schöne Gedichte

Sie fahnden im Internet nach schöner Poesie? Dann könnten Sie Ihre Suche an dieser Stelle erfolgreich zum Abschluss bringen. Doch was sind eigentlich schöne Gedichte? Diese Frage lässt sich nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten. Denn was schön ist, liegt im Auge des Betrachters, oder im Gedichtfall im Ohr des Lesers beziehungsweise des Vorlesers und im Ohr des Interpreten beziehungsweise Zuhörers. Schöne Gedichte können lang oder kurz sein. Reimen müssen sie sich nicht, solange durch ihren Inhalt eine schöne Atmosphäre entsteht. Es hängt außerdem vom Zeitpunkt ab, zu dem man ein Gedicht liest oder hört: Ist man gerade mies drauf, wird man andere Gedichte schön nennen als jemand, der gute Laune hat oder auf Wolke sieben schwebt.

Die Frage nach der Schönheit von Gedichten ist eine der ältesten ästhetischen Fragen überhaupt. Philosophen, Literaturwissenschaftler und Leser haben sie zu allen Zeiten unterschiedlich beantwortet. Das Interessante daran: Es gibt keine falsche Antwort. Wer ein Gedicht schön findet, hat Recht, auch wenn andere das ganz anders sehen. Diese radikale Subjektivität ist keine Schwäche des Themas, sondern sein eigentlicher Reiz.

schöne Gedichte

Inhaltsverzeichnis

schöne Gedichte

Es lag ein Blatt

Es lag ein Blatt am Wegesrand
Eines von Millionen
leicht bedeckt mit Sand
Eines von Millionen wie du und ich
Ein Wurm er kam
doch nahm er es nicht
Er wählte ein anderes und nahm es auf

Das Blatt war traurig obwohl schon Tod
Wollte es auserwählt sein werden zu Kot
Damit es seinen Baum erfreue
Wieder als Nahrung
Selbst im Tod noch Treue
Woher diese Erfahrung?
Autor: Martin OttoKategorie: schöne Gedichte

Abendmelodie

Nun will ich voller Wonne ruhen
wenn sacht des Tages Licht entflieht.
Will nach der Arbeit Last und Mühen
lauschen still dem Abendlied.

Will lauschen leis der Lebensmelodie,
ihr zarter Klang, ich hör ihn kaum.
Will in des Augenblickes Harmonie
versinken sanft in Zeit und Traum.
Autor: H.S.Kategorie: schöne Gedichte

Bahnhof der Träume

Das Gebäude meiner Fantasie
ist der Bahnhof der Träume.
Dort im Wartesaal der Illusionen
öffnen sich der Sehnsucht Räume.

Ich spüre einen Hauch von Ferne.
Das Leben reicht mir seine Hand.
Führt mich in das Land der Sterne
oder in ein anderes Märchenland.
Autor: Harry StraachKategorie: schöne Gedichte

Das gegenwärtige Schöne

Ich müsste Ewigkeiten haben,
An allem Schönen mich zu laben.
Was nützte alles Herzverlangen
Auch Schönem, welches untergangen?
Nach Schönem, welches mir entrückt,
Entfernte Geister nur beglückt?
Warum nicht meinem Geist genügt,
Was heut und hier mich so vergnügt?
Es wär‘ ein Undank, kaum zu fassen,
Den Dank dafür zu unterlassen.
Autor: Karl MayerKategorie: schöne Gedichte

Das Leben doch

Das Leben doch
Selbst ohne Nöte
Kann nur beinahe so schön sein
Wie mit Schmerz
Der sich einschleicht
Durch die Liebe
In mein kaltes Herz
Autor: Martin OttoKategorie: schöne Gedichte

Das Schöne

Der Schönheit Götterleib ist wie zerstücket,
Zerstreut die Blumen ihres Zauberkranzes,
Den noch kein sterblich' Auge sah als Ganzes,
Der voll nur der Chariten Häupter schmücket!

Welk flattert morgen, was uns heut entzücket,
Dahin im Wirbelwinde, flücht'gen Tanzes;
Heut strahlt ein Höchstes uns voll lichten Glanzes,
Und morgen war's ein Schein, der uns berücket.

Fortunens Kugel gleich, entrollt im raschen
Umschwung vor uns der gold'ne Schein des Schönen;
Wir folgen ihm und können ihn nicht haschen.

Und nur die Muse reicht geliebten Söhnen,
Die in kastal'schem Tau das Auge waschen,
Holdsel'gen Trost in Farben und in Tönen!
Autor: Robert HamerlingKategorie: schöne Gedichte

Der Dichter

Im Zauber der Worte formt sich zu Sätzen
Ein Klang von Sprache gelebter Fantasie
Nur der Dichter weiß seine Kunst zu schätzen
Gekleidet mit dem Geschmack der Ironie

Ringt er an den Tagen und in den Nächten
Mit ungebändigter Lust zur Leidenschaft
Wort für Wort seinen unbewussten Mächten
Bis in seinem Innern eine Wunde klafft

Nur wer in die Tiefen des Hades gereist
Kennt unbekannte Lieder ferner Welten
Die Glut der Ahnen erscheint ihm oft im Geist
Lob für sein Ringen das lässt er nicht gelten

Doch da sind die Kontinente der Klänge
Die seine Worte in Melodien verwandeln
Singt er und singt seine schweren Gesänge
Wie könnte er denn jemals anders handeln

So flüchtet seine Fantasie der Worte
Hinein in eine Welt die gar keine ist
Seine Atemzüge kennen die Orte

Dort in der Fremde wo ihn niemand vermisst
Auf seiner Insel allein lebt der Dichter
Da ist kein Mensch der mit ihm die Feuer schürt

Die Schöpfung Sprache entfacht ihre Lichter
Er allein nur weiß wohin ihn das alles führt

Autor: Rüdiger Heins www.ruedigerheins.deKategorie: schöne Gedichte

Des Dichters Kunst

Des Dichters Werk fein geschliffen im Wort,
wird ganz unverhofft sein Ende finden dort,
wo der Reim im Text war schlecht gewichtet,
weil der Poet sich hat schlichtweg verdichtet.

Hier sei dem geistigen Schöpfer nur geraten,
das zu tun, was andere schon vor ihm taten.
Tu unbefangen Dein Werk gekonnt gestalten,
um es permanent im Gedächtnis zu behalten.

Die edle Kunst, rhetorisch korrekt zu reimen,
entwickelt sich zunächst aus zarten Keimen,
deren Sprösslinge sich im Laufe kurzer Zeit
entfalten zu Knospen poetischer Sinnlichkeit.

Das Gedankenspiel phantasievoll abgleichen,
so lässt sich am Ende ein Ergebnis erreichen,
in dem man gereimte Verse sinnvoll verbindet
und in der Niederschrift seinen Meister findet.

Hat er weise den Kern in der Sache getroffen,
darf der Poet sich in Sicherheit wiegend hoffen,
im legitimierten Kreis und stets Kunst beflissen
sich als solcher anerkannt geschätzt zu wissen.
Autor: Bernhard EfingerKategorie: schöne Gedichte

Die Schönheit

Wie lieblich ist des heitern Himmels Wonne,
Der reine Mond, der hellen Sterne Heer,
Aurorens Licht, der Glanz der güldnen Sonne!
Und doch ergötzt ein schön Gesicht weit mehr.
Der Tropfen Kraft, die Wald und Feld verjüngen,
Belebt sie kaum, wie uns ein froher Kuß,
Und nimmer kann ein Vogel süßer singen,
Als uns ein Mund, den man verehren muß.

Eleonor'! auf deren zarten Wangen
Der Jugend Blüt' in frischen Rosen lacht,
Und Zärtlichkeit, Bewundrung und Verlangen
Dir, und nur dir so zeitig eigen macht;
Ob Psyche gleich die Liebe selbst regierte,
Als sie, mit Recht, des Gottes Göttin hieß;
So glaub' ich doch, daß ihn nichts Schöners rührte,
Als die Natur in deiner Bildung wies.

Dein Auge spielt und deine Locken fliegen
Sanft, wie die Luft im Strahl der Sonne wallt;
Gefälligkeit und Anmuth und Vergnügen
Sind ungetrennt von deinem Aufenthalt.
Dir huldigen die Herzen muntrer Jugend,
Das Alter selbst beneidet deinen Witz.
Es wird, in dir, der angenehmsten Tugend,
Und nirgend sonst der angenehmste Sitz.

Man schmeichelt mir, daß, in zufriednen Stunden,
Eleonor' auch meine Lieder singt,
Und manches Wort, das viele nicht empfunden,
Durch Ihre Stimm' in aller Herzen dringt,
Gewähre mir, den Dichter zu beglücken,
Der edler nichts als deinen Beifall fand,
Nur einen Blick von deinen schönen Blicken,
Nur einen Kuß auf deine weiße Hand.
Autor: Friedrich von HagedornKategorie: schöne Gedichte

Er war sehr beeindruckt

Er war sehr beeindruckt
Doch konnte es leider nicht zeigen
Man merkte sie ihm an die Faszination
Vielleicht ahnte er, er würde dann leiden
Und spüren sein Titel
Könnte sein blanker Hohn

Jegliche Erziehung und alles gelernte
Jeglicher Fleiß wären nur ein Witz
Die Seele der Kunst läge nur in freier Entscheidung
Nicht rund nicht geschmeidig
Nicht wie ein Pfeil so spitz

Schwarz oder weiß
Schlicht oder bunt
Lieber ohne Geld glücklich
Lieber echt als gesund?

Für seinen Tietel alles gegeben
Hut ab, ich habe ihn nicht
Doch regiert in der Kunst leider der Spinner
Der einfach nur mit der Nachfrage bricht.
Autor: Martin OttoKategorie: schöne Gedichte

Frühlingskuss

Sind nicht die Rosen rot von Liebeslüsten?
Und zittert nicht im hellen Mondschein
Das hohe Schilfgras dort am Meer voll Pein,
Wenn kühle Winde es dort schmachtend küssen?
Ist nicht für die Schmetterlinge Honigglück
In der Blume, die sie trinken müssen?
Und glitzert nicht so ganz ohne Entrüsten,
Getränk im Sonnenlicht, der Himmelsschluck?
Autor: ElenaKategorie: schöne Gedichte

Gefunden

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie die Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.

Ich wollt´es brechen,
Da sagt es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?

Ich grub´s mit allen
Den Würzlein aus,
Zum Garten trug ich´s
Am hübschen Haus.

Und pflanzt´ es wieder
Am stillen Ort,
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.
Autor: Johann Wolfgang von GoetheKategorie: schöne Gedichte

Ich baue einen Raum

Ich baue einen Raum
Einen Raum wie ein Traum
Aus Reinen Gedanken
Ich verstehe ihn kaum
Ich erfinde diesen Raum
Er war vorher nicht da
Nicht für mich
Und mir wird klar
Das alles was außerhalb
Vielleicht schön doch
Vergänglich war
Autor: Martin OttoKategorie: schöne Gedichte

Ich kam nicht zum Gedicht

Ich kam nicht zum Gedicht
Das Gedicht kam zu mir
Ich wollte es nicht
Doch es sagte bleib hier

Ich bin so allein
Du bist mir ein Freund
Ich fragte wer bist du?
Und es guckte verträumt

Es sagte das weißt du
Drum bleib ich bei dir

Doch ich weiß es es nicht mehr
Das fällt dir wieder ein
Bitte schenke mir Gewähr
Autor: Martin OttoKategorie: schöne Gedichte

Ich war gewillt

Ich bin gewillt
Dich zu vergessen
Doch kann ich dich
Im Sturm nicht sehen
Will nicht begreifen
Dein Recht auf Schmerzen
Und dein Recht darauf
Sich im Kreis zu drehen
Autor: Martin OttoKategorie: schöne Gedichte

In Kraft und Schönheit

In Kraft und Schönheit will ich singen
mein freies Lied! um Wahrheit nicht
braucht zitternd meine Glut zu ringen:
ich selbst bin wahr! – Auf Sturmesschwingen
zur lichten Lohe will ich zwingen
die Flamme, die der Glut entbricht!

In Kraft und Schönheit will ich lieben,
was Fleisch und Seele heiß umarmt!
Ich bin dem Geist der Brunst verschrieben:
der Same, der die Glut getrieben,
der fruchtbar bis zu Mir geblieben,
nach frischem Blut er lechzt und barmt!

In Kraft und Schönheit will ich hassen
den Feind der Kraft, der schönen Lust:
die Eklen, die im Schlamm der Gassen
die reine Saat zu Kot verprassen, –
die Dumpfen, die verglimmen lassen
den heil'gen Funken ihrer Brust!

In Kraft und Schönheit all mein Leben,
mein Trachten all: Das sei mein Wort!
Dann mag sich wider mich erheben
der Qualm der Zeit: es wird mein Streben
auf lichter Lohe ihm entschweben
und Flammen zeugen fort und fort!
Autor: Richard DehmelKategorie: schöne Gedichte

Jahreszeiten

Des Herzens Frühling ist definiert in ihr.
Ihre Augen, ihre Lippen, lassen es blühen in mir.
Es verschwindet die Kälte und die Wärme zieht ein,
Ja Gott, so kann nur des Frühlings Liebe sein.
Was kann es auf der Welt nur schöneres geben,
als frisch aufblühend geliebt zu werden?

Kaum zeigt sich das Grün auf dieser Erde,
bringt der Sommer wärmende Nähe.
Es ist heiß, wie die Flamme der brennenden Liebe,
bestrebt sei man, dass sie nicht versiege.
Man sieht die Sonne am Himmel wandern,
wohlbehütet in den Armen des andern.
So könnte es nichts Schöneres geben,
wäre da nicht der Herbst zugegen.

Man denkt, die Blätter fallen einzeln aus,
bevor der Winter bedeckt mit Schnee das Haus.
Sie färben sich braun
und gleiten zu Boden,
aus wäre der Traum,
die Liebe verflogen.
Doch man beobachtet das bunte Treiben,
alles sollte wiederkommen und verliebt bleiben.
Jedoch ohne Vorwarnung, Gnade, Trost,
bricht ein zermürbender Herbststurm los!

Was war passiert? Kann man es erklären?
Das Herz versiegt, unter zahllosen Tränen.
Der Winter war da, von heute auf morgen.
Kurz nach dem Sturm kamen die Sorgen.
So glaube mir, einen Tag brauchte es nur,
bis meine kleine innere Welt erfuhr,
dass die Liebe, die einst war mein vierblättrig‘ Klee,
nun bedeckt lag, unter einer dicken Schicht Schnee.
Kälte, Eis und Dunkelheit sind nun da,
wo einst mein liebend‘ Herzlein war.
Der bittere Frost, er kam so zeitlos schnell daher,
liebe solange du kannst, bald ist sie vielleicht nicht mehr.
Autor: Paul SchmidtKategorie: schöne Gedichte

Lebensrausch

In finstrer Nacht, im tiefen Raum,
Da rauscht der Sturm durch Zeit und Traum.
Die Erde bebt, die Meere brüllen,
Kein Stern vermag das Schwarz zu stillen.

Doch siehe, aus der Tiefe dringt
Ein Licht, das heller als das Dunkel singt.
Es bricht die Nacht, es wirft den Schatten,
So stark, dass selbst die Götter sachten.

Und aus der Glut, die alles zehrt,
Erhebt sich, was das Herz begehrt:
Die Sehnsucht, wild und ungezügelt,
Von Flammen in den Geist gewiegelt.

Kein Mensch, kein Wort kann ihr entfliehen,
Der Sturm erlischt, doch wir verziehen.
Denn ewig schlägt in uns der Kern,
Die Flamme – ungezähmt, modern.

Oh, Feuer, das den Himmel spaltet,
Oh, Traum, der nie den Weg verwaltet,
In jedem Schritt, in jedem Hauch –
Der Atem zeugt den Lebensrausch.
Autor: Silvan MaaßKategorie: schöne Gedichte

Mensch sein

Du sollst den Lebenssinn verstehen,
Deinen eigenen Weg bewusst gehen,
Dich selbst als Mensch erkennen
Und nicht vor dir selbst wegrennen.

Die Schablonen sollst du abbauen,
Du sollst dir die Welt klar anschauen.
Dein Leben ist nicht einfach und billig,
Um es zu erkennen, sei nur willig.

Deine Handlungen müssen sinnvoll sein.
Es ist nicht leicht, ein Mensch zu sein.
Mit Geduld und Ruhe sollst du handeln,
Das Böse in dir zum Guten umwandeln.

Mit Kraft, Schönheit und ewiger Weisheit
Erlangst du in dir deine eigene Freiheit.
Der Wille, was dafür sowieso in dir steckt,
Wird nur mit der Liebe Gottes aufgeweckt.
Autor: Önder DemirKategorie: schöne Gedichte

Schöne Fremde

Es rauschen die Wipfel und schauern,
Als machten zu dieser Stund
Um die halbversunkenen Mauern
Die alten Götter die Rund.

Hier hinter den Myrtenbäumen
In heimlich dämmernder Pracht,
Was sprichst du wirr wie in Träumen
Zu mit, phantastische Nacht?

Es funkeln auf mich alle Sterne
Mit glühendem Liebesblick,
Es redet trunken die Ferne
Wie von künftigem, großem Glück!
Autor: Joseph von EichendorffKategorie: schöne Gedichte

Schöne Junitage

Mitternacht, die Gärten lauschen,
Flüsterwort und Liebeskuß,
Bis der letzte Klang verklungen,
Weil nun alles schlafen muß -
Flußüberwärts singt eine Nachtigall.

Sonnengrüner Rosengarten,
Sonnenweiße Stromesflut,
Sonnenstiller Morgenfriede,
Der auf Baum und Beeten ruht -
Flußüberwärts singt eine Nachtigall.

Straßentreiben, fern, verworren,
Reicher Mann und Bettelkind,
Myrtenkränze, Leichenzüge,
Tausendfältig Leben rinnt -
Flußüberwärts singt eine Nachtigall.

Langsam graut der Abend nieder,
Milde wird die harte Welt,
Und das Herz macht seinen Frieden,
Und zum Kinde wird der Held -
Flußüberwärts singt eine Nachtigall.
Autor: Detlev von LiliencronKategorie: schöne Gedichte

Schöne Nacht

Schöne Nacht, Gestirne wandeln
Heilig über dir,
Und des Tags bewegtes Handeln
Stillt zum Traum sich hier.

Was ich sehne, was ich fühle,
Ist nun doppelt mein,
Ach in deiner keuschen Kühle
Wird es gut und rein!

Und so bringst du diese Erde,
Bringst mein Herz zur Ruh,
Daß es still und stiller werde,
Schöne Nacht, wie du!
Autor: Carl Hermann BusseKategorie: schöne Gedichte

Schönes Bild

Wie bist du schön, o Rose,
Und hold in deiner Pracht,
Vom ersten Sonnenstrahle
Geküßt nach thau'ger Nacht;
Von Thränen übergossen
Dein leuchtend Angesicht,
Stehst lächelnd du im Schimmer
Des Lichts, das dich umflicht.

O Mädchen, so bist lieblich
Du wie der Rose Bild,
Wenn sich dein dunkles Auge
Mit süßen Tropfen füllt,
Die Wangen sanft sich röthen
In stiller, heil'ger Gluth
Vom Sonnenstrahl der Liebe,
Der schimmernd auf dir ruht!
Autor: Luise BüchnerKategorie: schöne Gedichte

Silbermond

Abendwind legt sich ins Tal
hinter Nebelwand
schleicht ein sanfter, erster Strahl
gütig über Hand

Licht von schwarzer Macht umringt
flüstert Silberschein
nie ein Wort, das stiller klingt
Mond, du musst es sein

© Marcel Strömer
(Magdeburg, den 11.05.2015)
Autor: Marcel StrömerKategorie: schöne Gedichte

Sonnensinfonie

Zart wie der Töne feiner Klang,
ist der Sonne Lobgesang.
Kaum dass sie die Nacht durchdringt,
der frühe Vogel sein Lied anstimmt.
Es zieht direkt zum Himmel empor,
erreicht dabei des Schöpfers Ohr.

Überstrahlt die Mittagssonne die Welt,
alles in goldenes Licht sie stellt.
Sie zaubert ein Strahlen auf dein Gesicht,
dass von Gottes Liebe spricht.

Ruht die Sonn` am Abend aus,
steigt leuchtendes Rot am Himmel auf.
Es hüllt dich ein, in den Mantel der Nacht,
ein Engel an deinem Bette wacht.

Gott schuf für den Tag das Sonnenlicht,
dass früh schon durch die Wolken bricht.
Es begleitet deinen Tageslauf
und ruht am Abend mit dir aus.
Autor: Christina TelkerKategorie: schöne Gedichte

Ursprung der Rose

Den Rosenzweig benagt ein Lämmchen auf der Weide,
Es tuts nur sich zur Lust, es tuts nicht ihm zuleide.
Dafür hat Rosendorn dem Lämmchen abgezwackt
Ein Flöckchen Wolle nur; es ward davon nicht nackt.
Das Flöckchen hielt der Dorn in scharfen Fingern fest;
Da kam die Nachtigall und wollte baun ihr Nest.
Sie sprach: "Tu auf die Hand und gib das Flöckchen mir,
Und ist mein Nest gebaut, sing ich zum Danke Dir.
Er gab, sie nahm und baut, und als sie nun gesungen,
Da ist am Rosendorn vor Lust die Ros entsprungen!
Autor: Friedrich RückertKategorie: schöne Gedichte

Wenn der kleine Mann was könnte

Wenn der kleine Mann was könnte
Was der große Mann nicht kann
Würde trotzdem keiner klatschen
Denn es steht nicht,wertvoll dran

Keine bunten Etiketten
Kein Glimmer, Glanz und Licht
Der kleine Mann bleibt immer klein
Denn er ist viel zu schlicht

Etwas Großes können nur Große
Ja dann nenne ich mich jetzt groß
Tue so als wenn mich alle lieben
Alles fällt mir in den Schoß

Doch die Moral die könnte sein
Jetzt bin ich groß
Und nicht mehr klein
Autor: Martin OttoKategorie: schöne Gedichte

wenn du lachst

wenn du lachst,
seh ich eine Blume erblühn.
wenn du lachst,
seh ich die sonne auf gehn.
wenn du lachst,
umschlägt Wärme mich.
wenn du lachst,
lacht die Welt mit.
Autor: KASyKategorie: schöne Gedichte

Wenn es dunkel ist und regnet

Wenn es dunkel ist und regnet
Und der kalte Wind noch weht
Du dir selber dann begegnest
In einem Wald
Vielleicht noch spät
Wird sich zeigen
Ob die Sonne
Die im Sommer lacht
Sich an dich erinnert
Oder ob sie Späße macht
Autor: Martin OttoKategorie: schöne Gedichte

Schönheit liegt im Ohr des Lesers

Schönheit ist in der Lyrik eine zutiefst persönliche Erfahrung. Was den einen tief bewegt, lässt den anderen kalt. Was für eine Generation als Inbegriff des Schönen galt, kann für die nächste Generation altmodisch oder überladen klingen. Und was zunächst sperrig oder schwer zugänglich erscheint, kann sich bei näherer Beschäftigung als das Schönste herausstellen, das man je gelesen hat.

Das liegt daran, dass lyrische Schönheit nicht an der Oberfläche eines Textes sitzt. Sie entsteht im Zusammenspiel zwischen dem Gedicht und dem Menschen, der es liest. Dieselben Zeilen, die einen Menschen zu Tränen rühren, mögen einem anderen nichts bedeuten, nicht weil eine der beiden Reaktionen falsch ist, sondern weil jeder mit seinen eigenen Erfahrungen, Erinnerungen und Empfindlichkeiten an einen Text herangeht.

Wer schöne Gedichte sucht, sollte deshalb nicht nach einer universellen Liste greifen. Es lohnt sich, selbst zu erkunden, was einen bewegt. Manchmal findet man das Schönste an einem unerwarteten Ort: in einem alten Buch, das jemand empfohlen hat, in einer Zeile, die man aus dem Kontext herausgreift, oder in einem Text, den man vor Jahren nicht verstand und heute plötzlich versteht.

Was ein Gedicht wirklich schön macht

Auch wenn Schönheit subjektiv ist, lassen sich bestimmte Qualitäten benennen, die viele Menschen an Gedichten als besonders ansprechend empfinden. Diese Qualitäten erklären nicht, warum ein Gedicht schön ist, aber sie beschreiben, womit lyrische Schönheit häufig zusammenhängt.

  • Klang und Rhythmus: Sprache hat eine musikalische Dimension, die in der Lyrik besonders ausgeprägt ist. Ein Gedicht, dessen Klang stimmt, erzeugt beim Lesen ein körperliches Erlebnis. Man folgt dem Rhythmus, die Silben fügen sich angenehm aneinander, und das Lesen selbst macht Freude, noch bevor man den Inhalt vollständig verstanden hat.
  • Präzision der Sprache: Schöne Gedichte sagen das Richtige mit den richtigen Worten. Kein Wort ist zu viel, keines fehlt. Diese Präzision ist das Gegenteil von Aufgeblasenheit. Ein kurzer, genauer Satz kann schöner sein als ein langer, schwärmerischer Absatz.
  • Das überraschende Bild: Ein Vergleich, den man so noch nie gehört hat, eine Metapher, die etwas Bekanntes in vollkommen neuem Licht erscheinen lässt: Solche Momente erzeugen den Ruck, den gute Lyrik auslöst. Man hält inne. Man liest die Zeile noch einmal.
  • Ehrlichkeit: Gedichte, die aus echter Erfahrung kommen, sind fast immer schöner als solche, die nur klingen wollen. Man merkt den Unterschied, auch wenn man ihn nicht benennen kann. Etwas Aufgesetztes klingt hohl. Etwas Aufrichtiges trägt.
  • Offenheit für Deutung: Die schönsten Gedichte sagen nicht alles. Sie lassen Raum für den Leser, für seine eigene Erfahrung, seine eigene Interpretation. Diese Offenheit macht ein Gedicht lebendig, weil es bei jedem anders ankommt und bei jeder erneuten Lektüre etwas anderes zeigt.

Stimmung und Kontext: Wann man welche Gedichte schön findet

Der Zeitpunkt und die eigene Verfassung spielen eine größere Rolle beim Erleben von Gedichten, als man denkt. Wer gerade einen Verlust erlebt hat, wird ein Gedicht über Trauer ganz anders lesen als jemand, der in einem glücklichen, stabilen Lebensabschnitt ist. Und wer frisch verliebt ist, findet Liebesgedichte wahr und schön, die ihm ein Jahr zuvor vielleicht übertrieben sentimentalisch vorgekommen wären.

Das bedeutet: Es gibt keine dauerhaft schönen Gedichte für alle Lebenslagen. Es gibt Gedichte, die in bestimmten Momenten schöner sind als in anderen. Wer eine Sammlung guter Lyrik zur Hand hat, findet darin für unterschiedliche Stimmungen unterschiedliche Texte, die jeweils passen. Das ist einer der Gründe, warum Menschen, die viel Lyrik lesen, in der Regel sehr unterschiedliche Lieblingsgedichte haben, je nachdem, in welcher Lebensphase man sie fragt.

Interessant ist auch, dass Gedichte, die man ursprünglich nicht mochte, plötzlich bedeutsam werden können. Ein Text, den man in der Schule nicht verstand, kann zwanzig Jahre später der einzige sein, der eine bestimmte Erfahrung in Worte fasst. Schönheit in der Lyrik ist kein fester Zustand, sondern ein Prozess.

Verschiedene Formen lyrischer Schönheit

Schönheit in der Lyrik ist nicht eindimensional. Es gibt sehr unterschiedliche Arten, wie ein Gedicht schön sein kann, und nicht alle davon funktionieren auf dieselbe Weise.

Klanglich schöne Gedichte leben von ihrer Musikalität. Sie wollen laut gelesen werden. Die Vokale sind weich, der Rhythmus gleichmäßig, die Sätze fließen. Solche Texte wirken fast wie Musik, und der Inhalt verstärkt diesen Eindruck, anstatt ihm zu widersprechen.

Bildlich schöne Gedichte entwerfen starke, ungewöhnliche Bilder. Sie malen mit Sprache und sprechen die Vorstellungskraft direkt an. Wer ein solches Gedicht liest, sieht etwas vor dem inneren Auge, etwas, das er vorher so noch nicht gesehen hatte.

Inhaltlich schöne Gedichte sprechen eine Wahrheit aus, die man kennt, aber nie so klar formuliert hatte. Das Schöne ist hier weniger der Klang als die Treffsicherheit. Man liest und denkt: Genau so ist es. Das hat noch niemand so gesagt.

Schlicht schöne Gedichte beeindrucken durch ihre Einfachheit. Keine komplizierten Konstruktionen, keine seltenen Worte, keine ausgefeilten Metaphern. Und trotzdem, oder gerade deshalb, treffen sie direkt ins Herz. Diese Schlichtheit ist meist das Ergebnis langer Arbeit und großer Erfahrung.

Gedichte, die als besonders schön gelten

Es gibt Gedichte, die immer wieder als besonders schön genannt werden, wenn Menschen über ihre Lieblingstexte sprechen. Diese Texte haben sich über Generationen hinweg bewährt und etwas, das schwer zu benennen ist, aber unmittelbar erlebt werden kann.

Goethes "Wandrers Nachtlied II" gilt vielen als das schönste kurze Gedicht der deutschen Sprache. In acht Zeilen beschreibt es Stille und Frieden auf eine Weise, die den Leser selbst zur Ruhe kommen lässt. Die Sprache ist einfach, der Klang unübertrefflich.

Eichendorffs "Mondnacht" hat eine Traumqualität, die kaum ein anderer deutscher Vers erreicht. Die drei Strophen erzeugen eine Stimmung, die man nicht vergisst, sobald man sie einmal erlebt hat. Für viele Menschen ist dieses Gedicht der Inbegriff dessen, was Lyrik leisten kann.

Rilkes "Der Panther" ist technisch ein Meisterwerk, aber vor allem ein Gedicht, das erschüttert. Es beschreibt ein Tier im Käfig und sagt dabei alles über Einschränkung, Erschöpfung und das Erlöschen des Lebendigen. Schönheit kann also auch dort entstehen, wo das Thema schwer ist.

Mascha Kalékos kurze Verse werden von vielen als besonders schön empfunden, weil sie etwas Tröstendes haben, ohne sentimental zu sein. Sie sprechen von den kleinen Dingen des Lebens mit einer Wärme, die sich sofort mitteilt.

Wie man schöne Gedichte für sich entdeckt

Wer schöne Gedichte sucht, aber noch nicht weiß, wo anfangen, kann mit ein paar einfachen Überlegungen den richtigen Einstieg finden. Es geht nicht darum, eine Pflichtlektüre abzuarbeiten, sondern darum, etwas zu finden, das einen wirklich berührt.

  • Beginnen Sie mit Themen, die Sie beschäftigen. Wer gerade durch eine schwierige Phase geht, sucht vielleicht nach Gedichten über Trauer oder Stärke. Wer verliebt ist, findet in Liebeslyrik sofort Anknüpfungspunkte. Das Thema als Einstieg ist oft hilfreicher als eine alphabetische Liste bekannter Dichter.
  • Lesen Sie laut. Lyrik ist für das Ohr geschrieben, nicht nur für das Auge. Ein Gedicht, das beim stillen Lesen nichts auslöst, kann beim lauten Lesen plötzlich aufgehen. Probieren Sie es aus.
  • Lassen Sie sich von einer Zeile führen. Manchmal trifft man auf eine einzige Zeile, die einen nicht mehr loslässt. Suchen Sie dann das ganze Gedicht, den Autor, weitere Texte. Eine einzige Zeile kann der Einstieg in eine lange Entdeckungsreise sein.
  • Geben Sie unverstandenen Texten eine zweite Chance. Nicht jedes schöne Gedicht erschließt sich beim ersten Lesen. Manche brauchen Zeit, mehrfaches Lesen oder einen bestimmten Lebensmoment, um ihre Wirkung zu entfalten.

Schöne Gedichte vorlesen: Eine eigene Erfahrung

Ein Gedicht zu lesen und ein Gedicht vorgelesen zu bekommen sind zwei grundlegend verschiedene Erlebnisse. Wer jemandem ein schönes Gedicht vorliest, teilt nicht nur den Text, sondern auch die eigene Stimme, das eigene Tempo, die eigene Interpretation. Das macht das Erlebnis unmittelbar und persönlich.

Gleichzeitig ist das Vorlesen von Gedichten eine alte Kunst, die heute seltener geworden ist. In Literaturzirkeln, bei Lesungen und in manchen Familien lebt sie noch. Wer einmal erlebt hat, wie ein gut vorgelesenes Gedicht einen Raum verändert, wie Stille entsteht und alle zuhören, versteht, warum diese Tradition so lange erhalten geblieben ist.

Wenn Sie einem anderen Menschen ein schönes Gedicht vorlesen möchten, achten Sie auf Tempo und Ton. Langsamer als gewohnt, mit Pausen nach starken Zeilen, damit das Gehörte nachklingen kann. Die eigene Stimme ist dabei das Instrument. Ein Text, der mit Sorgfalt vorgelesen wird, klingt anders als einer, der hastig heruntergelesen wird.

Ein eigenes schönes Gedicht schreiben

Wer selbst ein schönes Gedicht schreiben möchte, steht vor einer paradoxen Aufgabe: Schönheit lässt sich nicht erzwingen. Wer nur schön klingen will, schreibt meistens hohl. Wer hingegen aufrichtig schreibt, ohne sich um Schönheit zu sorgen, kommt ihr oft näher als erwartet.

Das klingt widersprüchlich, erklärt aber, warum so viele der schönsten Gedichte aus persönlicher Not, aus tiefer Erfahrung oder aus einem konkreten Erlebnis heraus entstanden sind. Novalis schrieb seine "Hymnen an die Nacht" nach dem Tod seiner Verlobten. Rilke schrieb seinen "Panther" nach einem Besuch im Zoo. Goethe schrieb "Wandrers Nachtlied" an eine Hüttenwand. Schönheit entstand in all diesen Fällen nicht als Ziel, sondern als Ergebnis echter Auseinandersetzung mit etwas Konkretem.

  • Schreiben Sie über etwas, das Sie wirklich bewegt. Gleichgültigkeit erzeugt keine Schönheit. Wählen Sie ein Thema, das Ihnen etwas bedeutet, auch wenn es klein oder alltäglich erscheint.
  • Suchen Sie das überraschende Bild. Was wäre ein ungewöhnlicher Vergleich für das, was Sie ausdrücken möchten? Das erste Bild, das einem einfällt, ist meistens das abgenutzteste. Das zweite oder dritte ist oft das interessantere.
  • Lesen Sie Ihr Gedicht laut vor. Klingt es so, wie es klingen soll? Wo stockt die Stimme? Wo fließt es? Diese Hinweise sind wertvoller als jede theoretische Analyse.
  • Kürzen Sie. Schönheit entsteht oft erst beim Weglassen. Was nicht unbedingt nötig ist, nimmt dem Wesentlichen Raum. Ein kürzeres, präziseres Gedicht ist fast immer schöner als ein langes, das sich wiederholt.

Schöne Gedichte zu lesen, zu suchen und vielleicht selbst zu schreiben ist eine der wenigen Beschäftigungen, die keine bestimmte Ausrüstung erfordern, keine Vorkenntnisse voraussetzen und trotzdem etwas hinterlassen können, das lange bleibt. Ein Gedicht, das Sie einmal wirklich berührt hat, gehört Ihnen auf eine Weise, die sich schwer erklären lässt, aber jeder kennt, der es erlebt hat.

Hinweis:

Wir sind stets auf der Suche nach neuen Gedichten und dabei auf die Mithilfe unserer fleißigen Besucher angewiesen, die uns eifrig dabei helfen, unser Sammelsurium weiter zu komplettieren. Sollten auch Sie noch Gedichte kennen, die auf unserer Seite bislang fehlen, würden wir uns sehr über einen Eintrag der Werke freuen. Klicken Sie dazu einfach auf den folgenden Button. Gedicht eintragen