christliche Gedichte
In Europa ist das Christentum weiterhin weit verbreitet: Der katholische Glaube findet sich stärker in den südlichen Ländern, der evangelische Glaube eher in den nördlichen Regionen. Christliche Gedichte können ein wichtiges Mittel sein, um den eigenen Glauben zu stärken, ihn auszudrücken oder ihn mit anderen zu teilen. Inhaltlich können sie zum Beispiel die Dreifaltigkeit betonen oder kirchliche Feiertage wie Ostern und Weihnachten aus einem geistlichen Blickwinkel heraus beleuchten. Ein christliches Gedicht lässt sich auch in Form einer Karte oder eines Briefes verschicken, etwa wenn eine Taufe, eine Kommunion, eine Konfirmation oder eine Trauung gefeiert wird. Auch eine Beerdigung kann Anlass sein, solche Verse vorzutragen oder weiterzugeben. Das hängt immer davon ab, welchen Glauben der jeweilige Mensch hat oder hatte und wie er ihn lebt oder gelebt hat. Fühlen Sie sich herzlich eingeladen, sich hier in Ruhe umzusehen.
Was christliche Gedichte von anderer Lyrik unterscheidet, ist nicht allein ihr Thema, sondern oft auch ihre Haltung. Sie entstehen häufig aus einer inneren Überzeugung heraus, aus Dankbarkeit, Demut oder dem Vertrauen auf eine höhere Kraft. Diese Grundstimmung macht sie für viele Menschen besonders berührend, unabhängig davon, ob sie selbst tief im Glauben verwurzelt sind oder sich dem Christentum nur in bestimmten Momenten des Lebens nahe fühlen.

Inhaltsverzeichnis
- Christliche Gedichte?
- Glaube und Lyrik: Eine lange Verbindung
- Christliche Gedichte für besondere Anlässe
- Taufe, Kommunion und Konfirmation
- Weihnachten, Ostern und andere Feiertage
- Christliche Gedichte bei Trauer und Beerdigung
- Dreifaltigkeit, Gebet und Gottvertrauen in der Lyrik
- Bekannte Dichter christlicher Lyrik
- Ein christliches Gedicht selbst verfassen
christliche Gedichte
Ach, wem der Heiland sich gegeben
Ach, wem der Heiland sich gegebenAutor: Johannes Evangelista GoßnerKategorie: christliche Gedichte
und Frieden Gottes in sein Herz,
der kann nicht ohne Ihn mehr leben,
man sucht und find’t Ihn allerwärts.
Man hat und fühlt den Menschenfreund,
wo man's bedarf und um Ihn weint.
O wüssten das doch alle Leute,
die Er mit Seinem Blut erkauft,
wie schad es ist, dass nicht noch heute
Ihm alles in die Arme läuft,
und wie so gut es jedermann
bei Dir, mein Heiland, haben kann!
Bethlehem und Golgatha
Er ist in Bethlehem geboren,Autor: Friedrich RückertKategorie: christliche Gedichte
der uns das Leben hat gebracht,
und Golgatha hat er erkoren,
durchs Kreuz zu brechen Todes Macht.
Ich fuhr vom abendlichen Strande
hinaus, hin durch die Morgenlande;
und Größeres ich nirgends sah,
als Bethlehem und Golgatha.
Wie sind die sieben Wunderwerke
der alten Welt dahingerafft,
wie ist der Trotz der ird'schen Stärke
erlegen vor der Himmelskraft!
Ich sah sie, wo ich mochte wallen,
in ihre Trümmer hingefallen,
und steh'n in stiller Gloria
nur Bethlehem und Golgatha.
O Herz, was hilft es, dass du kniest
an seiner Wieg' im fremden Land!
Was hilft es, dass du staunend siehst
das Grab aus dem er längst erstand!
Dass er in dir geboren werde
und dass du sterbest dieser Erde
und lebest ihm, nur dieses ja
ist Bethlehem und Golgatha.
Das Gemälde
Gute Arbeit fasziniert den Betrachter.Autor: Ingolf BraunKategorie: christliche Gedichte
Kenneraugen ruhen auf dem Gemälde.
Aufmerksamkeit studiert die Gesichter.
Menschen mit feinen Charakterzügen
lassen ausdrucksstarke Linien erkennen.
Wahrer Künstlerblick findet Vergnügen.
Vielfältigkeit an Farben und Strukturen
geben dem Bilde eine einzigartige Eleganz.
Die Szenerie kann sich selbst erklären.
Maler mit guten Beobachtungsgaben
bringen ihre geübte Sicht auf die Leinwand.
Eindrücke erzählen von Ruhe und Aufgaben.
Gott, der Herr, “malt” in unserem Leben
ein ganz individuelles Bild hinein,
mit ansteckender Freude in vielen Farben.
Wer diese göttliche Signatur erkennt,
will den Künstler des Lebens würdigen
mit neuer Sicht, die tief im Herzen beginnt.
Noch sehen wir ein fragmentiertes Porträt,
welches sich erst im Himmel vollenden wird:
Was Gottes Liebe gezeichnet hat, ist Wahrheit!
Hoffnungsvoll bleibt der Blick gerichtet
auf Gottes Offenbarung für Seine Kinder.
Ein herrliches Kunstwerk ihnen begegnet!
1.Kor.2,9; 15,49 / Ingolf Braun
Das Herz des Menschen
O liebster Herr, ich weiß es wohl,Autor: Johannes Evangelista GoßnerKategorie: christliche Gedichte
dass ich Dein Tempel werden soll;
so komm denn meinem Herzen nah,
bereit es selbst und wohne da!
Nichts heiligt mich, nichts hilft mir sonst,
nicht eigne Kraft, nicht Menschenkunst;
komm Du ins Herz und schließ es zu,
so find ich in Dir Gnad und Ruh.
Lass sonst doch nichts in meiner Seel
als Deine Liebe wohnen;
die Liebe ist's, die ich erwähl
vor Schätzen und vor Kronen.
Stoß alles aus, nimm alles hin,
was mich und Dich will trennen!
Lass nur mein Herz und meinen Sinn
in Deiner Liebe brennen!
O Du mein Trost, mein Licht, mein Heil,
mein höchstes Gut und Leben,
ach sei und bleibe Du mein Teil,
ich will mich Dir ergeben!
Denn außer Dir ist lauter Pein,
nur Du, nur Du kannst mich erfreun!
Das Testament
Kluge Menschen bauen vor;Autor: Ingolf BraunKategorie: christliche Gedichte
keiner schießt sich gern ein Eigentor.
Rechtzeitig ein Testament zu schreiben,
hilft, spätere Disharmonien zu vermeiden.
Man nennt es letztwillige Verfügung
einer formalen Absichtserklärung.
Der Erblasser verfügt über sein Vermögen,
um für seine Hinterbliebenen vorzusorgen.
Derjenige zeugt von Verantwortlichkeit
mit weit vorausdenkender Klarheit.
Ein Testament tritt mit dem Tode in Kraft
und entfaltet den letzten Willen ehrenhaft.
Gott offenbart der Welt Sein Testament,
dass IHM für alle auf dem Herzen brennt.
Christi Tod & Auferstehung machte freie Bahn;
seitdem bietet Gott uns SEINE Versöhnung an!
Alle, die dieses Testament dankbar annehmen,
werden Gottes Herrlichkeitserbe gewinnen.
Wer im Glauben an Christus entschläft,
dessen Existenz hat ewige Zukunft!
Jesus sagt:
“Mein Vater will, dass alle, die den Sohn sehen* und sich auf IHN verlassen,
ewig leben. Ich werde sie am letzten Tag vom Tod auferwecken.”
*Lebendiger Glaube; Joh.6,40; Hebr.9,17
Der Baum der Liebe
Ich ging nochmal in das Paradies zurück,Autor: EEEKategorie: christliche Gedichte
um ihn zu suchen, den ganz andern Baum.
Die Früchte der Erkenntnis brachten uns kein Glück;
sie sind in Wahrheit nur ein böser Traum.
Ich fand dort den Baum des ew´gen Lebens,
und seine Früchte luden mich zum Essen ein.
Doch all ihr Locken blieb ganz vergebens,
denn ewig leben ohne Liebe muß die Hölle sein.
Ich suchte weiter von dem Wunsch getrieben,
daß der Baum der Liebe doch noch zu finden sei.
Weil ich ihn fand, kann ich jetzt Menschen lieben,
und ihr Leiden ist mir nicht mehr einerlei.
Der Baum der Liebe ist der Gott des Lebens;
weil ich ihn schon fand, kann ich sicher sein:
wer ehrlich sucht, der sucht ihn nicht vergebens;
der Gott der Liebe lädt alle zu liebevollem Leben ein.
Du lieber, heilger, frommer Christ
Du lieber, heil'ger, frommer Christ,Autor: Ernst Moritz ArndtKategorie: christliche Gedichte
der für uns Kinder kommen ist,
damit wir sollen weiß und rein
und rechte Kinder Gottes sein.
Du Licht, vom lieben Gott gesandt
in unser dunkles Erdenland,
Du Himmelslicht und Himmelsschein
damit wir sollen himmlisch sein.
Du lieber, heil'ger, frommer, Christ,
weil heute Dein Geburtstag ist,
drum ist auf Erden weit und breit
bei allen Kindern frohe Zeit.
O segne mich, ich bin noch klein,
o mache mir das Herze rein,
o bade mir die Seele hell
in Deinem reinen Himmelsquell!
Dass ich wie Engel Gottes sei,
in Demut und in Liebe treu,
dass ich Dein bleibe für und für,
Du heil'ger Christ, das schenke mir!
Ein guter Mensch
Du bist ein guter Mensch,Autor: Andreas SchummKategorie: christliche Gedichte
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wo dich das Leid anblickt.
Mehr kannst Du doch nicht tun,
Du bist ja nicht verrückt.
Du bist ein guter Mensch,
hast es geteilt und weitergeschickt.
Du bist ein guter Mensch,
hast gleich Dein Portemonnaie gezückt,
in der Einkaufsstraße,
wo Dich das Leid anblickt.
Mehr kannst Du doch nicht tun,
Du bist ja nicht verrückt.
Du bist ein guter Mensch,
hast gezahlt und Dich nicht verdrückt.
Du bist ein guter Mensch,
hast Dich ganz tief gebückt
vor'm Altar wo Dich das Leid anblickt,
Mehr kannst du doch nicht tun,
du bist ja nicht verrückt,
Du bist ein guter Mensch,
Jesus weiß es, er hat Dir ins Herz geblickt.
Andreas Schumm 2014
Ein Licht, das leuchten will
Ein Licht, das leuchten will, muss sich verzehren;Autor: Hedwig von RedernKategorie: christliche Gedichte
Trost, Licht und Wärme spendend, stirbt es still.
Ein Licht, das leuchten will, kann nichts begehren,
als dort zu stehen, wo's der Meister will.
Ein Licht, das leuchten will, dem muss genügen,
dass man das Licht nicht achtet, nur den Schein.
Ein Licht, das leuchten will, muss sich drein fügen,
für andre Kraft und für sich nichts zu sein.
Ein Licht, das leuchten will, darf auch nicht fragen,
ob's vielen leuchtet oder einem nur.
Ein Licht, das leuchten will, muss Strahlen tragen,
wo man es braucht, da lässt es seine Spur.
Ein Licht, das leuchten will in Meisters Händen,
es ist ja nichts, als nur ein Widerschein;
des ew'gen Lichtes Glanz darf es uns spenden,
ein Licht, das leuchten will für Gott allein.
Fastenzeit
Demütig sein,Autor: Luitgard Kasper-MerbachKategorie: christliche Gedichte
die Grenzen spüren,
die in mir ecken
und das Gefäß füllen
mit überströmendem Vertrauen.
Demütig sein,
nicht Ich stehe
im Mittelpunkt
meiner Gedanken.
Mich verneigen
vor der Größe
des Tages.
Demütig sein,
alles ausleeren,
zum Gerippe werden,
bloß und frierend.
Demütig sein,
die Wunden spüren,
sie verbinden
mit der Freude
am Leben.
Demütig sein.
Anderen die
Hand hinhalten,
Kraft leben.
Demütig sein,
Wege gehen
vom Tod
zum Leben.
Gedanken zwischen Karfreitag und Ostermorgen
Karfreitag - Beginn Ausbruch aus dem InfernOAutor: Stefan NeubertKategorie: christliche Gedichte
Alles geriet ins Ungleichgewicht, fiel ins ChaoS
Ruinen zerfallner Träume ohne den einen GotT
Fallend aus den Gärten dem Himmel so fernE
Richtungslose Gedanken ohne einen WeghzeigeR
Einheit zerbrochen, einsam, ohne LebensodeM
In schweren Zeiten verlassen, Julia ohne RomeO
Tag und Nacht verschwommen, Welt so finsteR
Am Anfang war das Wort - jetzt Welt unfertiG?
Ganz und hell erscheint am Horizont die SonnE
und bringt neue Ordnung am OstermorgeN.
Gib Frieden, Herr, gib Frieden
Gib Frieden, Herr, gib Frieden,Autor: Ernst Moritz ArndtKategorie: christliche Gedichte
du milder Liebeshort!
Einst bist du abgeschieden
mit süßem Freudenwort:
Ich geb´ euch meinen Frieden,
wie ihn die Welt nicht gibt,
verheißen und beschieden
dem, der da glaubt und liebt.
Gib Frieden, Herr, gib Frieden!
Die Welt will Streit und Krieg,
der Stille wird gemieden,
der Wilde hat den Sieg;
viel Unruh herrscht auf Erden
und Lug und Trug und List.
Ach laß es stille werden,
du stiller Jesus Christ!
Gib Frieden, Herr, gib Frieden,
du milder Liebeshort!
Dann wird es schon hienieden
ein Paradiesort,
und Sorgen fliehn und Schmerzen
aus jeder schweren Brust;
in Freuden glühn die Herzen,
in Lieb und Himmelslust.
Ich bin mit meinem Gott versühnt
Ich bin mit meinem Gott versühnt,Autor: Gustav KnakKategorie: christliche Gedichte
Er ist mein Abba nun.
Und ich, der nichts als Zorn verdient,
darf in Ihm selig ruh´n!
Des freu´ ich mich zu aller Stund´,
o süßer, heil´ger Christ!
Und danke Dir mit Herz und Mund,
daß Du mein Jesus bist.
Ich will Dich loben spät und früh
mit unverdross´nem Mut
für Deine bitt´re Todesmüh´
und für Dein teures Blut!
Für Dich nur schlagen soll mein Herz,
Dir opfr´ ich Leib und Seel´.
Ich hang´ an Dir in Freud´ und Schmerz,
o mein Immanuel!
Dir leb´ und sterb´ ich , Herr, allein!
Du bist und bleibst mein Hort.
"Mein Freund ist mein, und ich bin sein"
O süßes Losungswort!
Ich bitte weder um Krankheit...
Ich bitte weder um KrankheitAutor: Blaise PascalKategorie: christliche Gedichte
noch um Gesundheit,
weder um Leben noch um Tod,
sondern darum,
dass Du über mein Leben
und meinen Tod verfügst,
zu Deiner Ehre und zu meinem Heil.
Du allein weißt, was mir dienlich ist.
Du bist der Herr, tue, was du willst.
Gib mir, nimm mir!
HERR, ich weiß, dass ich nur eines weiß,
es ist mir gut, Dir zu folgen,
und es ist mir schädlich,
Dich zu beleidigen.
Ich weiß nicht, was mir nützlicher ist,
Gesundheit oder Krankheit,
Reichtum oder Armut, Leben oder Tod.
Und ebenso ist es bei allen Dingen der Welt.
Diese Entscheidung übersteigt die Kraft
der Menschen und der Engel.
Was mir nützlich oder schädlich ist,
bleibt mir verborgen.
Es ist Dein Geheimnis.
Ich will es nicht ergründen,
ich will nur anbeten.
Ich hab mich Gott ergeben
Ich hab mich Gott ergeben,Autor: Johann Siegfried HufnagelKategorie: christliche Gedichte
dem liebsten Vater mein;
hier ist kein Immerleben,
es muß geschieden sein.
Der Tod kann mir nicht schaden,
er ist nur mein Gewinn,
in Gottes Fried und Gnaden
fahr ich mit Freud dahin.
Mein Weg geht jetzt vorüber;
o Welt, was acht ich dein?
Der Himmel ist mir lieber,
da muß ich trachten ein,
mich nicht zu sehr beladen,
weil ich wegfertig bin,
in Gottes Fried und Gnaden
fahr ich mit Freud dahin.
Ach selge Freud und Wonne
hat mir der Herr bereit,
da Christus ist die Sonne,
Leben und Seligkeit.
Was kann mir doch nun schaden,
weil ich bei Christo bin?
In Gottes Fried und Gnaden
fahr ich mit Freud dahin.
Gesegn euch Gott, ihr Meinen,
ihr Liebsten allzumal!
Um mich sollt ihr nicht weinen,
ich weiß von keiner Qual.
Den rechten Port noch heute
nehmt fleißig ja in acht,
in Gottes Fried und Freude
fahrt mir bald alle nach.
Ich saß auf einem Steine
Ich saß auf einem SteineAutor: Walther von der VogelweideKategorie: christliche Gedichte
Und deckte Bein mit Beine,
Drauf setzte ich den Ellenbogen
Und hatt in meine Hand gezogen
Mein Kinn und eine Wange.
Da dacht' ich sorglich lange,
Weshalb man auf der Welt sollt' leben.
Ich konnte mir nicht Antwort geben,
Wie man drei Ding erwürbe.
Daß kein davon verdürbe,
Die zwei sind Ehr und irdisch Gut,
Das oft einander schaden tut,
Das dritt ist Gottgefallen,
Das wichtigste von allen.
Ich suche jemanden ...
Ich suche jemanden, der wirklich versteht,Autor: EEEKategorie: christliche Gedichte
worum es im Christentum eigentlich geht.
Denn Jesus hatte keine Religion gegründet,
sondern mit Vollmacht Gottes Reich verkündet.
Er lehrte, dass wir Heil und ewiges Leben finden,
wenn wir die Welt und das Böse überwinden.
Wo sind sie nun, die auf Jesu Wort vertrauen
und Gottes Reich mit Wort und Taten bauen.
Wo ist das Gottesvolk, das Gott verehrt,
und ohne Furcht vor Widerspruch der Welt erklärt:
Nicht Geld, sondern Liebe kann zu guten Werken treiben.
Nicht Macht, sondern Wahrheit wird am Ende Sieger bleiben.
Nicht Gewalt, nicht große Heere, und nicht moderne Waffen,
Nur Gerechtigkeit kann auf Erden bleibend Frieden schaffen.
Wo sind sie, die nicht nur glauben, sondern auch verstehen:
wegen Ungerechtigkeit wird diese Welt zugrunde gehen.
Wenn Gottes Heiliger Geist tatsächlich in Dir wirksam ist,
dann zeige doch der Welt wozu Du von Gott befähigt bist.
Nur Heuchler schmücken sich mit frommen Schein,
doch die werden am letzten Ende die Verlierer sein.
An der Liebe sollt ihr sie erkennen, hatte Jesus gesagt,
und schon damals die fromme Heuchelei beklagt.
Um Gottes Reich und Gerechtigkeit muss es euch gehen;
dann wird die Welt euren Glauben an euren Taten sehen.
Jesu Worte, so sagte er, sind Geist und sind Leben,
und davon will er allen Menschen geben.
so dass sie sich in seinem Geist verbünden,
und als Vorbild für die Welt Gottes Reich verkünden.
Wer nach Heil sich sehnt, nach Frieden und Gerechtigkeit,
der kann das schon jetzt erleben, schon in dieser Zeit.
Wer das nicht will, wird als Gottes Feind gerichtet,
und am Ende mit der Welt vernichtet.
Ich trau auf Dich
Ich trau auf Dich, o laß mich nicht verzagen,Autor: Katja SawadskiKategorie: christliche Gedichte
Herr, eile, steh mir bei!
Dir will ich's im Gebet jetzt noch mal sagen:
O Gott, mir gnädig sei!
Bekannt hab ich vor vielen und ganz offen:
Dein Wille nur, o Herr!
Allein auf Deinen Beistand ich jetzt hoffe,
ich selbst bin ohne Wehr.
Nichts kann ich tun, um selbst mein Schicksal lenken,
das kannst alleine Du.
Zu Dir mein heißes Fleh'n: Erhörung schenke,
und meinem Herz - die Ruh'!
Du hast gesagt: in Stillsein und Vertrauen
ist eure Seelenkraft.
O gib, Herr, dass ich bald die Hilfe schaue,
die mir den Ausweg schafft!
Dass demütig und still darauf ich warte,
bis endlich Deine Zeit,
für mich ist da, und nicht umsonst ich harrte,
mein Gott, auf Dein Geleit.
Ich wollt, daß ich daheime wär
Ich wollt, dass ich daheime wärAutor: Heinrich von LaufenbergKategorie: christliche Gedichte
und aller Welte Trost entbehr.
Ich mein, daheim im Himmelreich,
da ich Gott schaue ewiglich.
Wohlauf, mein Seel, und richt dich dar,
dort wartet dein der Engel Schar.
Denn alle Welt ist dir zu klein,
du kommest denn erst wieder heim.
Daheim ist Leben ohne Tod
und ganze Freude ohne Not.
Da sind doch tausend Jahr wie heut
und nichts, was dich verdrießt und reut.
Wohlauf, mein Herz und all mein Mut,
und such das Gut ob allem Gut!
Was das nicht ist, das schätz gar klein
und sehn dich allzeit wieder heim.
Du hast doch hier kein Bleiben nicht,
ob´s morgen oder heut geschieht.
Da es denn anders nicht mag sein,
so flieh der Welte falschen Schein.
Bereu dein Sünd und bessre dich,
als wolltst du morgn gen Himmelreich.
Ade, Welt, Gott gesegne dich!
Ich fahr dahin gen Himmelreich.
Koma
Draußen vor der Tür, der Nebel, auf das Gemüt drückt.Autor: Volker WiechmannKategorie: christliche Gedichte
Im Krankenhaus, hier, von der Umwelt weit entrückt.
Mit vielen Hilfsmitteln bestückt.
Ruhe gefunden, bei Dir, bin beglückt.
Der Nebel wich der Dunkelheit.
Zum Sterben entfernt, eine Kleinigkeit.
Alles im Leben abgeschlossen, bin bereit.
Gottes Veto, es ist noch nicht Zeit.
Steige herab in einen tiefen Schlund.
Wie in Meister Eckarts "Urgrund"
Regeneriere mich seit dieser Stund.
In Raum und Zeit nimmt die Heilung ihren Lauf.
Von guten Mächten umgeben, wo ich verschnauf.
Vom "Urgrund", die Stiege, wieder hinauf.
Mit Gottes Segen, ich wach auf.
Mit Gottes Augen sehen
Wenn Vögel pfeifen oder singenAutor: Marcel StrömerKategorie: christliche Gedichte
mit Herzgesang uns Lieder bringen
als ob der Götter`s Lüfte Schimmer
sanftmütig öffnet Freudenzimmer
dann fliegen hoch durch Sonnenbogen
glückselig himmelwärts gezogen
gleichsam Engelsheer zum Schöpfer spricht
verrückt nach Sinfonie von Luft und Licht
Millionen Schnäbel so verehren
ach wenn wir Menschen Vögel wären
dann könnte uns die Welt verstehen
und uns mit Gottes Augen sehen
Mitten wir im Leben sind
Mitten wir im Leben sindAutor: Martin LutherKategorie: christliche Gedichte
mit dem Tod umfangen.
Wer ist, der uns Hilfe bringt,
dass wir Gnad erlangen?
Das bist du, Herr, alleine.
Uns reuet unsre Missetat,
die dich, Herr, erzürnet hat.
Heiliger Herre Gott,
heiliger starker Gott,
heiliger barmherziger Heiland,
du ewiger Gott:
Lass uns nicht versinken
in des bittern Todes Not.
Kyrieleison.
Mitten in dem Tod anficht
uns der Hölle Rachen.
Wer will uns aus solcher Not
frei und ledig machen?
Das tust du, Herr alleine.
Es jammert dein Barmherzigkeit
unsre Klag und großes Leid.
Heiliger Herre Gott,
heiliger starker Gott,
heiliger barmherziger Heiland,
du ewiger Gott:
Lass uns nicht verzagen
vor der tiefen Hölle Glut.
Kyrieleison.
Mitten in der Hölle Angst
unsre Sünd´ uns treiben.
Wo solln wir denn fliehen hin,
da wir mögen bleiben?
Zu dir, Herr Christ, alleine.
Vergossen ist dein teures Blut,
das g´nug für die Sünde tut.
Heiliger Herre Gott,
heiliger starker Gott,
heiliger barmherziger Heiland,
du ewiger Gott:
Lass uns nicht entfallen
von des rechten Glaubens Trost.
Kyrieleison.
Müde bin ich, geh' zur Ruh
Müde bin ich, geh' zur Ruh',Autor: Luise HenselKategorie: christliche Gedichte
schließe beide Äuglein zu.
Vater, laß die Augen dein
über meinem Bette sein.
Hab ich Unrecht heut getan,
sieh' es, lieber Gott, nicht an!
Deine Gnad' und Jesu Blut
machen allen Schaden gut.
Alle, die mir sind verwandt,
Gott, laß ruhn in deiner Hand.
Alle Menschen groß und klein,
sollen dir befohlen sein.
Kranken Herzen sende Ruh,
nasse Augen schließe zu,
laß den Mond am Himmel steh'n
und die stille Welt beseh'n.
Nicht Zeit hast du zum Beten
Nicht Zeit hast du zum Beten,Autor: Adelbert NatorpKategorie: christliche Gedichte
zu lesen Gottes Wort?
Nicht Zeit, um zu betreten
der Kirche heil'gen Ort?
Nicht Zeit, dich zu versenken
in den, der dich versühnt,
und ernstlich zu bedenken,
was dir zum Frieden dient?
Du hast nicht Zeit? — mußt rennen
zur Arbeit viel und schwer?
Nicht Zeit? — Die Sorgen gönnen
dir keine Andacht mehr?
Nicht Zeit? — denn kein Verweilen
gönnt dir des Lebens Freud:
Wer sie begehrt, muß eilen,
eh sie dem Tod geweiht!
Doch wie, mein Freund, gestattet
dir selbst der Tod auch Zeit,
wenn nun dein Abend schattet
und Gott dir Halt gebeut?
Ich furcht: im Angesichte
der großen Ewigkeit
und nahe dem Gerichte
heißt's auch einmal: „Nicht Zeit!"
Nicht Zeit, dich zu ergötzen
am letzten Tageslicht!
Nicht Zeit mehr zu ersetzen
die schwerversäumte Pflicht.
Nicht Zeit einmal zum Weinen,
zur Buße, zum Gebet!
Nicht Zeit, — du mußt erscheinen
vor Gottes Majestät!
Nur um die kleinste Weile
flehst du vielleicht alsdann;
doch nein, der Tod hat Eile
und ist ein harter Mann.
„Nicht Zeit!" — schon wird's im Morgen
so morgenlicht und hell;
er muß dich rasch besorgen,
die Toten reiten schnell!
Drum, Lieber, weil noch währet
die kurze Gnadenfrist,
sei aller Eil gewehret,
die dir ein Unheil ist!
Steh still um Gottes willen,
denk an die Ewigkeit!
Wer wird dein Herz sonst stillen,
wenn's heißen wird: „Nicht Zeit!"?
O Gotteslamm, o Jesu, mein Erlöser
O Gotteslamm, o Jesu, mein Erlöser,Autor: Johannes Evangelista GoßnerKategorie: christliche Gedichte
die Sünd ist groß, doch Deine Gnade größer!
Ich will mich gern in Staub und Asche schmiegen,
nur lass mich nicht in meinen Sünden liegen.
Ach töte ganz die Sündenlust in mir -
Dein Liebesblick zieh Herz und Sinn zu Dir!
Ach halte mich, sonst werd ich immer fallen,
lass mich doch Dir gefällig sein in allem!
Regiere Du im Herzen nur allein,
lass ewiglich da keine Sünd hinein!
Osterjubel
Jetzt ist der Himmel aufgetan,Autor: Angelus SilesiusKategorie: christliche Gedichte
jetzt hat er wahres Licht!
Jetzt schauet Gott uns wieder an
mit gnädigem Gesicht.
Jetzt scheinet die Sonne
der ewigen Wonne!
Jetzt lachen die Felder,
jetzt jauchzen die Wälder,
jetzt ist man voller Fröhlichkeit.
Jetzt ist die Welt voll Herrlichkeit
und voller Ruhm und Preis.
Jetzt ist die wahre, goldne Zeit
wie einst im Paradeis.
Drum lasset uns singen
mit Jauchzen und Klingen,
frohlocken und freuen;
Gott in der Höh sei Lob und Ehr.
Jesus, du Heiland aller Welt,
dir dank ich Tag und Nacht,
daß du dich hast zu uns gesellt
und diesen Jubel bracht.
Du hast uns befreiet,
die Erde erneuet,
den Himmel gesenket,
dich selbst uns geschenket,
dir, Jesus, sei Ehre und Preis.
Segenswunsch
Heile mein Herz!Autor: Stefan KrausKategorie: christliche Gedichte
Wohl fühlt` ich damals einen Schmerz,
Er senkte sich tief in die Brust
Zu ersticken meine Lebenslust.
Durch Gebet an diesen Tagen
Überwund`ich schmerzlich Stunde,
War wie Balsam für die Wunde;
Hatte mir das Heil gebracht,
Göttlich Antwort ward erwacht.
Mein beten hat erhört,
Freud`und Frieden jetzt beschert;
Du höchstes Wesen - voll der Gnade
Himmlisch ist dein Tun oh` Herr!
Neben Pfaden werd` ich bauen
Einkehr nur um dich zu schauen.
Lass mich weiter Glück erfahren
Bote reiner Göttlichkeit;
Kenner um das Leid und Qualen
Ich mit dir in Ewigkeit.
So geh nun hin
So geh nun hin und halt dich wohl,Autor: Angelus SilesiusKategorie: christliche Gedichte
daß dir der Streit gelinge,
tu, was ein tapfrer Kämpfer soll,
und dann sei guter Dinge.
Glaub, hoff und lieb und schrei zu Gott,
daß du wirst aufgenommen,
auf daß wir mögen durch den Tod
zu Gott in Himmel kommen.
Stirb und Werde
Autor: Peter BobischKategorie: christliche Gedichte
Erst wenn wir uns entleeren
bis auf den letzten Grund,
wenn nichts mehr wir begehren
als laut mit Herz und Mund
das Halleluja singen
ihm, der das Leben schuf
und ihm den Lobpreis bringen,
dann hören wir den Ruf
der neu verheißnen Erde,
die ewig wird bestehn,
die Tore stehen offen,
doch nur das Stirb und Werde
das Werden durch Vergehn
das einzig lässt uns hoffen.
Trost
Wenn alles eben käme,Autor: Friedrich de la Motte FouquéKategorie: christliche Gedichte
wie du gewollt es hast,
und Gott dir gar nichts nähme
und gäb dir keine Last,
wie wär's da um dein Sterben,
du Menschenkind bestellt?
Du müsstest fast verderben,
so lieb wär dir die Welt!
Nun fällt, eins nach dem andern,
manch süßes Band dir ab,
und heiter kannst du wandern
gen Himmel durch das Grab,
dein Zagen ist gebrochen,
und deine Seele hofft;
dies ward schon oft gesprochen,
doch spricht man's nie zu oft.
Über die Liebe Gottes
Gut ist deine Liebe, Herr, für Seele, Geist und Herz. Sie vertreibt den Frust der Welt und auch den Seelenschmerz.Autor: Werner LederKategorie: christliche Gedichte
Liebe, brachte dich ans Kreuz, dass alle Welt es sah. Liebe bindet mich an dich und bringt mich dir ganz nah.
Liebe, ist der Lebensstrom, der alle Welten hält. Da das Leben hier wie dort mit ihr steht und fällt.
Deine Liebe läutert mich und macht mein Herz ganz rein. So kann ich erst in der Zeit, dann ewig bei dir sein.
Hab und Gut in dieser Welt, lohnt sich für mich nicht mehr. Daher ist mein schönster Platz an deinem Herzen, Herr.
Mit dir Herr, ganz verbunden durch deine Liebe süß. Das ist für mich höchstes Glück, ganz wie im Paradies.
Wie schön muss es im Himmel sein, von dem schon Paulus spricht. Als er im dritten war, bei dir, und sah dein Angesicht. (2. Korinther 12. 2).
Ich weiß es nicht, kann’s nur erahn, wie schön es bei dir ist. Weil du, Herr Jesus, ja in mir und dort der Himmel bist.
Drum halt du mich auf Erden schon an dir und deinem Wort. Damit ich nach dem Tode dann bin auch an diesem Ort.
Wo alle die, die du geliebt und dich liebten zurück, mit dir leben im Paradies, im höchsten Himmelsglück.
Dort bin ich ewig dann bei dir. Nie sterben wird mein Geist. Und jeden werd’ ich wieder sehn, der Gottes Kind wohl heißt.
Drum zieh mich fest, mein Herr und Gott, zu dir ins Paradies und schenk, dass ich auf Erden schon, den Vorgeschmack genieß.
Wenn Gott zu dir spricht
Wenn Gott zu dir spricht...Autor: Katja SawadskiKategorie: christliche Gedichte
Es gibt hier im Leben so manch einen Tag,
da fragst du dich: was wohl dein Herr darauf sagt?
Was ist Gottes Wille? Wie hat Er's gemeint?
Sagt Er zu Dir "Ja" oder ist es ein "Nein" ?
In einigen Fragen – da ist es nicht schwer,
o, lese die Bibel nur aufmerksam sehr,
und du wirst erfahren, was Gott will von Dir,
die Lösung von damals, sie gilt wohl auch hier.
Doch ist es im Leben nicht immer so leicht,
sein Wort zu verstehen im Seelenbereich...
Wie spricht Gott zu uns, wenn Er uns etwas sagt?
Im Traum? Oder offen? Ganz leise? Mit Macht?
Nur einmal stand klar Gottes Wort an der Wand,
geschrieben von einer unsichtbaren Hand...
Doch öfter spricht Gott zu uns leise und zart,
wohl dem, wessen Herz ist dafür nicht zu hart!
Erinnerst du dich noch, wie Er dich gemahnt,
tun etwas, vom Mensch unvernünftig genannt?
Du tatest es nicht, denn du sahst keinen Grund...
Der Sinn ging dir auf erst zur späteren Stund...
Dann war es vorbei, und für dich war's zu spät,
doch du hast erkannt, dass es Gott hat gered't...
Und du nahmst dir vor: ich will aufmerksam sehr
Stets hören, was sagen mir will Gott, mein Herr!
Gott spricht zu Dir, Seele, im Heiligen Wort –
o, suche nur stets mit Verlangen Ihn dort!
Auch durch dein Gewissen kann melden Er sich,
wenn du auf Ihn hörst, lässt Er dich nie im Stich!
Durch Glaubensgeschwister Gott reden auch kann,
die treu mit dir gehen den Weg himmelan...
Ein Lied, ein Gedicht kann die Antwort sein dir...
Ach, Gott hat unendlich viel Arten dafür!
Refrain:
O höre nur, Seele, o kehre dein Herz,
zu Gott - Er kann trösten und stillen den Schmerz,
zu Gott, der dir Freude hier schenkt und die Ruh',
o sage: "Ich höre, Herr, spreche nur DU!"
Wenn Gott zu dir spricht...
( 2 Version – als Gedicht zum vortragen)
Es gibt hier im Leben so manch einen Tag,
da fragst du dich: was wohl dein Herr darauf sagt?
Was ist Gottes Wille? Wie hat Er's gemeint?
Sagt Er zu Dir "Ja" oder ist es ein "Nein" ?
In einigen Fragen – da ist es nicht schwer,
o, lese die Bibel nur aufmerksam sehr,
und du wirst erfahren, was Gott will von Dir,
die Lösung von damals, sie gilt wohl auch hier.
Doch ist es im Leben nicht immer so leicht,
sein Wort zu verstehen im Seelenbereich...
Wie spricht Gott zu uns, wenn Er uns etwas sagt?
Im Traum? Oder offen? Ganz leise? Mit Macht?
Nur einmal stand klar Gottes Wort an der Wand,
geschrieben von einer unsichtbaren Hand...
Doch öfter spricht Gott zu uns leise und zart,
wohl dem, wessen Herz ist dafür nicht zu hart!
Erinnerst du dich noch, wie Er dich gemahnt,
tun etwas, vom Mensch unvernünftig genannt?
Du tatest es nicht, denn du sahst keinen Grund...
Der Sinn ging dir auf erst zur späteren Stund...
Dann war es vorbei, und für dich war's zu spät,
doch du hast erkannt, dass es Gott hat gered't...
Und du nahmst dir vor: ich will aufmerksam sehr
Stets hören, was sagen mir will Gott, mein Herr!
Gott spricht zu Dir, Seele, im Heiligen Wort –
o, suche nur stets mit Verlangen Ihn dort!
Auch durch dein Gewissen kann melden Er sich,
wenn du auf Ihn hörst, läßt Er dich nie im Stich!
Durch Glaubensgeschwister Gott reden auch kann,
die treu mit dir gehen den Weg himmelan...
Ein Lied, ein Gedicht kann die Antwort sein dir...
Ach, Gott hat unendlich viel Arten dafür!
O höre nur, Seele, o kehre dein Herz,
zu Gott - Er kann trösten und stillen den Schmerz,
zu Gott, der dir Freude hier schenkt und die Ruh',
o sage: "Ich höre, Herr, spreche nur DU!"
Und wenn du vernommen, was Gott hat gesagt,
dann tu, was Er will, wie ein Kind es nur macht!
Er gibt dir die Kraft, seinen Willen zu tun,
und dann in Geborgenheit in Ihm zu ruh'n!
Zu Dir, Du Quell des Lebens
Zu Dir, Du Quell des Lebens,Autor: Johannes Evangelista GoßnerKategorie: christliche Gedichte
Herr Jesu, ruft mein Herz,
dem ich noch nie vergebens
geklaget meinen Schmerz.
Du Tilger meiner Sünden,
ich weiß in Not und Tod
sonst keinen Trost zu finden
als nur bei Dir, mein Gott!
In meinem großen Zagen
soll, Jesu, Deine Pein,
die Du für mich getragen,
mein größtes Labsal sein;
Dein Blut soll mich erquicken,
das Du vergossen hast;
nach Dir nur will ich blicken,
bis Herz und Mund erblasst.
So soll mein Los stets bleiben,
zu folgen, Jesu, Dir,
die Sorg mich immer treiben,
Dir zu gefallen hier.
Ich warte mit Verlangen,
bis ich bei Dir darf sein,
Dich ewig zu umfangen,
mich ewig Dein zu freun.
Glaube und Lyrik: Eine lange Verbindung
Die Verbindung zwischen christlichem Glauben und Dichtkunst reicht weit zurück. Schon die Psalmen des Alten Testaments sind im Grunde lyrische Texte, die Klage, Lob, Dankbarkeit und Vertrauen in poetischer Form ausdrücken. Über Jahrhunderte hinweg haben Dichter in ganz Europa religiöse Erfahrungen in Verse gefasst und damit etwas geschaffen, das weit über bloße Frömmigkeit hinausgeht.
Im Mittelalter entstanden Hymnen und Kirchenlieder, die heute noch gesungen werden. Die Mystik des 13. und 14. Jahrhunderts brachte Texte hervor, die von einer tiefen inneren Gotteserfahrung zeugen. Meister Eckhart und Hildegard von Bingen sind nur zwei Namen aus einer langen Reihe von Menschen, die Glauben und Sprache auf eindrucksvolle Weise miteinander verbanden. Auch die Reformation hatte ihren Einfluss auf die religiöse Dichtung: Martin Luthers Kirchenlieder, darunter das berühmte "Ein feste Burg ist unser Gott", waren zugleich theologische Aussagen und lyrische Werke.
Diese lange Tradition setzt sich bis in die Gegenwart fort. Christliche Lyrik wird heute von Menschen aller Altersgruppen gelesen, geschrieben und weitergegeben. Sie hat ihren Platz in Gottesdiensten, auf Geburtstagskarten, in Trauerfeiern und in stillen Momenten der persönlichen Besinnung.
Christliche Gedichte für besondere Anlässe
Es gibt viele Situationen im Leben, in denen ein christliches Gedicht genau das Richtige ist. Manchmal sucht man einen Text für einen feierlichen Moment, manchmal für eine Karte, manchmal schlicht für sich selbst. Die folgende Übersicht zeigt, bei welchen Gelegenheiten solche Verse besonders gut passen.
- Taufe: Die Taufe ist für viele Christen der Beginn eines neuen Lebensweges im Glauben. Ein Gedicht, das diesen Moment begleitet, kann Eltern, Paten und dem Täufling selbst etwas Bleibendes mit auf den Weg geben.
- Kommunion und Konfirmation: Beide Sakramente oder Bestätigungen des Glaubens markieren einen wichtigen Übergang im Leben junger Menschen. Ein christliches Gedicht als Beigabe zu einem Geschenk oder einer Karte verleiht dem Anlass eine persönliche, geistliche Note.
- Hochzeit: Wenn zwei Menschen den Bund fürs Leben schließen und dabei ihren Glauben einbeziehen möchten, kann ein christliches Hochzeitsgedicht die Feier bereichern. Solche Texte sprechen oft von Treue, Gottvertrauen und der Kraft der Liebe.
- Weihnachten und Ostern: Die beiden bedeutendsten Feste des Kirchenjahres inspirieren seit Jahrhunderten Dichter. Gedichte zu diesen Anlässen können als Beilage zu Karten verschickt oder in der Gemeinschaft vorgelesen werden.
- Beerdigung und Gedenken: In Zeiten des Abschieds suchen viele Menschen nach Worten, die Trost spenden und den Glauben an ein Leben nach dem Tod zum Ausdruck bringen. Christliche Trauergedichte übernehmen genau diese Aufgabe.
Taufe, Kommunion und Konfirmation
Diese drei Anlässe verbindet, dass sie Meilensteine im christlichen Leben darstellen. Bei einer Taufe wird ein Mensch, ob als Kind oder als Erwachsener, in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. Ein Gedicht zu diesem Ereignis sollte Wärme und Zuversicht ausstrahlen. Es darf von Gottes Schutz sprechen, von der Hoffnung, die mit dem Glauben verbunden ist, und von der Freude der Gemeinschaft, die den Täufling willkommen heißt.
Kommunion und Konfirmation sind zwar in verschiedenen Konfessionen unterschiedlich verankert, teilen aber die Grundidee einer bewussten Hinwendung zum Glauben. Junge Menschen treffen hier, je nach Tradition, eine persönliche Entscheidung oder nehmen erstmals an der Eucharistie teil. Ein Gedicht als Begleitung zu diesem Schritt kann schlicht und klar sein oder auch etwas tiefsinniger, je nachdem, wie gut man die Person kennt und was man ihr mitgeben möchte.
Weihnachten, Ostern und andere Feiertage
Weihnachten ist für viele Menschen das Fest des Lichts, der Familie und der Besinnung. Aus christlicher Sicht steht die Geburt Jesu Christi im Mittelpunkt. Gedichte zu Weihnachten reichen von schlichten, innigen Texten über die Stille der Heiligen Nacht bis hin zu festlichen Versen, die Freude und Dankbarkeit ausdrücken. Sie eignen sich als Beilage zu Weihnachtskarten, als Lesung im Gottesdienst oder als kleines Geschenk für Menschen, denen der Glaube etwas bedeutet.
Ostern wird im christlichen Glauben als das höchste Fest überhaupt betrachtet, weil es die Auferstehung Jesu Christi feiert. Gedichte zu Ostern sind oft von Hoffnung und Erneuerung durchzogen. Sie können den Kontrast zwischen Karfreitag und Ostersonntag aufgreifen, also zwischen Leid und Auferstehung, zwischen Dunkel und Licht. Diese Spannung macht Ostergedichte zu einer besonders ausdrucksstarken lyrischen Form.
Neben Weihnachten und Ostern bieten weitere Feste des Kirchenjahres Anlass für christliche Lyrik:
- Pfingsten: Das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes wird in der Dichtung seltener aufgegriffen als Weihnachten oder Ostern, bietet aber reichhaltige Motive rund um Feuer, Wind und göttliche Inspiration.
- Advent: Die Wochen vor Weihnachten sind eine Zeit der Erwartung und inneren Einkehr. Adventsgedichte begleiten diese Stimmung und passen gut zu Adventskalendern oder kleinen Überraschungen für Freunde und Familienmitglieder.
- Erntedank: Ein oft unterschätzter Festtag, der Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens und der Schöpfung in den Vordergrund stellt. Gedichte zu Erntedank können sehr naturverbunden sein und sprechen eine breite Leserschaft an.
Christliche Gedichte bei Trauer und Beerdigung
Wenn ein Mensch stirbt, der seinen Glauben gelebt hat, suchen Angehörige häufig nach Worten, die dem Verlust standhalten und gleichzeitig Hoffnung vermitteln. Christliche Trauergedichte erfüllen genau diese Aufgabe. Sie sprechen von der Vergänglichkeit des irdischen Lebens, aber auch von der Zuversicht, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.
Besonders verbreitet sind in diesem Zusammenhang Texte, die Bilder aus der Natur verwenden: das Licht, das nicht erlischt, der Same, der in der Erde stirbt und neu aufgeht, oder der Übergang von Nacht zu Morgengrauen. Diese Bilder wurzeln tief in der christlichen Tradition und sind daher für viele Trauernde unmittelbar verständlich und tröstlich.
Bei der Auswahl eines Gedichts für eine Trauerfeier sollten Sie auf den Ton achten. Ein Text, der vor einer Gemeinschaft vorgelesen wird, sollte klar und gut verständlich sein. Lyrik, die beim ersten Hören bereits etwas berührt, ist in solchen Momenten wertvoller als ein sprachlich komplexer Text, der mehrmaliges Lesen erfordert. Kurze, eindringliche Gedichte wirken hier oft stärker als lange Abhandlungen.
Dreifaltigkeit, Gebet und Gottvertrauen in der Lyrik
Ein zentrales Thema christlicher Gedichte ist die Dreifaltigkeit, also die Vorstellung von Gott als Vater, Sohn und Heiligem Geist. Für Dichter bietet dieses theologische Konzept eine reiche Quelle an Bildern und Motiven. Die väterliche Fürsorge, die menschliche Nähe Christi und die unsichtbare, belebende Kraft des Geistes lassen sich auf sehr unterschiedliche Weisen in Verse fassen.
Auch das Gebet selbst ist ein häufiges Thema in der christlichen Lyrik. Manche Gedichte sind selbst als Gebete formuliert, andere beschreiben die Erfahrung des Betens oder die Stille, in der ein Mensch mit Gott in Verbindung tritt. Diese Texte sprechen besonders jene an, die Spiritualität nicht nur als gesellschaftliches Ritual erleben, sondern als persönliche, innerliche Praxis.
Gottvertrauen ist ein weiteres wiederkehrendes Motiv. Gerade in schwierigen Lebensphasen suchen Menschen nach Texten, die ihnen Halt geben und an die Kraft des Glaubens erinnern. Gedichte, die von Vertrauen, Führung und der Überzeugung handeln, dass man nicht allein ist, können in solchen Momenten eine erstaunliche Wirkung haben.
Bekannte Dichter christlicher Lyrik
Viele der bedeutendsten deutschen Schriftsteller haben sich im Laufe ihres Lebens mit christlichen Themen auseinandergesetzt und dabei Texte hinterlassen, die bis heute gelesen werden. Eine vollständige Liste wäre kaum möglich, aber einige Namen stechen besonders hervor.
- Friedrich Hölderlin (1770 bis 1843) schrieb Gedichte, die zwischen antiker Mythologie und christlicher Spiritualität changieren. Seine Hymnen zählen zu den sprachlich anspruchsvollsten Werken der deutschen Literatur.
- Annette von Droste-Hülshoff (1797 bis 1848) war tief im katholischen Glauben verwurzelt. Ihre Gedichte spiegeln eine intensive Auseinandersetzung mit Schuld, Gnade und dem Verhältnis des Menschen zu Gott wider.
- Rainer Maria Rilke (1875 bis 1926) schrieb mit dem "Stunden-Buch" ein Werk, das sich in lyrischer Form an Gott wendet und dabei eine ganz eigene, unorthodoxe Form von Religiosität zum Ausdruck bringt.
Ein christliches Gedicht selbst verfassen
Wer ein christliches Gedicht für einen ganz persönlichen Anlass sucht und nichts Passendes findet, kann es auch selbst schreiben. Das klingt zunächst nach einer großen Aufgabe, ist aber leichter als man denkt, wenn man sich von einigen einfachen Überlegungen leiten lässt.
Beginnen Sie damit, sich zu fragen, was Sie ausdrücken möchten. Ist es Dankbarkeit, Trost, Freude oder Hoffnung? Welche Bilder verbinden Sie persönlich mit diesem Gefühl? Ein Lichtstrahl, ein Morgenrot, ein ruhiges Wasser oder der Klang einer Kirchenglocke können allesamt den Ausgangspunkt für einen lyrischen Text bilden.
- Bleiben Sie nah an Ihrer eigenen Erfahrung. Die überzeugendsten christlichen Gedichte entstehen nicht aus theologischen Lehrsätzen, sondern aus dem, was ein Mensch wirklich erlebt und empfunden hat.
- Nutzen Sie vertraute Bilder. Die Bibel ist eine reiche Quelle an Motiven: Licht und Dunkel, Wasser und Brot, Hirte und Herde. Diese Bilder sind für viele Leser unmittelbar verständlich und tragen eine lange kulturelle Bedeutung in sich.
- Entscheiden Sie sich bewusst für oder gegen einen Reim. Viele klassische christliche Gedichte reimen sich, weil Reim und Rhythmus eine feierliche, fast gesangliche Wirkung erzeugen. Aber auch reimlose Verse können sehr stark sein, wenn die Sprache präzise und aufrichtig ist.
- Lesen Sie Ihren Text laut vor. Beim Vorlesen merkt man schnell, ob ein Gedicht fließt oder holpert. Gerade bei Texten, die bei einer Feier oder Trauerfeier vorgetragen werden sollen, ist der Klang genauso wichtig wie der Inhalt.
- Schreiben Sie mehrere Entwürfe. Ein erstes Gedicht ist selten das endgültige. Wer sich die Zeit nimmt, einen Text mehrfach zu überarbeiten, wird merken, wie er mit jedem Durchgang klarer und stärker wird.
Christliche Lyrik lebt von Ehrlichkeit und Haltung. Sie muss keine große Literatur sein, um zu berühren. Manchmal sind es gerade die schlichten, aufrichtigen Verse, die einen Menschen in einem besonderen Moment wirklich erreichen und ihm etwas geben, das er lange nicht vergisst.