lustige Gedichte

Der Spruch "Das Leben ist kein Ponyhof" stimmt absolut? Das mögen viele Leute denken. Es bringt aber nichts, ständig nur das zu betonen, was schlecht läuft. Lustige Gedichte können für zig heitere Augenblicke sorgen: Wer stets ein Buch mit Reimen von Ringelnatz in Griffweite hat, verfügt über eine Art Heiterkeitsgarantie. Durchforsten Sie das Internet gerade nach lustigen Zeilen? Dann ist es gut, dass Sie diese Seite entdeckt haben. Hier finden Sie höchstwahrscheinlich so viele humorvolle Gedichte, dass Sie sich gar nicht entscheiden können, welches Sie zuerst mit Freunden teilen wollen. Auf sozialen Netzwerken lässt sich damit ein hohes Maß an Zustimmung ernten. Lustige Gedichte kommen auch beim Flirten im Internet klasse an, wenn sie zur Situation passen. Und für manche Menschen sind sie als Geburtstagsgruß schlicht perfekt. Oder möchten Sie jemanden am Telefon aufmuntern, indem Sie einen witzigen Vers zitieren?

Lustige Gedichte sind eine eigene literarische Disziplin, die oft unterschätzt wird. Wer glaubt, humorvolle Verse seien leichter zu schreiben als ernste Lyrik, irrt. Ein wirklich gutes lustiges Gedicht erfordert Timing, Sprachgefühl und die Fähigkeit, eine Pointe so zu setzen, dass sie überrascht. Das ist handwerklich anspruchsvoll, auch wenn das Ergebnis leicht und spielerisch wirkt.

lustige Gedichte

Inhaltsverzeichnis

lustige Gedichte

Auf dem Ansitz

Tür zu
Allein du
Brille wo
Sit-in-Klo
Noch bedrückt
Ob's wohl glückt
Winde streichen
Wollen weichen
Hand am Abzug
Wie geläufig
Braun die Beute
Aber häufig
Sch(l)uss-Endlich
Nicht einmal gefährlich
Papier hingegen
Unentbehrlich!
Autor: Reinhard ZerresKategorie: lustige Gedichte

Bumerang

War einmal ein Bumerang;
War ein Weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.
Publikum - noch stundenlang -
Wartete auf Bumerang.
Autor: Joachim RingelnatzKategorie: lustige Gedichte

Churchill und die Lady

Es war vor vielen, vielen Jahren,
da musste Churchill doch erfahren,
dass eine Lady, wohl bekannt,
ihn fett und recht abscheulich fand.

Es ließ sich leider nicht vermeiden,
dass sie sich trafen, diese beiden.
Sie sagte: "Wären Sie mein Mann,
hätt‘ Gift ich in den Tee getan."

"Wären Sie denn meine Frau,
wüsste ich schon sehr genau",
– sprach er und ließ die Stimme sinken –
dass ich ihn würde sogar trinken.
Autor: Elke AbtKategorie: lustige Gedichte

Das Absperrband

Was raschelt da des Nachts im Wind?
Vielleicht ist es das arme Kind,
allein im Bett es sitzt und schreit,
der Vater schläft die Mutter weit
Die Windel wieder schwer und nass
verloren auch des spielen´s Spass.

Das Kind es schreit und schreit hinfort
und niemand eilt an seinen Ort.
Sodass nachdem es ausgemotzt,
kurzfristig in das Bettchen kotzt.

Langsam erwacht der Vater nun und hat nichts
besseres zu tun, als aufzuhorchen,
welch ein Ton, ich denk hier diesen kennt er schon...

Doch nein: nun fällt ihm plötzlich ein,
es ist des Nachbar´s Absperrband,
welch raschelnd Ton durchdringt die Wand und
ihn um seinen Schlaf hier bringt.

Der Nachbar wieder… dieser Wicht,
sperrt ab hier was zu sperren ist
und denket dabei nicht daran,
dass Vater so nicht schlafen kann.
Es flattert hin, es flattert her
das Band im Wellenwind dem "mehr".

Drum schnell hinaus und
aufgerollt was Vater immer wieder grollt.
Er wickelt hin und wickelt her,
stellt dabei fest es ist nicht schwer.

Die Nacht ist um und oh wie dumm,
die nächste folgt und wiederholt der gleiche Spass
doch nun im im Regen, er wird nass…

und die Moral von der Geschicht:
Ich denk
erzählt sie lieber nicht!

© Achim Schier (*1956)
Autor: Achim SchierKategorie: lustige Gedichte

Das große Lalula

Kroklokwafzi? Semememi!
Seiokrontro - prafriplo:
Bifzi, bafzi; hulalemi:
quasti basti bo...
Lalu lalu lalu lalu la!

Hontraruru miromente
zasku zes rü rü?
Entepente, leiolente
klekwapufzi lü?
Lalu lalu lalu lalu la!

Simarar kos malzipempu
silzuzankunkrei (;)!
Marjomar dos: Quempu Lempu
Siri Suri Sei []
Lalu lalu lalu lalu la!
Autor: Christian MorgensternKategorie: lustige Gedichte

Das Schweigen der Männer

Grad kürzlich erst, in einem fremden Land,
begab sich's, dass ich keine Worte fand.
Und darum schwieg ich ohne alles Klagen;
die Worte fehlten, - es gab nichts zu sagen.

Da es mein Weib bemerkte, hob sie an zu reden;
sprach dies und jenes, alles - über jeden!
Nur ich schwieg also, schwieg wohl stundenlang,
bald frug sie still, wenn auch nur mäßig bang:

"Was ist denn los, was fehlt bloß meinem Alten?
So lang hat er noch nie das Maul gehalten!"
Sie konnte kaum ihr holdes, jähes Glück ermessen,
drum sprach sie sanft: "Ach komm, wir gehen essen!"

Als so sie mich erfreut zum Mahle rief,
da regte sich's in meiner Brust ganz tief.
Ich war erlöst, war wie befreit von einem Bann.

Die Worte kamen auf mich zu, und dann
fand ich im Restaurant die schönen Worte:
"Ach, sieh mal, Schatz, hier gibt es Mandeltorte!"
Autor: Robert F. DragoKategorie: lustige Gedichte

Das Zebra und der Gorilla

Das Zebra sah,
Einen Gorilla
Liebte ihn
Und folgte ihm.

So kam es zu
Das sie im nu
Hochzeit schmissen
Und gemeinsam ausrissen.
Autor: Sabine SchulzKategorie: lustige Gedichte

Der Adler

Ein Adlermädchen auf dem Baum sehnt sich nach einem Mann,
mit dem es bald in einem Nest ein Junges großziehen kann.
Da sieht sie einen Adlermann hoch oben überm Forst,
doch leider ist der Gute schwul, er will zu seinem Horst.
Autor: Elke AbtKategorie: lustige Gedichte

Der Apfel

Es war einmal ein Apfel.
So groß, so klein,
so rot, so grün,
so schön und dreckig,
braun und fleckig,
eckig, schleimmig, wunderschön
und doch nicht schön anzusehen.
Man will ihn essen, doch das lasst ihr bloß,
der Apfel ist zwar schön und groß
doch giftig obendrein,
drum lasst ihn lieber Apfel sein
und greift lieber zur Banane
dazu würde ich euch raten.
Guten Appetit, doch mit Bedacht,
so ne Banane ist auch nicht so harmlos,
wer hät's gedacht.
Autor: jungundpeinlichKategorie: lustige Gedichte

Der große Bruder - Teil 1

Heut' zieh'n sie in's "Big Brother" Haus
der große Bruder hat gerufen
zuvor zahlt er die Prämie aus
und alle Scharren mit den Hufen.

Mal leben sie in Saus und Braus
ganz oben dort im "Luxus-Haus"
bei Brot und Wasser tief gesunken.
dann auch im dunklen Keller unten

Die Tage lang, die Nächte kurz
der Italiener lässt ' nen Furz
die Selbstgespräche in der Nacht
die haben wirklich Spass gemacht

Es wird geraucht, da geht kaum mehr,
die Desiree hat's wirklich schwer
sonst lässt die Dame sich nichts bieten
für sie sind alle andern Nieten

Der Össi reißt die Schnauze auf
die meisten stehen da nicht drauf
er nimmt das Mundwerk ziemlich voll
die andern finden das nicht toll

Dann ist noch Menowin im Haus,
der kommt gerade aus dem Knast
erst kürzlich kam er wieder raus
Big Brother findet, dass das passt

Die anderen geladenen Gäste
sind alle lahm und dröge nur
sowie vom letzten M(ma(h)l die Reste
verbreiten sie Langweile pur

Noch muss niemand das Haus verlassen
das tut der Atmosphäre gut
die Insassen sind recht gelassen
und keinen dort verlässt der Mut

Doch hin und wieder gibt's auch Stress
das woll'n die Leute draußen seh'n,
da wird so mancher richtig kess,
glaubt so, er muss nicht bald schon geh'n.

Und dann doch etwa nach acht Tagen
wird es für einen Zeit zu geh'n
Sat1 wird Zuschauer befragen
wen die wohl gerne draußen seh'n

Den Österreicher trifft's als ersten
der hat beschissen wie ein Lump
es reuhte ihn fast zum Zerbersten
doch war das ganze ziemlich plump.
Autor: W. LöfflerKategorie: lustige Gedichte

Der Pfleger

Der Pfleger pflegt so vor sich hin
schielt dabei nach der Pflegerin
Die Pflegerin fühlt sich nicht wohl
der Pfleger riecht stark nach Menthol

Der Pfleger würd' gern rauchfrei leben
und all sein Geld für sie ausgeben
Der Pflegerin ist das egal
des Pflegers Atem eine Qual

Der Pfleger weiß langsam nicht weiter
war er doch früher immer heiter
Die Pflegerin kost' ihn die Kraft
der Pfleger es nun nicht mehr schafft

Der Pfleger wird selbst zum Patient
nur isst und trinkt und sehr viel pennt
Und so muss nun die Pflegerin
jeden Tag zum Pfleger hin

Des Pflegers Traum wurd' endlich wahr
die Pflegerin ist für ihn da
Und so lebten sie dahin
Der Pfleger und die Pflegerin
Autor: Andreas HonnefKategorie: lustige Gedichte

Der Pinsel

Draußen auf dem weiten Meer,
schwamm ein dingen hin und her,
trieb bei regen starkem Sturm,
über wellen hoch wie Turm.
War ein Stiel mit Härchen fein,
trieb so einsam und allein.
Bei zu hohem Wellengang,
wurde ihm doch angst und bang,
Bis nach tagen irgendwann,
an einem Ufer er kam an.
Nun liegt der kleine Pinsel,
allein auf einer Insel.

© Hans-Josef Rommerskirchen
Autor: Hans Josef RommerskirchenKategorie: lustige Gedichte

Deutsche Sprache

Bruch- das ist ein seltsam Wort
trifft´s Paare, dann ist einer fort.
Meint man aber seine Knochen,
ja, dann ist einer wohl gebrochen!
Geht man gar zur Schule noch,
da meint das Kind das Rechnen doch!?
Jetzt muss man ernsthaft sich doch fragen:
Wie soll ein Fremder das ertragen?
Ein kurzes Wort mit Mehrfach-Sinn,
da legt er´s Lehrbuch wieder hin.
Autor: Christel HärichKategorie: lustige Gedichte

Die Flöhe und die Läuse

Die Flöhe und die Läuse.
die hatten sich beim Schopf
Und kämpften gar gewaltig
Auf eines Buben Kopf.
Das nahm der Bube übel
Und haschte Floh und Laus
Und macht' mit seinem Nagel
Den Kämpfern den Garaus.
Ich und mein Lieb, wir kosten
Auf meines Nachbars Land -
Hätt bald der grobe Schlingel
Uns beide untergerannt.
Autor: Theodor StormKategorie: lustige Gedichte

Die Küchenmaschine

Meine Freundin Erika
– die Nachbarin von nebenan –
hat eine tolle Knetmaschine
und schwärmt, was die so alles kann.
Sie knetet, rührt, zerkleinert alles,
was immer man hinein ihr gibt,
und Erika ist in den Helfer
schon lange rettungslos verliebt.

Auch ich hab’ eine Knetmaschine,
die alles das vorzüglich kann,
ganz ohne Strom fängt sie von selbst
zu schälen oder schnippeln an.
Sie schneidet Zwiebeln, Knoblauch, Kräuter,
Kartoffeln, Möhren und Salat,
zerkleinert Äpfel und Radieschen
und was man sonst im Garten hat.

Sie macht das Frühstück, stimmt mich heiter
– das möchte ich noch kurz bemerken –,
dient manches Mal als Blitzableiter
und kann mir Leib und Seele stärken.
Ihr merkt schon, meine Knetmaschine
ist in der Tat aus Fleisch und Blut.
Mein mir gesetzlich Angetrauter
macht seine Sache wirklich gut.

Ich liebe meinen Küchensklaven,
genau wie Freundin Erika,
doch frage ich mich, was macht sie,
wenn mal der Strom ist nicht mehr da?
Die Sorge brauch’ ich nicht zu haben,
denn meine ist zu jeder Zeit
auch ohne Strom noch einsetzbar
und dauerhaft betriebsbereit.

Sie war noch nie in Reparatur,
ist quasi völlig wartungsfrei,
vielleicht schick ich sie mal zur Kur –
wie wäre es mit Norderney?
Dort werden Leute durchgecheckt,
und lose Schrauben nachgezogen
und alles, was verändert ist,
wird sauber wieder hingebogen.

Das Fahrgestell wird neu vermessen,
danach in alte Form gebracht,
dann wird massiert und eingecremt
und ist als Therapie gedacht.
Für die Gelenke gibt es auch
einen Spritzer Öl zum Schmieren.
So wird die Knetmaschine noch
recht viele Jahre funktionieren.
Autor: Elke AbtKategorie: lustige Gedichte

Die Kuh

Auf einer Weide tief im Tal
stand eine Kuh, die allemal
zwei Augen hutt' - und keinen Schal.
ist das nicht phänomenal?

Sie grunzte, kaute, schaute
und baß auf eine Raute.
Sie sah sich um, etwas miaute,
ein Uhu, der sie haute.

Und wider ihrer Frohnatur
Stompf sie den Uhu in die Schnurr.
Nach dieser ganzen Prozedur
Sah sie entspannt auf ihre Uhr.

Doch was ist das: es war fast zwei?
Vorbei die graus'ge Reimerei.
Obwohl so gänzlich stimmt das nicht -
Die letzte Strophe reimt sich kaum.
Autor: CharnielsKategorie: lustige Gedichte

Die Mücke

Ein Abend war' s am Meeresstrand.
Still lag ich noch im warmen Sand.
Da kam zu mir, mit Gier im Blicke,
Blutrünstig eine große Mücke.

Sofort sah ich an ihrem Leib,
war ein freches Mückenweib.
Ein jeder weiß, nur Mückenweiber,
Stechen sehr gern in Menschenleiber.

Erschreckt sprang ich mit einem Fluch
Von meinem bunten Badetuch.
Doch schnell hat sich dies Mückenweib
Gebohrt in meinen braunen Leib.

Dies tat es ohne einen Laut.
Ganz dreist saß es auf meiner Haut
Und sog sich voll mit meinem Blut.
Mich juckte es, ihm tat es gut.

Wie wahr ist diese Kurzgeschicht’:
Vertraue Mückenweibern nicht!
Was hier Natur uns zeigen kann,
Vertraue nur dem Mückenmann!
Autor: Siegfried SkielkaKategorie: lustige Gedichte

Die neue Nachbarin

Beim Einzug in ihr Panzerhaus
fand eine Kröte schnell heraus,
dass sie im Völlig-Dunklen saß,
weil sie die Fenster schlicht vergaß.

Doch hilflos war die Kröte nicht!
Mit einem Korb fing sie das Licht
und brachte es in das Quartier –
natürlich blieb es dunkel hier.

Den Nachbarn hat das Spaß gebracht,
sie haben hell und laut gelacht.
Und selbst dem Letzten war nun klar,
dass sie `ne Schilda-Kröte war.
Autor: Rolf StemmleKategorie: lustige Gedichte

Die Schnupftabaksdose

Es war eine Schnupftabaksdose,
Die hatte Friedrich der Große
Sich selbst geschnitzelt aus Nussbaumholz.
Und darauf war sie natürlich stolz.

Da kam ein Holzwurm gekrochen.
Der hatte Nussbaum gerochen.
Die Dose erzählte ihm lang und breit
Von Friedrich dem Großen und seiner Zeit.

Sie nannte den alten Fritz generös.
Da aber wurde der Holzwurm nervös
Und sagte, indem er zu bohren begann:
"Was geht mich Friedrich der Große an!"
Autor: Joachim RingelnatzKategorie: lustige Gedichte

Die Stubenfliege

Durchs Zimmer kreist die Stubenfliege,
fliegt manche Schleife oder Biege,
und klatscht abrupt mit ihrem Leibe
und Volldampf an die Fensterscheibe.
Sodann in taumelnder Spirale
geht es retour zur Lampenschale
um strikt und ohne zu verweilen
erneut die Scheibe anzupeilen.
Und mit Karacho knallt sie wieder
auf's Thermodoppelglas hernieder,
prellt sich den Flügel und das Ohr,
und nochmals rasselt sie davor.
Man wundert sich, was macht die bloß,
wirkt völlig orientierungslos,
denn nebenan, drei Meter, viere
steht offen die Terrassentüre.
Doch nein, was macht die dumme Trude,
fliegt konsequent die gleiche Route,
sieht nicht nach links und rechts beileibe,
kracht folglich wieder an die Scheibe.
Man möchte ihr die Gabe schenken,
die Strategie zu überdenken.
Doch was man sieht, ist, wie sie deppert
beharrlich vor das Fenster scheppert.
Da plötzlich scheint sie sich verflogen,
ist wohl verspätet abgebogen,
rauscht in den Ventilator und
stellt nunmehr fest, jetzt geht es rund.
Nach ein paar Loopings im Gebläse
fliegt sie, das ist nun meine These,
nach einer weit'ren Kreiselreihe,
wie fremdgesteuert raus ins Freie.
Und wie sie noch verwundert guckt,
wird sie von einem Spatz verschluckt.
Autor: Gerald FörsterKategorie: lustige Gedichte

Die stumme Schöne

Als ich die junge Clitia
Schön, wie ein Tag im Frühling, sah,
Rief ich: welch reizendes Gesicht!
O Schade! dass sie doch nicht spricht!

Sie sprach, und nun war ich ganz Ohr,
Kaum stammelt sie zwei Worte vor;
So rief ich: welch ein schön Gesicht!
Nur ewig Schade! dass sie spricht.
Autor: Christian Felix WeißeKategorie: lustige Gedichte

Die Urlaubsreise

Im Grunde wollt' ich ja verreisen,
schön wär gewesen : Kanada.
Doch bei diesen hohen Preisen
war mir schnell klar : Ich bleibe da.
Bequem im Liegestuhl zuhaus'
streck ich nun meine Beine aus,
genieße die Idylle hier
bei einer kühlen Flasche Bier.
Ich nicke unversehens ein
und hab ein schönes Träumelein:
Ich fahr im chicken Wohnmobil
- die Rocky-Mountains sind mein Ziel -
vorbei an Wiesen, Wäldern, Seen,
wie ist dies Land doch wunderschön !
Doch plötzlich - ganz von ungefähr -
seh ich : Der Dieseltank ist leer !
Da wach ich auf und seh real,
s'war nur ein Traum..., für dieses Mal.
Und..., eilends hab ich nachgezählt,
ob etwas fehlt am Urlaubsgeld
und hab erleichtert festgestellt,
es ist noch da, kein Euro fehlt !
Es läßt sich hieraus logisch schließen :
Man kann den Urlaub günstig und bequem
und durchaus sehr angenehm
im Traume auch zuhaus' genießen.
Sei's hier, sei's ferne oder nah...,
natürlich auch in Kanada.
Autor: Freudreich PeschkoKategorie: lustige Gedichte

Die Verwandlung der Flunder

Ein Schellfisch und ein Kabeljau, die konnten sich gut leiden.
So kam es, wie es kommen musste, das ließ sich nicht vermeiden.
Die beiden glubschten sehr verliebt, berührten ihre Flossen
und haben diesen Augenblick, wie’s aussah, sehr genossen.

Der Kabeljau war sehr bemüht, den Schellfisch zu betören,
die Welt versank, das war egal, sie ließen sich nicht stören.
Da kam 'ne Flunder aufrecht und gemächlich angeschwommen,
sie war nach ihrem Mittagsschlaf noch träge und benommen.

Sie sah das Spiel und ganz entsetzt verdrehte sie die Augen,
denn die Verbindung konnte wohl auf Dauer wenig taugen.
„Nun bin ich aber wirklich platt“, so blubberte ihr Mund
und langsam sank sie dann hinab bis auf den Meeresgrund.

Dort legte sie sich auf die Seite, die Augen war’n nun oben.
Sie lag ganz still, denn irgendwie war allerhand verschoben.
So wurde aus dem geraden Fisch – es klingt fast wie ein Wunder –
auf diese Art und Weise dann 'ne platte olle Flunder.
Autor: Elke AbtKategorie: lustige Gedichte

Durchtherapiert

Durchtherapiert vollkommen normal
Alles gefunden glatt wie ein Aal
Endlich Klarheit zu den Problemen
Der Doktor hat es schon von weitem gesehen
Jetzt heißt es Arbeiten an den Gedanken
Die letzte Freiheit muss auch noch weg
Wo kommen wir denn hin wenn all die Kranken
Zuhause verweilen wie die Made im Speck
Autor: Martin OttoKategorie: lustige Gedichte

Ein Federchen flog durch das Land

Ein Federchen flog durch das Land;
Ein Nilpferd schlummerte im Sand.

Die Feder sprach: „Ich will es wecken!“
Sie liebte, andere zu necken.

Aufs Nilpferd setzte sich die Feder
Und streichelte sein dickes Leder.

Das Nilpferd sperrte auf den Rachen
Und musste ungeheuer lachen.
Autor: Joachim RingelnatzKategorie: lustige Gedichte

Ein Furz geht um die Welt

So stand er nun im Wiesenhain,
schaut vor sich hin
schaut hinter drein
schaut um sich rum
und an sich runter.
Es ist ein Mann
Es ist der Gunther.
Es tut gar weh in sein’m Gewämst
und ungebremst
entfährt er ihm
zwar ungewollt
doch knallend kurz
der Furz.
Geboren in der Windeseile
5 Sekunden in der Meile
fliegt er von dannen
vorbei an Tannen
dem Himmel entgegen
verspielt verwegen
freiheitsliebend
so hoch hinaus und setzt sich nieder
In des Königsadler braun Gefieder
Wird getragen in edlen Schwingen
Hört von fern Rom’s Glocken klingen
Würde gerne Lieder singen
wenn er‘s könnte
Kann‘s aber nicht
Kann nur fliegen.
Wie getrieben.
Allein.
Weiter durch den heißen Süden
Kamele, Wüste ,Pyramiden.
Die verlassend
Hitze hassend.
In die Kälte schnurstracks rasend.
Zu den Pinguinen,
hindurch durch weite Eislawinen.
Doch Kälte bremst nur,
und macht müde.
So schleppt er sich fast kriechend weiter
Erklimmt des Schiffes Außenleiter.
Des letzten hier
in dieser Zeit.
Die Luken zeigen Eisgebilde.
Jetzt schnell in wärmere Gefilde.
Im Vorbeiflug betrachtend nur.
Länder, Städte, weite Flur.
An Kraft gewinnend.
Zeit verrinnend
Sieht er ganz nah, sein letztes Ziel
des Weges endlich nicht mehr viel
Im Wiesenhain
Das richtige
Des Gunthers NASE
anvisiert
Dadurch nochmal mobilisiert
Mit letzter Kraft
Endlich geschafft.
Entfalten.
Und die Moral?
Ist sehr fatal,
Kriecht der Furz
Mit einem Sturz
in einen Zinken
und fängt er an dann dort
zu stinken.
Könnt mancher denken.
Man kann es lenken.
So denkt er falsch.
denn klingt es auch wie eine Phrase
Ein Furz,
gehört in eine Nase.
Und niemals in die weite Welt.
Autor: Tessa WordKategorie: lustige Gedichte

Einem Kritiker

Das größte Maul und das kleinste Hirn
Wohnen meist unter derselben Stirn.
Autor: Arno HolzKategorie: lustige Gedichte

Eitles Huhn

Ein weißes Huhn wollt brauner werden,
sucht sich ein sonnig Fleck auf Erden.
Der Bauer sieht das träge Huhn;
vorbei ists mit der Liebe nun.

Rot leuchtend feuert er den Grill,
auf dem das Huhn er braten will
mit Nachbar Heinz und beiden Frau´n.
Das Huhn ist tot, doch nun schön braun.
Autor: Arnold KorteKategorie: lustige Gedichte

Es sitzt ein Vogel auf dem Leim

Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,
er flattert sehr und kann nicht heim.
Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
die Krallen scharf, die Augen gluh.
Am Baum hinauf und immer höher
kommt er dem armen Vogel näher.

Der Vogel denkt: Weil das so ist
und weil mich doch der Kater frisst,
so will ich keine Zeit verlieren,
will noch ein wenig quinquillieren
und lustig pfeifen wie zuvor.
Der Vogel, scheint mir, hat Humor.
Autor: Wilhelm BuschKategorie: lustige Gedichte

Federn in Kiel

Ich sah dereinst in Kiel am Hafen
auf einem Pier ein Tier dort schlafen.
Ich fürchtete ein Bär dort weilte,
ein Tigerlein die Klauen feilte.
War es der Storche Adebar,
ein Stier, ein Fuchs, ein Löwe gar?
Ich hatte Furcht dort saß mein Tod
und das im Kieler Abendrot.
Doch folgt vernahm ich, wer dort ruhte,
es war, bei Gott, nur eine Pute.
Autor: RManKategorie: lustige Gedichte

Ich bin so fröhlich und warum?

Ich bin so fröhlich und warum?
Weil deine Beine sind so krumm.
Hättest du sie ganz gerade,
ach, wie wär das fade.

Ich bin so fröhlich und warum?
Weil auf die Haut mir brennt die "Sunn".
Denn tät sie's nicht, wär ich ganz blass,
du weißt, wie ich das hass.

Ich bin so fröhlich und warum?
Wer fragt denn da ein bisschen dumm?
So einfach ist doch das:
Mein Leben macht mir großen Spaß.
Autor: Susanne PrauneggerKategorie: lustige Gedichte

Im Wasser

Im Wasser schwimmt's sich wie von selbst.
Die Barsche grüßen Bachforellen.

Der Saibling hat 'n Ei am wandern
beschützt es Tapfer vor den andern.

Dem Karpfen hängt die Schnute runter,
er putzt die Kiesel dabei munter.

Der Flusskrebs mit den Scherenhänden
lässt sich vom Zitterale blenden.

Und der große Hecht Obacht
macht auf die Kleinsten große Jagd.

Doch kommt der Kugelfisch geflogen
und plustert sich in großen Wogen.

So bleibt dem Hechte dann o Glück
nur ein leerer Teich zurück.
Autor: Marcel BeverungenKategorie: lustige Gedichte

McDonald

Gehst du in McDonald essen,
bitte Pommes nicht vergessen.

Willst du einen dicken Bauch?
Kriegst du einen Cola-Schlauch.

Willst du einen fetten Arsch?
In McDonalds fressen marsch!

Und McDonalds großer Fraß,
muss ich sagen, macht mir Spaß!
Autor: JeSlavAKategorie: lustige Gedichte

Meine Muse

Sag mir den Grund, geliebte Muse.
Du reichst mir nicht mehr deine Hand?
Wo bleiben Phantasie, die schönen Worte,
die unsere Seelen innerlich verband?
Die Seelenrädchen stehen stumm und still,
sie brachten Wort und Zeile stets ans Ziel.
Nun muss ich alte Werke wiederkäuen.
Muse, bist du etwa schon senil?
Autor: Günter van de LindeKategorie: lustige Gedichte

Menschenfresser

Ein Student kam aus der Ferne
– von China war der junge Mann –,
um unsere Sprache zu studieren
und gut zu speisen dann und wann.

In der Bremer Uni-Mensa
las der chinesische Student
die angebotenen Gerichte,
die man in seinem Land nicht kennt.

Dort stand etwas von „Jägerschnitzel“,
„Frankfurter“ und so manches mehr,
ebenfalls fand er „Berliner“
und „Arme Ritter“ zum Verzehr.

Was ist denn Studentenfutter?
Droht womöglich mir Gefahr?,
dachte sich die Frühlingsrolle
sehr beunruhigt offenbar.

„Bauernfrühstück“, „Seemannsteller“
und manch anderes Gericht
entdeckte unser Mann aus China,
danach verzog er sein Gesicht.

Er las tatsächlich „Bremer Pinkel“
und fragte sich, was das wohl sei.
Er hielt es für was Peinliches,
mit seinem Hunger war’s vorbei.

Im nächsten Brief an seine Eltern
schrieb er in folgendem Verlauf:
„Ich lebe unter Kannibalen,
die essen ihre Leute auf.“

Kein Wunder, dass die Deutschen seien
an Ausländern sehr interessiert.
Sie würden nach erfolgter Prüfung
gleich massenweise importiert.
Autor: Elke AbtKategorie: lustige Gedichte

Ode auf das Schwein

Aloys Blumauer
Heil dir, geborstetes
Ewig geworstetes,
Dutzend geborenes
Niemals geschorenes,
Liebliches Schwein.

Dichter begeisterst du,
Eicheln bemeisterst du,
Alles verzehrest du,
Christen ernährest du,
Gütiges Schwein.

Heil dir drum, ewiges,
Immerfort schäbiges,
Niemals gereinigtes,
Vielfach gebeinigtes,
Liebliches Schwein.
Autor: Aloys BlumauerKategorie: lustige Gedichte

Pinschen

Ein Pinscher und `ne Natter
die pinschten mit erschröcklichem Geknatter
Der Kampf dauerte nicht allzu lange
Sieger war-man ahnt es ja- die ewig falsche Schlange
Ihr Bauch war kugelrund weil prallevoll
Der Pinscher gab den letzten Laut in `Moll`

Und die Moral von der Geschicht`:
Pinsch nie mit einer Natter nicht!
Autor: Dorothee KeckKategorie: lustige Gedichte

Schnauz und Miez

Ri-ra-rumpelstiez,
wo ist der Schnauz, Wo ist die Miez?
Der Schnauz, der liegt am Ofen
und leckt sich seine Pfoten.
Die Miez, die sitzt am Fenster
und wäscht sich ihren Spenzer.
Rumpeldipumpel, schnaufeschnauf,
da kommt die Frau die Treppe rauf.
Was bringt die Frau dem Kätzchen?
Einen Knäul, einen Knäul, mein Schätzchen,
einen Knäul aus grauem Wollenflaus,
der aussieht wie eine kleine Maus.
Was bringt die Frau dem Hündchen?
Ein Halsband, mein Kindchen,
ein Halsband von besondrer Art,
auf welchem steht: Schnauz Schnauzebart.
Ri-ra-rumpeldidaus,
und damit ist die Geschichte aus.
Autor: Christian MorgensternKategorie: lustige Gedichte

Schöner Urlaub

Gehst Du zum Baden an den Strand,
findest Du kaum ein Fleckchen Sand,
das groß genug, Dich hinzulegen.
Hast Du dann einen Platz gefunden,
wirst Du belästigt von den Hunden.
Sinnlos, sich da aufzuregen.

Von rundum das Geschrei von Kindern,
(kann man natürlich nicht verhindern).
Kann sich nicht davon wegbewegen.
Der Bagger dröhnt den ganzen Tag
das ist der Urlaub, den man mag.
Fang gar nicht an, Dich aufzuregen.

Den ganzen Tag hast Du’s mit Mücken,
kannst sie massenhaft zerdrücken.
Die kommen doch recht ungelegen.
Da hilft kein Zetern und kein Jaulen,
und auch kein Schimpfen und kein Maulen,
und auch nicht - sich aufzuregen.

Und daß Dir dann die Kakerlaken
nächtens in Dein Lager kacken,
hast Du natürlich was dagegen.
Mindestens bis gegen vier
grölts aus der Kneipe unter Dir.
Es bringt nichts, sich da aufzuregen.

Und wird’s dann hell zu früher Stunde,
hörst Du von überall die Hunde.
Das ist dann wohl der Morgensegen.
denn morgens, wenns beginnt zu Hellen,
fangen diese an zu bellen.
Gibs auf, Dich drüber aufzuregen.

Früh um fünf dann die Müllabfuhr
dann weißt Du, das ist Urlaub pur.
Die ganze Zeit nur wachgelegen.
Wenn Du dann morgens in der Frühe
ins Meer willst, doch da schwimmt nur Brühe.
Auch da hilfts nicht, sich aufzuregen.
Autor: Rüdiger KellerKategorie: lustige Gedichte

Sei leise

Hör bitte zu, es ist nämlich wichtig,
Denn alles was ich dir gleich sag' ist richtig,
Du bist eine wirklich große Pein,
Kannst du nicht einfach leise sein?!
Autor: Lala liKategorie: lustige Gedichte

Skelett beim Zahnarzt

Zum Zahnarzt kam jüngst ein Skelett
und bat ihn höflich und sehr nett,
ihm gründlich in den Mund zu spähen
und sein Gebiss mal anzusehen.

Der Zahnarzt folgte dieser Bitte
und sprach: "Die Zähne vorn und in der Mitte
sind gut, doch sag‘ ich mit Bedacht:
Das Zahnfleisch ist‘s, was Sorgen macht."
Autor: Elke AbtKategorie: lustige Gedichte

Spatzensalat

Auf dem Kirschbaum schmiroschmatzki
saß ein Spatz mit seinem Schatzki
spuckt die Kerne klipokleini
auf die Wäsche an der Leini
schrie dir Bäurin bulowatzki
fort ihr tiroteufels bratzki
schrie der Bauer wirowentzki
wo sind meine kirschokenzki
fladerupfki halsumdrahtski
holt der Henker alle Spatzki
Autor: unbekanntKategorie: lustige Gedichte

Unfreiwillige Kundenakquise

Proktologe Peter Pogel
wetzte gerne seinen Hobel
bei der Nachtschwester Nora Nolte,
die das durchaus gerne wollte.
Als Frau Pogel das erfuhr,
dachte sie: „Na warte nur!“
und trat ihrem Gatten barsch
in den werten Doktorarsch.
Seitdem cremt er täglich seine Wunde
und ist selbst sein bester Kunde.
Autor: MacWeckKategorie: lustige Gedichte

Vom Riesen Timpetu

Pst! Ich weiß was. Hört mal zu!
War einst ein Riese Timpetu.
Der arme Bursche hat - oh Graus -
im Schlafe nachts verschluckt 'ne Maus.
Er lief zum Doktor Isegrimm:
"Ach Doktor! Mir geht's heute schlimm.
ich hab' im Schlaf 'ne Maus verschluckt,
die sitzt im Leib und kneipt und druckt."
Der Doktor war ein kluger Mann,
man sah's ihm an der Nase an.
Er hat ihm in den Hals geguckt.
"Wie? Was? Ne Maus habt ihr verschluckt?
Verschluckt 'ne Miezekatz dazu.
so lässt die Maus euch gleich in Ruh."
Autor: Alwin FreudenbergKategorie: lustige Gedichte

Wider der Einsamkeit

Einsam und allein, das muss nicht auf Dauer sein,
auch wenn es nicht für immer, so gibt es einen Schimmer,
Zweisam und gemeinsam und manchmal auch zu dritt,
ist gegen Einsamkeit das Beste,
ein richtig geiler F*ck.
Autor: GoajunkieKategorie: lustige Gedichte

Wirklich, er war unentbehrlich...

Wirklich, er war unentbehrlich!
Überall, wo was geschah,
Zu dem Wohle der Gemeinde,
Er war tätig, er war da.

Schützenfest, Kasinobälle,
Pferderennen, Preisgericht,
Liedertafel, Spritzenprobe,
Ohne ihn, da ging es nicht.

Ohne ihn war nichts zu machen,
Keine Stunde hatt' er frei.
Gestern, als sie ihn begruben,
War er richtig auch dabei.
Autor: Wilhelm BuschKategorie: lustige Gedichte

Zahnschmerz

Das Zahnweh, subjektiv genommen,
ist ohne Zweifel unwillkommen;
doch hat's die gute Eigenschaft,
dass sich dabei die Lebenskraft,
die man nach außen oft verschwendet,
auf einen Punkt nach innen wendet
und hier energisch konzentriert.
Kaum wird der erste Stich verspürt,
kaum fühlt man das bekannte Bohren,
das Zucken, Rucken und Rumoren,
und aus ist's mit der Weltgeschichte,
vergessen sind die Kursberichte,
die Steuern und das Einmaleins,
kurz, jede Form gewohnten Seins,
die sonst real erscheint und wichtig,
wird plötzlich wesenlos und nichtig.
Ja, selbst die alte Liebe rostet,
man weiß nicht, was die Butter kostet,
denn einzig in der engen Höhle
des Backenzahnes weilt die Seele,
und unter Toben und Gesaus
reift der Entschluss: Er muss heraus!
Autor: Wilhelm BuschKategorie: lustige Gedichte

Humor in der Lyrik: Eine lange Tradition

Humor in der Dichtung ist so alt wie die Literatur selbst. Schon in der Antike schrieben griechische und römische Dichter satirische und komische Verse. Im deutschsprachigen Raum reicht die Tradition des humoristischen Gedichts bis ins Mittelalter zurück, wo Schwankdichtung und witzige Verse fester Bestandteil der literarischen Kultur waren.

Was sich über die Jahrhunderte verändert hat, ist die Form des Humors. Mittelalterlicher Witz war oft derb und körperbezogen. Die Aufklärung brachte feinere, intellektuellere Ironie. Die Romantik spielte mit Selbstironie und sprachlichem Witz. Und im 20. Jahrhundert entstanden mit Ringelnatz, Morgenstern und anderen Dichtern Werke, die Humor mit sprachlicher Virtuosität verbanden, auf eine Weise, die bis heute kein Verfallsdatum kennt.

Das Erstaunliche an wirklich guten humoristischen Gedichten ist, dass sie zeitlos sind. Wer heute einen Vers von Ringelnatz liest, lacht genauso wie die Leser vor hundert Jahren. Das liegt daran, dass echter Humor nicht von Aktualität abhängt, sondern von menschlichen Grundsituationen, die sich nie ändern.

Warum Humor so wichtig ist

Lachen ist keine Kleinigkeit. Es hat nachweisliche Auswirkungen auf das Wohlbefinden: Es setzt Endorphine frei, senkt Stresshormone und kann sogar körperliche Beschwerden lindern. Wer regelmäßig lacht, geht anders durchs Leben als jemand, der den Ernst der Lage immer und überall betont.

Lustige Gedichte können dazu beitragen. Nicht als Ablenkung von echten Problemen, sondern als Erinnerung daran, dass die Welt von verschiedenen Seiten betrachtet werden kann. Ein gutes humoristisches Gedicht dreht eine alltägliche Situation um, sieht sie aus einem unerwarteten Winkel und macht daraus etwas Komisches. Das verändert kurzzeitig die Perspektive, und manchmal reicht das, um den Tag in einem anderen Licht zu sehen.

Humor verbindet außerdem. Gemeinsam über dasselbe zu lachen schafft Nähe, und zwar sehr schnell. Ein witziges Gedicht, das man mit jemandem teilt, kann ein Gespräch eröffnen, eine Stimmung aufhellen oder einfach zeigen, dass man an jemanden gedacht hat. Das sind keine trivialen Dinge.

Wann lustige Gedichte genau passen

Es gibt mehr Gelegenheiten für ein humorvolles Gedicht als man zunächst denkt. Hier eine Übersicht der häufigsten und wirkungsvollsten Einsatzmöglichkeiten:

  • Geburtstag: Runde Geburtstage bieten sich geradezu an für witzige Verse. Wer dem Jubilar augenzwinkernd auf sein Alter anspielt, macht das meist besser mit einem guten Gedicht als mit einem schlecht platzierten Kommentar.
  • Aufmunterung bei schlechter Stimmung: Wenn jemand einen schwachen Tag hat, kann ein lustiges Gedicht mehr bewirken als gut gemeinte Ratschläge. Es lenkt nicht ab, es beleuchtet die Situation von einer leichteren Seite.
  • Abschied und Jobwechsel: Wenn ein Kollege das Unternehmen verlässt, darf das Abschiedsgedicht ruhig witzig sein. Ein humorvoller Rückblick auf gemeinsame Erlebnisse bleibt länger in Erinnerung als eine feierliche Rede.
  • Flirten und Kennenlernen: Ein witziger Vers zur richtigen Zeit zeigt Schlagfertigkeit und Kreativität. Beides kommt gut an.
  • Karten und soziale Netzwerke: Kurze, lustige Gedichte funktionieren hervorragend als Posts oder als Beilage zu einer Karte. Sie werden gelesen, geteilt und kommentiert.
  • Familienfeiern: Bei Treffen, bei denen verschiedene Generationen zusammenkommen, verbindet ein gutes humoristisches Gedicht Alt und Jung auf unkomplizierte Weise.

Formen des humoristischen Gedichts

Humor in der Lyrik zeigt sich in vielen verschiedenen Gewändern. Manche Formen sind klassisch, andere eher modern, aber alle haben ihren eigenen Reiz.

Der Limerick ist wohl die bekannteste humoristische Gedichtform überhaupt. Er besteht aus fünf Zeilen mit einem festgelegten Reimschema und endet fast immer mit einer Pointe. Limericks stammen ursprünglich aus dem englischen Sprachraum, sind aber auf Deutsch ebenso verbreitet. Das Schreiben eines guten Limericks macht Spaß und ist eine hervorragende Übung im Umgang mit Sprache und Timing.

Das Nonsensgedicht spielt mit der Logik der Sprache und bricht sie bewusst. Christian Morgenstern ist der bekannteste Vertreter dieser Form im deutschen Sprachraum. Seine Gedichte wie "Der Lattenzaun" oder "Das Nasobëm" erzeugen Komik nicht durch Witze, sondern durch die innere Absurdität einer konsequent zu Ende gedachten Unlogik.

Das Spottgedicht nimmt Personen, Situationen oder gesellschaftliche Phänomene aufs Korn. Es hat eine lange satirische Tradition und war in manchen Epochen politisch brisant. Heute findet man es häufiger als harmlose Variante, die Alltägliches leicht übertreibt und dadurch komisch macht.

Der witzige Vierzeiler ist die praktischste Form für den alltäglichen Gebrauch. Vier Zeilen, ein Reim, eine Pointe. Gut gemacht, ist er schlagfertig und bleibt im Gedächtnis. Schlecht gemacht, wirkt er billig. Der Unterschied liegt meistens in der letzten Zeile.

Meister des humoristischen Verses

Die deutschsprachige Literatur hat einige Dichter hervorgebracht, die den humoristischen Vers zur Kunstform erhoben haben. Wer sich für lustige Gedichte interessiert, kommt an diesen Namen nicht vorbei.

  • Joachim Ringelnatz (1883 bis 1934) ist wohl der bekannteste deutsche Humorist in Versform. Seine Gedichte verbinden scheinbare Leichtigkeit mit sprachlicher Präzision und einem Blick auf die Welt, der gleichzeitig komisch und melancholisch ist. Wer einmal "Die Ameisen" gelesen hat, vergisst den Text nicht mehr. Ringelnatz schrieb für alle, und seine Gedichte funktionieren heute genauso wie zu seiner Zeit.
  • Christian Morgenstern (1871 bis 1914) ist der Meister des Nonsens in der deutschen Lyrik. Seine "Galgenlieder" sind sprachlich brilliant und humoristisch auf eine Weise, die intellektuellen Witz mit kindlicher Freude am Unsinn verbindet. Seine Gedichte lesen sich auf den ersten Blick einfach, entfalten aber beim zweiten Hinschauen eine erstaunliche Tiefe.
  • Wilhelm Busch (1832 bis 1908) ist vor allem durch "Max und Moritz" bekannt, aber sein lyrisches Werk ist weit umfangreicher. Busch hatte eine Begabung dafür, menschliche Schwächen in wenige Zeilen zu destillieren, mit einem Humor, der manchmal beißt, aber selten verletzt.

Lustige Gedichte im Netz und in sozialen Medien

In der digitalen Kommunikation haben kurze, witzige Texte eine Renaissance erlebt. Was früher als Postkarte oder in einem Poesiealbum landete, wandert heute durch Messenger-Gruppen, wird auf Instagram gepostet oder als Kommentar unter ein Foto geschrieben. Lustige Gedichte sind für dieses Umfeld geradezu gemacht.

Sie sind kurz genug, um komplett gelesen zu werden. Sie überraschen in einem Strom von Alltagsnachrichten. Und wenn sie gut sind, werden sie weitergeleitet, geteilt, kommentiert. Ein treffendes humoristisches Gedicht kann in sozialen Netzwerken eine erstaunliche Reichweite entwickeln, weil es Menschen etwas gibt, das sie mit anderen teilen wollen: einen Moment des Lachens.

Auch im direkten Austausch per Nachricht funktionieren lustige Gedichte gut. Ein witziger Vers als Morgengruß, als Antwort auf eine Situation, die man kennt, oder einfach so, ohne besonderen Anlass: Das zeigt Kreativität und Aufmerksamkeit, und beides kommt in jeder Beziehung gut an.

Ein eigenes lustiges Gedicht verfassen

Ein gutes humoristisches Gedicht zu schreiben ist eine der befriedigendsten Schreibübungen, die es gibt. Wenn die Pointe sitzt, wenn der Reim überrascht und der Leser lacht, hat man etwas geschafft, das technisch anspruchsvoll, aber menschlich unmittelbar wirksam ist.

Der schwierigste Teil ist meistens die Pointe. Sie sollte überraschend, aber im Nachhinein unvermeidlich klingen. Das bedeutet: Der Witz darf nicht aus dem Nichts kommen, er muss im Text angelegt sein, aber so, dass man ihn nicht kommen sieht. Das ist leichter beschrieben als getan.

  • Beginnen Sie mit der Pointe. Wer weiß, womit das Gedicht enden soll, kann rückwärts arbeiten und den Rest darauf ausrichten. Das ist kontraintuitiv, aber sehr effektiv bei humoristischen Texten.
  • Nutzen Sie Übertreibung bewusst. Humor funktioniert oft durch Steigerung ins Absurde. Eine kleine Wahrheit, auf die Spitze getrieben, wird komisch. Das ist das Grundprinzip des Kabaretts, und es funktioniert in Gedichten genauso.
  • Spielen Sie mit Erwartungen. Der Leser erwartet beim Lesen eines Verses etwas. Wenn Sie das Erwartete im letzten Moment umkehren, entsteht Überraschung. Und Überraschung ist das Herzstück von Humor.
  • Testen Sie den Text an jemandem. Humor ist subjektiv. Was Sie selbst witzig finden, kommt nicht bei allen gleich an. Ein erster Test an einer Person, der Sie vertrauen, zeigt schnell, ob der Witz funktioniert.
  • Kürzen Sie unbarmherzig. Ein lustiges Gedicht, das zu lang ist, verliert seinen Biss. Jedes Wort, das nicht zur Pointe beiträgt, nimmt ihr Gewicht. Streichen Sie, was nicht nötig ist.

Humor mit Fingerspitzengefühl: Was man beachten sollte

Humor ist eine mächtige Sache, und wie alle mächtigen Dinge will er mit Bedacht eingesetzt werden. Ein lustiges Gedicht, das den falschen Ton trifft oder an der falschen Stelle kommt, kann das Gegenteil von dem bewirken, was man beabsichtigt hat.

Humor auf Kosten anderer ist selten wirklich lustig, zumindest nicht für alle Beteiligten. Ein gutes humoristisches Gedicht lacht über Situationen, über menschliche Eigenheiten im Allgemeinen oder über sich selbst, aber nicht über bestimmte Personen in einer verletzenden Weise. Die Grenze ist manchmal schmal, aber sie existiert, und sie zu kennen macht den Unterschied zwischen einem guten Witz und einem Fauxpas.

Außerdem ist der Anlass entscheidend. Was auf einer ausgelassenen Geburtstagsfeier für Lachen sorgt, kann bei einer ernsten Veranstaltung unangemessen wirken. Wer ein lustiges Gedicht einsetzt, sollte die Situation lesen können. Das ist keine Frage des Talents, sondern der Aufmerksamkeit für den Moment und die Menschen darin.

Wenn all das stimmt, dann ist ein gutes lustiges Gedicht eines der schönsten Dinge, die man jemandem schenken kann: ein ehrliches, unvermitteltes Lachen. Das kostet nichts und bleibt trotzdem in Erinnerung.

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