen, dass man sie erkennt,
wo man sonst nur hinter Verlogenheit herrennt?
Wie entsteht Hoffnung, wie das Vertrauen?
Muss erst die Liebe zu mir selbst aufbau`n .
Entdecke ich sie, tief in mir verborgen,
kann ich für mein Glück alleine sorgen.
Autor: brueKategorie: Gedichte Sehnsucht

nachts

schwarze schatten
still verborgen
in versteckten winkeln meines herzens
ich allein weiß um die qual
ein heimliches rendezvous
nur Du und ich
in den tränen der liebe
die mir den weg weisen
den weg zu Dir
in Deine zärtliche umarmung
Du kommst in der nacht
mein heimlicher geliebter
in der dunkelsten stunde
gehörst Du mir allein
ergeben sinke ich hinein
umhülle mich mit Dir
bis nichts mehr bleibt
von mir
außer
DIR
Autor: Carolin ZweinigerKategorie: Gedichte Sehnsucht

O Sehnsucht

O Sehnsucht, dieses Daseins tiefster Sinn,
Du Weltakkord, der meinen Schlaf muss schrecken,
Und läg ich schon im Todesschlafe drin:
Denn selbst die Toten wirst du noch erwecken!

O Sehnsucht, letzter Laut vom Paradies,
Den die verstoßne Seele aufgefangen:
Du bists, der Jedem noch die Wege wies;
Denn alle sind mit dir nach Haus gegangen.
Autor: Karl Ernst KnodtKategorie: Gedichte Sehnsucht

Reisen

Lass uns wieder dorthin gehen
wo wir den Regen fanden,
den Friedenbringer,
Stillemacher.

Auf das wir wieder zueinander finden,
wo wir alleine waren,
uns Frieden bringen,
Stille teilen.
Autor: Nils MüllerKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnen und Suchen

Woher dieses Sehnen,
dies träumende Suchen?
Sich heimlich zu dehnen
in inneren Fluchten.

Dies Suchen nach Blicken
verwandter Seelen,
durch Alltagslücken
sich fortzustehlen.

Dies Sehnen nach Zartem,
vorsichtigem Tasten,
nicht im Haben zu warten,
im Wollen zu rasten.

Dies Suchen nach Fremdem
noch Unverbrauchtem,
sich zu verschwenden,
in Emotionen zu tauchen.

Dies Sehnen nach Blühen,
Unverwundbarkeit schmecken,
alte junge Gefühle
leise neu zu entdecken.

Dies Suchen nach Weite,
nach Schmetterlingen,
mit köstlicher Beute
über Grenzen zu springen.

Dies Sehnen nach Gleichklang,
dem Seelenspiegel,
zu laufen am Abhang
mit geweiteten Flügeln.

Und dann zu erkennen
mitten im Sehnen
mitten im Rennen
mitten im Wehen:

In mir lebt es!
Mich erfüllt dieses Glück!
Es ist groß und ich geb es
meinem Leben zurück.
Autor: Karin LiedgensKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht

hätte ich nur einen deiner Flügel
ich flöge weit in deine Ewigkeit
und hinter deinen weit entrückten Hügeln
beginge ich die neue Zeit

ich küsste dich, dein königliches Atmen
in Gottes Namen eingetaucht
und friedvoll ließe ich mich tragen
wohin dein lieblich Wind mich haucht
Autor: Marcel StrömerKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht

Mitten in dem Spiel der Freuden,
In der Arbeit Drang und Lust,
Schleicht das Sehnen und das Leiden
In die unbewachte Brust.

Denn du weilst so fern, so ferne,
Und ich bin so ganz allein;
Und bei dir bin ich so gerne,
Und ich kann nicht bei dir sein!

Wie ein Röslein in dem Scherben,
Wenn es Niemand warten mag,
So verkümmern, so verderben
Muß auch ich am lichten Tag.

Alles Leben geht zu Grabe,
Und die Seel auch ganz zu Grund,
Wenn ich dich nicht wieder habe,
Werd ich nimmer mehr gesund.
Autor: Ludwig EichrodtKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht

Die große Sehnsucht, die in allem lebt,
Hat immer ihre dunkeln Augen offen;
Den stillen Baum beseelt dasselbe Hoffen,
Das deine Tage aus dem Dumpfen hebt.

Sehnsüchtig klingt der Sang des Vogels her,
Der Blumen stummes Lied, die süßen Düfte,
Wie seelenvoll durchzittert es die Lüfte -
Und du, mein Herz, wie bist du sehnsuchtsschwer!
Autor: Gustav FalkeKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht

Was zieht mir das Herz so?
Was zieht mich hinaus?
Und windet und schraubt mich
Aus Zimmer und Haus?
Wie dort sich die Wolken
Um Felsen verziehn!
Da möcht’ ich hinüber,
Da möcht’ ich wohl hin!

Nun wiegt sich der Raben
Geselliger Flug;
Ich mische mich drunter
Und folge dem Zug.
Und Berg und Gemäuer
Umfittigen wir;
Sie weilet da drunten,
Ich spähe nach ihr.

Da kommt sie und wandelt;
Ich eile so bald,
Ein singender Vogel,
Zum buschichten Wald.
Sie weilet und horchet
Und lächelt mit sich:
"Er singet so lieblich
Und singt es an mich."

Die scheidende Sonne
Verguldet die Höhn;
Die sinnende Schöne,
Sie läßt es geschehn,
Sie wandelt am Bache
Die Wiesen entlang,
Und finster und finstrer
Umschlingt sich der Gang.

Auf einmal erschein’ ich,
Ein blinkender Stern.
"Was glänzet da droben,
So nah und so fern?"
Und hast du mit Staunen
Das Leuchten erblickt:
Ich lieg’ dir zu Füßen,
Da bin ich beglückt!
Autor: Johann Wolfgang von GoetheKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht

Jedweder Geselle, sein Mädel am Arm,
Durchwandelt die Lindenreihn;
Ich aber, ich wandle, daß Gott erbarm,
Ganz mutterseelallein.

Mein Herz wird beengt, mein Auge wird trüb,
Wenn ein andrer mit Liebchen sich freut.
Denn ich habe auch ein süßes Lieb,
Doch wohnt sie gar ferne und weit.

So manches Jahr getragen ich hab,
Ich trage nicht länger die Pein,
Ich schnüre mein Bündlein, und greife den Stab,
Und wandr in die Welt hinein.

Und wandre fort manch hundert Stund,
Bis ich komm an die große Stadt;
Sie prangt an eines Stromes Mund,
Drei keckliche Türme sie hat.

Da schwindet bald mein Liebesharm,
Da harret Freude mem;
Da kann ich wandeln, feins Liebchen am Arm,
Durch die duftigen Lindenreihn.
Autor: Heinrich HeineKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht

Im zitternden Mondlicht wiegen
schlummernde Blumen sich sacht,
meine Gedanken fliegen
heimlich zu dir durch die Nacht.

Und ich möchte fliegen mit ihnen
still durch den heiligen Raum,
ist dir mein Bild nicht erschienen,
schlummerndes Liebchen, im Traum?
Autor: Gustav KastroppKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht

Dort unten tief im Dämmer-Grunde
wo nun so wach die Wasser gehen,
und hier verstreut und da im Bunde
die mondumwobnen Villen stehn,

dort hast du nun mit all den andern
zur sanften Ruhe dich gelegt,
indes dem Freund allein im Wandern
das Blut sich minder ruhlos regt ...

Schlaf' süß in deinem Silberthale,
mein Dunkelauge, Rätselkind,
gegrüßt von jedem reinen Strahle,
der selig in die Tiefe rinnt!

Schalf' süß! und sieh den Freund im Traume
sich nächtlicher Natur vertraun
und von des Bergwalds dunklem Saume
verzückt und schmerzlich niederschaun!
Autor: Christian MorgensternKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht

Warum Schmachten?
Warum Sehnen?
Alle Thränen
Ach! sie trachten
Weit nach Ferne,
Wo sie wähnen
Schönre Sterne.
Leise Lüfte
Wehen linde,
Durch die Klüfte
Blumendüfte,
Gesang im Winde.
Geisterscherzen,
Leichte Herzen!

Ach! ach! wie sehnt sich für und für
O fremdes Land, mein Herz nach dir!
Werd' ich nie dir näher kommen,
Da mein Sinn so zu dir steht?
Kömmt kein Schifflein angeschwommen,
Das dann unter Segel geht?
Unentdeckte ferne Lande, –
Ach mich halten ernste Bande,
Nur wenn Träume um mich dämmern,
Seh' ich deine Ufer schimmern,
Seh' von dorther mir was winken, –
Ist es Freund, ist' s Menschgestalt?
Schnell muß alles untersinken,
Rückwärts hält mich die Gewalt. –

Warum Schmachten?
Warum Sehnen?
Alle Thränen
Ach! sie trachetn
Nach der Ferne,
Wo sie wähnen
Schönre Sterne. –
Autor: Ludwig TieckKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht

In einsamen Nächten, wenn der Mond erwacht,
erblüht die Sehnsucht wie eine kostbare Fracht,
sie webt ein Band aus Träumen, sanft und kaum,
und streckt sich aus nach einem fernen Traum.

In den Weiten des Universums ist sie zu Hause,
umarmt die Sterne und macht selten eine Pause,
sie möchte fliegen, weit und unbeschränkt,
doch ist sie nah am Herzen und unabgelenkt.

Sie ist das Sehnen, das uns treibt,
nach dem Unerreichbaren, das stets verbleibt,
Sie lebt in uns, sie schleicht,
ist ein Gefühl, das uns niemals ganz entweicht.
Autor: Silvan MaaßKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht

Ich gehe einsam durch die Straßen,
Mein Blick ist vollkommen leer.
Sehe uns beide vor mir, wie wir auf der Veranda saßen,
Ich höre noch deine Stimme, fühle deine Hände,
Du fehlst mir so sehr.
Habe manchmal vergessen, was du fühlst oder denkst,
Wie ein Narr war ich verrückt nach dir.
Jetzt du mir keine Aufmerksamkeit mehr schenkst,
Schreie in der Seele, „komm zurück zu mir“!
Wie konnte ich glauben, dass Eifersucht mich weiter bringt?
Habe dich oft behandelt wie eine Mutter ihren Sohn,
Deine Stimme leise im Winde verklingt.
Ein Leben ohne dich ist nun mein Lohn.
Die Gedanken an dich, stechend, zerbrechend,
Für immer hast du deinen Platz in meinem Herzen!
Träume von dir, mich zärtlich weckend.
Einzelne Erinnerungen an dich, wie sehr verursachen sie große Schmerzen!
Nun nehme ich meinen Abschied von dir,
Vielleicht denkst du noch oft über uns nach.
Ich muss es tun, bevor ich den Verstand verlier‘.
Sehnsucht nach der großen Liebe die viel zu schnell zerbrach
Autor: Diana SeifertKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht

Sehnsucht kann Trauer sein
Sehnsucht kann Liebe sein
Sehnsucht kann so vieles sein

Sehnsucht kann heißen jemanden zu vermissen
Sehnsucht kann heißen jemanden zu lieben den man nicht haben kann
Sehnsucht kann so vieles heißen

Sehnsucht kann bedeuten allein zu sein
Sehnsucht kann bedeuten das Vertrauen zu verlieren
Sehnsucht kann so vieles bedeuten

Sehnsucht ist eine Qual
Sehnsucht ist Einsamkeit
Sehnsucht ist das war fühlen wenn das Leben einen Strich zieht
Autor: Charlotte GeierKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht

Wie eine leise Glocke klingt
Die Sehnsucht in mir an;
Weiß nicht, woher, wohin sie singt,
Weil ich nicht lauschen kann.

Es treibt das Leben mich wild um,
Dröhnt um mich mit Gebraus,
Und mählich wird die Glocke stumm,
Und leise klingt sie aus.

Sie ist nur für den Feiertag
Gemacht und viel zu fein,
Als daß ihr bebebanger Schlag
Dräng in die Lärmluft ein.

Sie ist ein Ton von dorten her,
Wo alles Feier ist;
Ich wollte, daß ich dorten wär,
Wo man den Lärm vergißt.
Autor: Otto Julius BierbaumKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht

Ich kenn' ein Land, es ist weit dahin,
Doch stets bin ich dorten in meinem Sinn;
Zwar redet man nicht meine Sprach' in dem Land,
Doch nimmer versteh' ich, was dort ich verstand.
Dieß Land, o seh' ich's denn niemals mehr?
O wenn ich nur einmal noch dorten wär'!

Und in dem Lande ein Städtlein ist,
So klein, daß es kaum hundert Spannen mißt,
Doch schließet dieß Stadtlein, so winzig klein,
Die größten der Freuden wohl in sich ein.
Dieß Städtlein, o seh' ich's denn niemals mehr?
O wenn ich nur einmal noch dorten wär'!

Und in dem Städtlein da ist ein Haus,
Da geht man viel lieber hinein, als heraus;
Da fänd' ich meine Ruhe gewiß,
Ich weiß ja, daß ich sie drinnen ließ. -
Dieß Haus, o seh' ich's denn niemals mehr?
O wenn ich nur einmal noch dorten wär'!

Und in dem Hause da wohnt ein Weib,
Ein wahrer Engel an Seel' und an Leib,
Der Himmel lacht aus dem Augenpaar,
Mein war dieser Himmel so ganz und gar;
Das Schicksal verstieß mich so grausam d'raus, -
Nie find' ich mehr Weiblein, Land, Städtlein und Haus.
Autor: Ignaz Friedrich CastelliKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht

Schon viel zu lang
Hab’ ich der Bosheit mich ergeben.
Ich lasse töten, um zu leben,
Und bös macht bang.

Denn niemals ruht
Die Stimme in des Herzens Tiefe,
Als ob es zärtlich klagend riefe:
»Sei wieder gut!«

Und frisch vom Baum
Den allerschönsten Apfel brach ich.
Ich biß hinein, und seufzend sprach ich,
Wie halb im Traum:

»Du erstes Glück,
Du alter Paradiesesfrieden,
Da noch kein Lamm den Wolf gemieden,
O komm zurück!«
Autor: Wilhelm BuschKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht

Morgenluft! die Wasser rauchen
In der heißen Sonne Gluth;
Weiße Wasserlilien tauchen
Blühend aus der tiefen Fluth.

Und vom Bord im weiten Schiffe
Blickt der Seemann still hinab
Nach dem hellen Felsenriffe,
In das kühle Wassergrab.

Immer länger blickt er nieder,
Immer ruhiger, voller Luft,
Lieb' und Sehnsucht füllen wieder,
Neu erwacht, die kalte Gruft.

Und im Grunde auf dem Meere
Wogt und sprüht es hin und her,
Und die weite Wasserleere
Scheint ein endlos Blüthenmeer.

Und aus weiter Wassertiefe
Klingt's herauf, ihn grüßend schon
Gleich, als ob die Liebe riefe
Mit der Sehnsucht Zauberton.

Still vom Bord im weiten Schiffe
Blickt der Seemann tief hinab,
Nach dem hellen Felsenriffe
In das kühle Wassergrab;

Bis es schäumt im Wassergrunde,
Und im Schiffe geht das Wort
Flüchtig um von Mund zu Munde:
Hoch! ein Mann! hoch über Bord!
Autor: Friedrich BrunoldKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht

Es schienen so golden die Sterne,
am Fenster ich einsam stand
und hörte aus weiter Ferne
ein Posthorn im stillen Land.
Das Herz mir im Leibe entbrennte,
da hab’ ich mir heimlich gedacht:
Ach, wer da mitreisen könnte
in der prächtigen Sommernacht!

Zwei junge Gesellen gingen
vorüber am Bergeshang,
ich hörte im Wandern sie singen
die stille Gegend entlang:
Von schwindelnden Felsenschlüften,
wo die Wälder rauschen so sacht,
von Quellen, die von den Klüften
sich stürzen in Waldesnacht.

Sie sangen von Marmorbildern,
von Gärten, die überm Gestein
in dämmernden Lauben verwildern,
Palästen im Mondenschein,
wo die Mädchen am Fenster lauschen,
wann der Lauten Klang erwacht,
und die Brunnen verschlafen rauschen
in der prächtigen Sommernacht.
Autor: Joseph von EichendorffKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht des Mädchens

Die Wolken treibt vorbei der rauhe Wind,
Mein Athem macht die Fensterscheiben blind,
Und meine Augen, wie sie müde sind!

Weit über braunes Feld und grüne Saat
Späh' ich hinüber, ob ein Reiter naht -
Er kommt nicht und ich weiß mir keinen Rath.

Wie soll mir nun die lange Nacht vergehn,
Bis ich kann wiederum am Fenster stehn,
Und auf den Weg, den ewig öden, sehn!

Ach, beten beten will ich still für dich.
Dann in die Träume leise weinen mich,
Bis meine Augen wieder öffnen sich.
Autor: Ida von DüringsfeldKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht nach Liebe

Alles liebet, alles scherzet
In der fröhlichen Natur;
Alles küsset, alles herzet
Auf den Höhn in Wald und Flur!

Läßt der holde Lenz sich nieder,
Sanft umschwärmt vom lauen West,
Senkt der Vogel sein Gefieder,
Bauet liebend sich ein Nest.

Und der Löwe flieht das Morden,
Das sonst höchste Lust ihm schafft;
Er verläßt der Brüder Horden,
Huldigt Amors Zauberkraft.

Und dir soll ich mich entziehen,
Die uns menschlich fühlen lehrt?
Liebe! ach, dich soll ich fliehen,
Die der Tiger selbst verehrt?

Ich allein nur soll dich meiden,
Holde Spenderin der Lust?
Ich soll wilde Tiere neiden
Um das Fühlen ihrer Brust?

Nein! dem schönsten aller Triebe
Sei mein fühlend Herz geweiht!
Schenke mir Themirens Liebe,
Amor, Gott der Zärtlichkeit!
Autor: Franz GrillparzerKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht nach Zufall

Es gibt freiwilliges Allein,
Das doch ein wenig innen blutet.

Verfrühter Gast in einer Schenke sein,
Wo uns derzeit kein Freund vermutet -

Und käme plötzlich doch der Freund herein,
Den gleiche Abenteuer-Wehmut lenkt,
Dann wird es schön!
Dann steigt aus schlaffen Träumen
Ein gegenseitig stärkendes Sichbäumen
Und spricht,
was in ihm rauh und redlich denkt.
Autor: Joachim RingelnatzKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht.

Ich blick' in mein Herz und ich blick' in die Welt,
Bis vom Auge die brennende Träne mir fällt;
Wohl leuchtet die Ferne mit goldenem Licht,
Doch hält mich der Nord, ich erreiche sie nicht.
O die Schranken so eng, und die Welt so weit,
Und so flüchtig die Zeit!

Ich weiß ein Land, wo aus sonnigem Grün
Um versunkene Tempel die Trauben glühn,
Wo die purpurne Woge das Ufer beschäumt,
Und von kommenden Sängern der Lorbeer träumt.
Fern lockt es und winkt dem verlangenden Sinn,
Und ich kann nicht hin!

O hätt' ich Flügel, durchs Blau der Luft
Wie wollt' ich baden im Sonnenduft!
Doch umsonst! Und Stund' auf Stunde entflieht –
Vertraure die Jugend, begrabe das Lied! –
O die Schranken so eng, und die Welt so weit,
Und so flüchtig die Zeit!
Autor: Emanuel GeibelKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht.

Schwer, langweilig ist mir mein Zeit,
Seit ich mich thäte scheiden,
Von dir mein Schatz und höchste Freud,
Ich merk, daß ich muß leiden,
Ach weh der Frist, zu lang sie ist,
Wird mir zu lang in Schmerzen,
Daß ich oft klag,
Es scheint kein Tag,
Des wird gedacht im Herzen.
Autor: Achim von ArnimKategorie: Gedichte Sehnsucht

Spiegel des Wassers

Dein zu Stein erstarrtes Gesicht zeichnet sich weich im Spiegel des Wassers
Mein hartes Urteil erhält ein milderes Gewicht beim Anblick der glitzernden Sonnenstrahlen
Gemeinsam schweben wir auf dem Schweif des leuchtenden Lichts
Hinauf auf den Gipfel des tiefen Augenblicks
Autor: Roswitha FedlerKategorie: Gedichte Sehnsucht

Suche

Die Leere in mir.
keine Zukunft

Hoffnung,
gestohlen

Auf der Suche nach
der Blume
Autor: Alice GallagherKategorie: Gedichte Sehnsucht

Tagtraum

Der blaue, kühle Tropf´
er fällt wie Morgentau,
befreit den tristen Kopf,
durch seine Fensterschau.

Der blaue, kühle Tropf´
er trägt mich weit hinfort,
packt mich am strengen Zopf,
der mich hält an diesem Ort.

So schwimm´ ich durch die Lüfte,
bin wie ein Fisch im Meer,
riech´ Mutter Erdes Düfte,
und sehne mich so sehr.

Doch plötzlich schellt die Angel,
und ich weiß ganz genau,
an Freiheit hab ich Mangel,
bin nur zur Fensterschau.
Autor: unbekanntKategorie: Gedichte Sehnsucht

Warum

Warum bist Du so weit weg von mir?
Warum bloß hängt mein Herz so an Dir?
Warum trennen uns Welten, die gar keine sind?
Warum fehlt denn schon meinen Fragen der Sinn?
Was ist es, was mich so sehr zu Dir zieht?
Was sehe ich bei Dir, was sonst gar niemand sieht?
Was hast Du nur damals mir mir gemacht?
Was hab ich mir gestern und heute gedacht?
Wie hältst Du mich heute noch so gefangen?
Wie, ohne Fesseln, sondern nur in Gedanken?
Wie siehst Du mich, ohne ein Bild von mir?
Wieso darf ich bleiben in der Nähe von Dir?
Bitte lass uns gemeinsam Antworten finden,
und Dinge erkennen, die uns verbinden.
Lass uns sehen, ob Du meine Sehnsucht stillst.
und ob ich Dir was geben kann, was Du suchst, was Du willst.
Bitte mich ein Stück in Dein Leben hinein,
einen Augenblick möchte ich bei Dir sein.
Möchte wissen, ob wir uns auch wortlos verstehen,
und dann getrennte oder den selben Weg gehen.
Gib uns die Chance, all diese Dinge zu wissen,
damit das Herz aufhört, das Unbekannte zu missen.
Autor: Claudia T.Kategorie: Gedichte Sehnsucht

Zwei Seelen

Wenn zwei Seelen sich berühren,
im Strudel der Zeit verlieren

Wenn zwei Seelen sich umarmen
schwimmend im Meer der Lust

Wenn zwei Seelen sich erreichen
im süßen Schmerz

Wenn zwei Seelen sich vereinen
dann lass es unsere sein
Autor: DelbarKategorie: Gedichte Sehnsucht

Sehnsucht als lyrisches Thema

Die Romantiker waren es, die dem Motiv der Sehnsucht in ihrer Lyrik ab dem Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ein Denkmal gesetzt haben. Aber das Thema reicht weit über eine einzelne Epoche hinaus. Schon in der Antike schrieben Dichter über das Verlangen nach dem Fernen, dem Unerreichbaren, dem Verlorenen. Was die Romantik leistete, war, diesem Gefühl eine eigene Sprache und eine eigene Bildwelt zu geben, die bis heute nachwirkt.

Sehnsucht taugt in der Lyrik deshalb so gut als Thema, weil sie per se unabgeschlossen ist. Ein Gedicht, das von Sehnsucht handelt, muss keine Auflösung bieten. Es darf offen enden, in der Schwebe bleiben, in einem Bild verharren, das mehr andeutet als zeigt. Diese Offenheit macht Sehnsuchtsgedichte so ausdrucksstark: Sie sagen nicht alles, und genau darin liegt ihre Wirkung.

Wer online mit den Worten "Gedichte Sehnsucht" nach Versen voller Romantik oder Wehmut sucht, ist hier genau an der richtigen Adresse. Sehnsucht kommt dabei übrigens auch durch das Beschreiben von Liebeskummer zum Ausdruck. Das Verlangen, dem anderen nah zu sein, ist riesengroß, wird aber nicht erfüllt, egal aus welchen Gründen. Auch das ist Sehnsucht in ihrer reinsten Form.

Die Blaue Blume: Symbol einer Epoche

Das bekannteste Symbol für die romantische Sehnsucht ist die Blaue Blume. Sie geht auf Novalis zurück, der sie in seinem Romanfragment "Heinrich von Ofterdingen" einführte. Der Protagonist träumt von einer blauen Blume und wacht danach mit einem unbestimmten, tiefen Verlangen auf, das er nicht benennen kann. Die Blume selbst findet er nie.

Genau das ist der Kern des Symbols. Die Blaue Blume steht nicht für ein erreichbares Ziel, sondern für das Streben nach etwas, das sich immer entzieht. Sie repräsentiert das Unendliche, die Poesie selbst, die Liebe, das Absolute. Für die Romantiker war Sehnsucht kein vorübergehender Zustand, den man überwindet, sondern eine grundlegende Haltung gegenüber der Welt. Die Sehnsucht nach dem Unendlichen war für sie das eigentliche Kennzeichen des Menschen.

Diese Idee klingt zunächst abstrakt, wird aber in der Lyrik der Romantik sehr konkret. Immer wieder begegnet man Bildern, die dasselbe ausdrücken: der Blick in die Ferne, der nie ans Ziel kommt. Die blauen Berge am Horizont, zu denen man aufbricht und die doch immer weiter rücken. Der Mond, der leuchtet, aber kalt bleibt. Das Rauschen des Windes, der Worte trägt, die man nicht versteht.

Verschiedene Arten der Sehnsucht in Gedichten

Sehnsucht ist kein einheitliches Gefühl. Sie hat viele Gesichter, und die Lyrik hat alle davon erkundet. Ein Blick auf die verschiedenen Spielarten zeigt, wie weit dieses Thema tatsächlich reicht.

  • Sehnsucht nach einer Person: Die häufigste Form in der Liebeslyrik. Jemand ist fern, und man vermisst ihn auf eine Weise, die sich in Worten kaum fassen lässt. Gedichte dieser Art arbeiten oft mit körperlichen Bildern: die Hand, die man nicht halten kann, die Stimme, die man nicht hört, das Gesicht, das man sich vorstellt.
  • Sehnsucht nach Vergangenem: Die Erinnerung an eine Zeit, die nicht wiederkommt. Kindheit, Jugend, ein Sommer, der vorbeizog, ein Ort, den man verlassen hat. Diese Form der Sehnsucht ist oft von Nostalgie durchzogen, von einem Wissen, dass das Vermisste unwiederbringlich ist.
  • Sehnsucht nach Heimat: Besonders stark bei Dichtern, die im Exil lebten oder weite Wege zurücklegen mussten. Heimweh ist eine Form der Sehnsucht mit einer eigenen Schärfe, weil sie so konkret ist und gleichzeitig so schwer zu stillen.
  • Sehnsucht nach dem Unendlichen: Die romantische Spielart, die oben beschrieben wurde. Eine metaphysische Sehnsucht nach etwas, das über die sichtbare Welt hinausgeht, nach Transzendenz, nach dem Göttlichen, nach dem Sinn hinter allem.
  • Sehnsucht nach der Ferne: Der Wunsch, aufzubrechen, das Unbekannte zu entdecken, die Enge des Alltags zu verlassen. Wandergedichte und Reiselyrik speisen sich aus dieser Quelle.

Sehnsucht und Liebe: Wenn Distanz schmerzt

Die Verbindung zwischen Sehnsucht und Liebe ist so alt wie die Lyrik selbst. Kaum etwas erzeugt ein stärkeres Gefühl des Verlangens als die Abwesenheit eines geliebten Menschen. Entfernung, sei es geographisch oder durch Umstände bedingt, verwandelt Liebe in Sehnsucht und Sehnsucht in Verse.

Sehnsuchtsgedichte aus diesem Bereich sind häufig von einer Spannung geprägt, die sich nicht auflöst. Die Liebenden sind getrennt, und das Gedicht hält diesen Zustand fest, ohne ihn zu beenden. Manchmal endet ein solcher Text in Hoffnung, manchmal in stiller Trauer, manchmal in der Gewissheit, dass die Verbindung trotz allem besteht.

Was solche Gedichte so wirkungsvoll macht, ist ihre Präzision im Beschreiben eines Zustands, den viele Menschen kennen, aber selten so klar ausgedrückt haben. Wer ein gutes Liebes-Sehnsuchtsgedicht liest, erkennt sich darin. Das Besondere wird allgemein, das Private wird geteilt, und plötzlich fühlt man sich weniger allein mit dem, was man empfindet.

Wenn Sie Ihrem Herzblatt zeigen möchten, wie sehr Sie es vermissen, ist ein Sehnsuchtsgedicht oft wirkungsvoller als eine lange Nachricht. Es trifft den Kern, ohne zu erklären oder zu rechtfertigen. Es lässt das Gefühl stehen.

Sehnsucht nach Heimat und Vergangenem

Nicht jede Sehnsucht richtet sich auf einen Menschen. Manchmal ist es ein Ort, eine Zeit, ein Gefühl von Zugehörigkeit, das man verloren hat. Heimweh ist eine besonders intensive Form dieser Sehnsucht, weil sie sich auf etwas bezieht, das real und zugleich unerreichbar ist. Man weiß genau, wo man sein möchte, und kann trotzdem nicht dorthin.

Gedichte über Heimweh und das Vermissen vergangener Zeiten haben eine eigene Qualität. Sie sind oft stiller als Liebesgedichte, weniger aufgewühlt und dafür tiefer melancholisch. Sie beschreiben Bilder mit großer Sorgfalt, weil die Erinnerung selbst so sorgfältig ist: Man erinnert sich an Details, an Gerüche, an Geräusche, an die Art, wie das Licht fiel.

Joseph von Eichendorff hat diese Form der Sehnsucht wie kaum ein anderer in Verse gefasst. Seine Gedichte über die Heimat, über das Wandern und das Zurückblicken gehören zu den eindrucksvollsten der deutschen Literatur. Sie klingen nach etwas, das unwiederbringlich verloren ist, und gleichzeitig nach der Schönheit dieser Erinnerung.

Dichter, die Sehnsucht unvergesslich machten

Einige Dichter haben das Thema Sehnsucht so nachhaltig geprägt, dass man bei bestimmten Versen sofort an sie denkt. Ihre Namen stehen für eine bestimmte Art, dieses Gefühl in Sprache zu übersetzen.

  • Novalis (1772 bis 1801): Mit seinen "Hymnen an die Nacht" schuf er das vielleicht tiefste lyrische Zeugnis romantischer Sehnsucht. Nach dem Tod seiner Verlobten Sophie verwandelte er persönlichen Schmerz in eine Philosophie des Verlangens, die die Nacht als Tor zu einer anderen, tieferen Wirklichkeit begreift.
  • Joseph von Eichendorff (1788 bis 1857): Kein anderer hat die Sehnsucht nach Ferne, Heimat und dem Unbegreiflichen so klar und so schön in Verse gefasst. Sein Gedicht "Sehnsucht" ist ein Musterbeispiel: Der Blick aus dem Fenster in die Nacht, das Singen der Wanderer, der Wunsch aufzubrechen, der unerfüllt bleibt.
  • Heinrich Heine (1797 bis 1856): Heine schrieb über Sehnsucht oft mit einer bittersüßen Ironie, die dem Thema eine neue Dimension gab. Er vermisste Deutschland aus dem Pariser Exil, er vermisste die erste Liebe, er vermisste eine Welt, die vielleicht nie so war, wie er sie in Erinnerung hatte.
  • Rainer Maria Rilke (1875 bis 1926): In der Moderne griff Rilke das Thema Sehnsucht auf eine philosophisch verdichtete Weise auf. Für ihn war Sehnsucht eng mit dem Nachdenken über Vergänglichkeit, Tod und das Wesen menschlicher Existenz verbunden.
  • Clemens Brentano (1778 bis 1842): Seine Gedichte haben eine musikalische Qualität, die Sehnsucht körperlich spürbar macht. Brentano schrieb über unerfüllte Liebe und innere Zerrissen­heit mit einer Intensität, die bis heute nachwirkt.

Warum Sehnsuchtsgedichte so tief berühren

Sehnsuchtsgedichte funktionieren anders als viele andere lyrische Texte. Sie bieten keine Lösungen an und versprechen keine Erfüllung. Sie halten einen Zustand fest und machen ihn dadurch aushaltbarer. Wer ein Gedicht liest, das genau das beschreibt, was man selbst empfindet, fühlt sich weniger allein. Das ist keine Kleinigkeit.

Dazu kommt, dass Sehnsucht ein universelles Gefühl ist. Jeder Mensch kennt es, in irgendeiner Form, zu irgendeinem Zeitpunkt des Lebens. Ein Gedicht, das dieses Gefühl trifft, spricht deshalb viele Menschen an, auch wenn die konkreten Umstände völlig verschieden sind. Das ist das Geheimnis guter Lyrik: Sie ist spezifisch genug, um echt zu klingen, und allgemein genug, um geteilt werden zu können.

Sehnsuchtsgedichte haben auch eine therapeutische Dimension, ohne dass man das Wort überstrapazieren müsste. Sie geben einem Gefühl einen Ausdruck, das sich sonst schwer greifen lässt. Und wenn man das Gefühl benannt vor sich sieht, wird es irgendwie handhabbar. Nicht kleiner, aber fassbarer.

Ein eigenes Sehnsuchtsgedicht schreiben

Wer ein eigenes Sehnsuchtsgedicht verfassen möchte, steht zunächst vor einer einfachen, aber wichtigen Frage: Wonach sehne ich mich wirklich? Die Antwort ist der Ausgangspunkt für alles Weitere. Je konkreter und ehrlicher diese Antwort ist, desto überzeugender wird der Text.

Sehnsucht lebt von Bildern. Versuchen Sie nicht, das Gefühl abstrakt zu beschreiben, sondern zeigen Sie es. Nicht "Ich vermisse dich sehr", sondern: das leere Glas auf dem Tisch, die Stille in einem Zimmer, der Anblick einer bestimmten Straße. Solche konkreten Details tragen mehr als jede direkte Aussage.

  • Beginnen Sie mit einem einzigen Bild. Was assoziieren Sie mit dem, wonach Sie sich sehnen? Dieses Bild kann der Kern Ihres Gedichts werden.
  • Lassen Sie das Gefühl unaufgelöst. Ein Sehnsuchtsgedicht muss nicht mit Erfüllung enden. Es darf offen bleiben, darf fragen statt antworten. Das entspricht der Natur des Gefühls.
  • Achten Sie auf den Klang. Sehnsucht hat etwas Melodisches. Lange Vokale, fließende Sätze, ein ruhiger Rhythmus passen besser als harte Konsonanten und abgehackte Zeilen.
  • Scheuen Sie sich nicht vor dem Persönlichen. Die überzeugendsten Sehnsuchtsgedichte kommen aus einer echten Erfahrung. Was Sie selbst empfunden haben, klingt echter als das, was Sie sich vorstellen, empfinden zu sollen.

Vielleicht finden Sie in unserer Sammlung Gedichte, die Ihnen als Anregung dienen. Nicht um sie zu kopieren, sondern um ein Gespür dafür zu entwickeln, wie andere Dichter das ausgedrückt haben, was Sie selbst fühlen. Manchmal reicht ein einziger Vers, der einen trifft, um die eigenen Worte zu finden.

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