Frühlingsgedichte

Sie haben den Winter satt? Der Frühling ist Ihre liebste Jahreszeit? Frühlingsgedichte können Motivation und Freude zugleich sein: Bald ist es geschafft! Kein Schnee mehr, keine Kälte mehr. Die Tage werden wieder länger, auch dank der Umstellung auf die Sommerzeit. Die Natur erwacht, es beginnt zu grünen und zu blühen. Die Vögel singen, die Bienen summen und die Eichhörnchen springen wieder umher. Wer einen Garten hat, kann erneut mit dem Rumwuseln in seiner kleinen Lieblingsoase beginnen. Frühlingsgedichte als Aufmunterung? Das bietet sich an, wenn einem Freund oder Familienangehörigen gerade nicht zum Lachen zumute ist. Stöbern Sie in Ruhe durch unsere Sammlung und lassen Sie sich inspirieren.

Als lyrische Gattung begleitet das Frühlingsgedicht die Menschheit seit Jahrtausenden. Kaum eine Jahreszeit hat so viele Dichter zu Versen animiert wie der Frühling. Das liegt nahe: Der Übergang von der dunklen, kalten Jahreszeit in die Zeit der Blüten und des Lichts berührt etwas Grundlegendes im Menschen. Hoffnung, Aufbruch, Erneuerung. Diese Themen treffen einen Nerv, der nie ganz stumpf wird, egal wie oft man sie schon gelesen hat.

Frühlingsgedichte

Inhaltsverzeichnis

Frühlingsgedichte

Der Lenz mit Klang und roten Blumenmunden

Der Lenz mit Klang und roten Blumenmunden,
Holdselge Pracht! wird bleich in Wald und Aue;
Tonlos schweift ich damals durchs heitre Blaue,
Hatt nicht das Glühn im Tiefsten noch empfunden.

Da sprach Waldhorn von überselgen Stunden,
Und wie ich mutig in die Klänge schaue,
Reit´t aus dem Wald die wunderschöne Fraue
O! Niederknien, erst´s Aufblühn ewiger Wunden!

Zu weilen, fortzuziehn, schien sie zu zagen,
Verträumt blühten ins Grün der Augen Scheine,
Der Wald schien schnell zu wachsen mit Gefunkel.

Aus meiner Brust quoll ein unendlich Fragen,
Da blitzten noch einmal die Edelsteine,
Und um den Zauber schlug das grüne Dunkel.
Autor: Joseph von EichendorffKategorie: Frühlingsgedichte

Alles neu macht der Mai

Alles neu macht der Mai
macht die Seele frisch und frei.
Lasst das Haus, komm hinaus,
windet einen Strauß!
Rings erglänzet Sonnenschein
duftend pranget Flur und Hain
Vogelsang, Hörnerklang
tönt den Wald entlang.

Wir durchzieh´n Saaten grün
Haine, die ergötzend blüh`n
Waldespracht - neu gemacht
nach des Winters Nacht.
Dort im Schatten an dem Quell
rieseln munter, silberhell
klein und groß ruht im Moos
wie im weichen Schoß.

Hier und dort, fort und fort
wo wir ziehen Ort für Ort.
Alles freut sich der Zeit,
die verjüngt, erneut
Widerschein der Schöpfung blüht
uns erneuernd im Gemüt.
Alles neu, frisch und frei
macht der holde Mai.
Autor: Hermann Adam von KampKategorie: Frühlingsgedichte

An den Frühling

Willkommen, schöner Jüngling!
Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
Willkommen auf der Flur!

Ei! ei! da bist ja wieder!
Und bist so lieb und schön!
Und freun wir uns so herzlich,
Entgegen dir zu gehn.

Denkst auch noch an mein Mädchen?
Ei, Lieber, denke doch!
Dort liebte mich das Mädchen,
Und 's Mädchen liebt mich noch!

Fürs Mädchen manches Blümchen
Erbat ich mir von dir -
Ich komm' und bitte wieder,
Und du? - du gibst es mir.

Willkommen, schöner Jüngling!
Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
Willkommen auf der Flur!
Autor: Friedrich SchillerKategorie: Frühlingsgedichte

Der Mai

Bald ist zu Ende der April,
der Mai steht vor der Tür.
Die Vögel zwitschern laut und schön
zu unserem Pläsier.

Doch droht uns allen auch Gefahr,
die Bäume schlagen aus,
drum halte Abstand, wenn du gehst
in die Natur hinaus.

Nun wird es auch die höchste Zeit,
das lange Gras zu kürzen
und mancher legt ein Beet sich an
mit Kräutern und Gewürzen.

Mitte Mai, da wird’s noch einmal
draußen bitterkalt,
die Eisheiligen ziehen dann
durchs Feld und in den Wald.

Sie kommen und zerstören gern
die schöne Blütenpracht,
die haben manchem Gärtner schon
viel Ärger eingebracht.

Nun folgt auch noch – warum auch nicht –
die eiskalte Sophie
und killt, was dann noch übrig ist
mit feiner Akribie.

Verliebte wollen jetzt verstärkt
den Bund der Ehe schließen
und lassen sich trotz der Gefahr
die Hochzeit nicht verdrießen.

Der Mann trägt seine Ehefrau
auf Händen – kann man’s fassen?
Ist sie ihm irgendwann zu schwer,
wird er sie fallen lassen.
Autor: Elke AbtKategorie: Frühlingsgedichte

Der Frühling

Der Schnee ist weg, die Sonne scheint,
im Baume singt ein Star.
Der Frühling ist jetzt aufgewacht,
die schönste Zeit im Jahr.
Nach dieser langen Winterzeit
will keiner länger warten
und manchen zieht es förmlich raus
in den geliebten Garten.

Hier wird gegraben und geharkt,
die Schäden abgeschnitten,
denn mancher Zweig von Baum und Strauch
hat unterm Frost gelitten.

Nur Schneeglöckchen und Krokusse,
die können was vertragen
und stecken ihre Köpfe raus,
auch an sehr kalten Tagen.

Die Lebensgeister sind erwacht
bei Menschen und den Tieren.
Die Balz beginnt, denn das Gefühl
fängt an, uns zu regieren.
Überall in der Natur,
da finden sich die Paare
und alles wiederholt sich nun –
wie die vergangenen Jahre.
Autor: Elke AbtKategorie: Frühlingsgedichte

Der Frühling

Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde,
Die Tage kommen blütenreich und milde,
Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen
Vom Himmel abwärts, wo die Tag entstehen.

Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten
Wie eine Pracht, wo Feste sich verbreiten,
Der Menschen Tätigkeit beginnt mit neuem Ziele,
So sind die Zeichen in der Welt, der Wunder viele.
Autor: Friedrich HölderlinKategorie: Frühlingsgedichte

Der Frühling

Wenn auf Gefilden neues Entzücken keimt
Und sich die Ansicht wieder verschönt und sich
An Bergen, wo die Bäume grünen,
Hellere Lüfte, Gewölke zeigen,

O! welche Freude haben die Menschen! froh
Gehn an Gestaden Einsame, Ruh' und Lust
Und Wonne der Gesundheit blühet,
Freundliches Lachen ist auch nicht ferne.
Autor: Friedrich HölderlinKategorie: Frühlingsgedichte

Der Frühling ist die schönste Zeit!

Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Da grünt und blüht es weit und breit
im goldnen Sonnenschein.

Am Berghang schmilzt der letzte Schnee,
Das Bächlein rauscht zu Tal,
Es grünt die Saat, es blinkt der See
Im Frühlingssonnenstrahl.

Die Lerchen singen überall,
Die Amsel schlägt im Wald!
Nun kommt die liebe Nachtigall
Und auch der Kuckuck bald.

Nun jauchzet alles weit und breit,
Da stimmen froh wir ein:
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Autor: Annette von Droste-HülshoffKategorie: Frühlingsgedichte

Der Frühling kommt bald

Herr Winter,
geh hinter
der Frühling kommt bald!
Das Eis ist geschwommen,
die Blümlein sind kommen
und grün wird der Wald.

Herr Winter,
geh hinter,
dein Reich ist vorbei.
Die Vögelein alle,
mit jubelndem Schalle,
verkünden den Mai!
Autor: Christian MorgensternKategorie: Frühlingsgedichte

Die beste Zeit im Jahr ist Maien

Die beste Zeit im Jahr ist Maien
Da singen alle Vögelein,
Himmel und Erde ist der voll
Viel gut Gesang der lautet wohl.

Voran die liebe Nachtigall,
Macht alles fröhlich überall
Mit ihrem lieblichen Gesang,
Des muß sie haben immer Dank.

Viel mehr der liebe Herre Gott,
Der sie also geschaffen hat
Zu sein die rechte Sängerin,
Der Musica ein Meisterin.

Dem singt und springt sie Tag und Nacht,
Seins Lobes sie nicht müde macht;
Den ehrt und lobt auch mein Gesang
Und sagt ihm ewiglichen Dank.
Autor: Martin LutherKategorie: Frühlingsgedichte

Die Säulen des Laubes

Jeder einzelne Baum wiegt sich im Wind
fest verwurzelt im Erdreich
gespeist durch Quellen im Schatten
beschienen vom ewigen Feuer der Sonne

Wachsen unaufhaltsam tausende von Jahren
Herrscher über das Erdland
bis zum Glockenschlag
der Geburt des Menschen

Die Säulen des Laubes
zu wertvoll für einen wie uns
werden getötet, benutzt und verbrannt
hilflos geht die Welt der Bäume zugrunde

Einer nach dem Anderen
fallen würdelos bespickt mit Dornen
namens Mensch
Die Natur wird sich wehren
in der Nacht der Bäume
wutentfacht
Autor: Nicholas WernerKategorie: Frühlingsgedichte

Entschluss

Noch schien der Lenz nicht gekommen,
Es lag noch so stumm die Welt,
Da hab' den Stab ich genommen,
Zu pilgern ins weite Feld.

Und will auch kein' Lerch' sich schwingen,
Du breite die Flügel, mein Herz,
Lass hell und fröhlich uns singen
Zum Himmel aus allem Schmerz!

Da schauen im Tale erschrocken
Die Wandrer rings in die Luft,
Mein Liebchen schüttelt die Locken,
Sie weiß es wohl, wer sie ruft.

Und wie sie noch steh'n und lauschen,
Da blitzt es schon fern und nah,
All' Wälder und Quellen rauschen,
Und Frühling ist wieder da!
Autor: Joseph von EichendorffKategorie: Frühlingsgedichte

Es färbte sich die Wiese grün

Es färbte sich die Wiese grün
Ich sah's in allen Hecken blühn;
Sah täglich neue Kräuter
Den Himmel, mild und heiter
Ich wusste nicht, wie mir geschah
Und wie das wurde, was ich sah

Es quoll und trieb nun überall
Mit Leben, Farben, Duft und Schall
Ein Geist schien mir erwacht
Der dieses hat vollbracht
Ich wusste nicht, wie mir geschah
Und wie das wurde, was ich sah

Vielleicht beginnt ein neues Reich
Der lock're Staub wird zum Gesträuch
Und Mensch, und Tier und Baum -
Erleben ihren Traum
Ich wusste nicht, wie mir geschah
Und wie das wurde, was ich sah

Ich stand im hellen Sonnenschein
Das ist der Frühling, fiel mir ein
Ich sah, daß jetzt auf Erden
Die Menschen glücklich werden
Da wusste ich wie mir geschah
Und wie das wurde, was ich sah
Autor: NovalisKategorie: Frühlingsgedichte

Früher Frühling

Zwischen Februar und März
Liegt die große Zeitenwende,
und, man spürt es allerwärts,
mit dem Winter geht`s zu Ende.
Schon beim ersten Sonnenschimmer
Steigt der Lenz ins Wartezimmer.
Keiner weiß, wie es geschah,
und auf einmal ist er da.
Manche Knospe wird verschneit
Zwar im frühen Lenz auf Erden.
Alles dauert seine Zeit,
nur Geduld, es wird schon werden.
Folgt auch noch ein rauher Schauer,
lacht der Himmel um so blauer.
Leichter schlägt das Menschenherz
zwischen Februar und März.
Autor: Fred EndrikatKategorie: Frühlingsgedichte

Frühling

Nun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
»Er kam, er kam ja immer noch«,
Die Bäume nicken sich's zu.

Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuss auf Schuss;
Im Garten der alte Apfelbaum,
Er sträubt sich, aber er muss.

Wohl zögert auch das alte Herz
Und atmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt: »Es ist erst März,
Und März ist noch nicht Mai.«

O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh':
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag's auch du.
Autor: Theodor FontaneKategorie: Frühlingsgedichte

Frühling

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
- Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab' ich vernommen!
Autor: Eduard MörikeKategorie: Frühlingsgedichte

Frühling

Schimmert golden feinste Seide
kostbar weckt im Sonnenschein
unterm Schnee sprießts auf der Heide
erste Frühlingskinder heim

Horch die kleine leisen Sprecher
schon entknoten Blütenkleid
trinken aus dem Märzenbecher
reißen auf es ist so weit

Ja so liebt die Mutter Erde
ihre Kinder all zu sehr
dass ihr Herz betrunken werde
füllt sich Leben immer mehr

Frühling schmücket Königskronen
hebt sich Hoffnung in die Luft
wird in dir noch edler wohnen
wenn er dich zum Adel ruft
Autor: Marcel StrömerKategorie: Frühlingsgedichte

Frühling

Frühling ist wie Karneval, so bunt, so fröhlich und so schön.
Blumen schmücken überall die Wiesen, herrlich anzuseh'n
Die Amsel singt, es pfeift der Star, die Welt ist voll Musik;
Der Entrich und die Ent sogar, sie schnattern voller Glück.
Die Bäume schmücken sich mit saff'tgen Grün
Der Himmel leuchtet blau,
Am Bach die Schlüsselblumen blüh'n, und Veilchen in der Au.
Die Sonne ist ein goldener Ball !
Ja Frühling ist wie Karneval.
Autor: Hella KellerKategorie: Frühlingsgedichte

Frühling

Im zarten Licht des Frühlingstau,
erwacht die Welt im Blütenschein.
Die Knospen öffnen sich im Mai,
und Vögel singen voller Reim.

Die Luft erfüllt von süßen Düften,
die Farben tanzen voller Glanz.
Ein sanfter Wind, der alles verzaubert,
trägt Hoffnung, Liebe, Lebenskranz.

Die Bäume wiegen sich im Tanz,
und Gräser wie ein Teppich weich.
Die Sonne strahlt im goldnen Glanz,
erfüllt die Herzen, macht sie reich.

Im Frühling blüht die Liebe auf,
wie Rosenknospen, zart und fein.
In jedem Hauch, in jedem Lauf,
schreibt sich ein neues Leben ein.

So tanze, Welt, im Frühlingsrausch,
und singe, singe, Vögelein.
Der Frühling kommt im leisen Hauch,
und lässt die Herzen wieder sein.
Autor: Silvan MaaßKategorie: Frühlingsgedichte

Frühling übers Jahr

Das Beet, schon lockert
Sich's in die Höh',
Da wanken Glöckchen
So weiß wie Schnee;
Safran entfaltet
Gewalt'ge Glut,
Smaragden keimt es
Und keimt wie Blut.
Primeln stolzieren
So naseweis,
Schalkhafte Veilchen,
Versteckt mit Fleiß;
Was auch noch alles
Da regt und webt,
Genug, der Frühling,
Er wirkt und lebt.

Doch was im Garten
Am reichsten blüht,
Das ist des Liebchens
Lieblich Gemüt.
Da glühen Blicke
Mir immerfort,
Erregend Liedchen,
Erheiternd Wort;
Ein immer offen,
Ein Blütenherz,
Im Ernste freundlich
Und rein im Scherz.
Wenn Ros' und Lilie
Der Sommer bringt,
Er doch vergebens
Mit Liebchen ringt.
Autor: Johann Wolfgang von GoetheKategorie: Frühlingsgedichte

Frühlings Ankunft

Grüner Schimmer spielet wieder
Drüben über Wies' und Feld.
Frohe Hoffnung senkt sich nieder
Auf die stumme trübe Welt.
Ja, nach langen Winterleiden
Kehrt der Frühling uns zurück,
Will die Welt in Freude kleiden,
Will uns bringen neues Glück.

Seht, ein Schmetterling als Bote
Zieht einher in Frühlingstracht,
Meldet uns, dass alles Tote
Nun zum Leben auferwacht.
Nur die Veilchen schüchtern wagen
Aufzuschau'n zum Sonnenschein;
Ist es doch, als ob sie fragen:
»Sollt' es denn schon Frühling sein?«

Seht, wie sich die Lerchen schwingen
In das blaue Himmelszelt!
Wie sie schwirren, wie sie singen
Über uns herab ins Feld!
Alles Leid entflieht auf Erden
Vor des Frühlings Freud' und Lust –
Nun, so soll's auch Frühling werden,
Frühling auch in unsrer Brust!
Autor: August Heinrich Hoffmann von FallerslebenKategorie: Frühlingsgedichte

Frühlingserwachen

Der Igel ist gerad’ aufgewacht,
der Frühling ist jetzt da,
und nun beginnt für die Natur
die schönste Zeit im Jahr.

Der Mecki reibt die Augen sich,
streicht übers Stachelkleid
und klettert aus dem Unterschlupf,
macht sich zum Start bereit.

Müde schaut er dann umher,
ihm knurrt ganz laut der Magen.
Dringend braucht er gutes Futter
für sein Wohlbehagen.

Er findet ein paar Käferlarven
und so mancherlei,
das er sich zu Gemüte führt
und fein zerkaut zu Brei.

Nebenan, da raschelt es,
er sieht ein Igelweibchen
mit einem niedlichen Gesicht
und einem hübschen Leibchen.

Sein Heiratsantrag folgt sogleich,
er gibt ihr Brief und Siegel,
und jeder weiß, was nun passiert:
Sie machen kleine Igel.

Danach macht er sich aus dem Staub,
das klingt für manchen hart.
Kommt so etwas bei Menschen vor,
ist’s nicht die feine Art.
Autor: Elke AbtKategorie: Frühlingsgedichte

Frühlingsfeier

Süßer, goldner Frühlingstag!
Inniges Entzücken!
Wenn mir je ein Lied gelang,
Sollt es heut` nicht glücken?

Doch warum in dieser Zeit
An die Arbeit treten?
Frühling ist ein hohes Fest.
Laßt mich ruhn und beten!
Autor: Ludwig UhlandKategorie: Frühlingsgedichte

Frühlingslied

Wir gehen heute dem Frühling entgegen.
Am Ende des Tunnels ist Licht schon zu seh’n.
Vielleicht werden wir ihm schon morgen begegnen.
Nach so langer Zeit wär das schön.
Längst ist es nicht mehr so düster im Walde
Und über den Feldern wird’s freundlich und hell
Und wir spüren deutlich, dass sicher schon balde
Jemand bei uns ist, den jeder gern will.

Von fern klingt’s und von nah! Hörst du das Frühlingslied?
Frühling komm, lass vor dem Haus die Schlehen erblüh’n.
Mach die Wiesen und die Wälder wieder grün.
Wenn die Sonne unser Herz wärmt
Und das Leben neu beginnt
Woll’n wir fühlen, dass wir Teil des Werdens sind.

Verjagt nun den Winter zurück in die Berge.
Zum Frühlingsbeginn in der erwachenden Flur.
Die Vögel mit ihrem Gesang schenken Wärme
Und wir fragen ruh‘los, wo bleibt er denn nur?
Willkommen du Frühling, du freundlicher Grüner.
Wir haben schon lange gewartet auf dich.
Du bringst uns die Sonne, die Blumen, das Glück
Und hoffentlich auch alle Störche zurück.

Von fern klingt’s und von nah! Hörst du das Frühlingslied?
Frühling komm, lass vor dem Haus die Schlehen erblüh’n.
Mach die Wiesen und die Wälder wieder grün.
Wenn die Sonne unser Herz wärmt
Und das Leben neu beginnt
Woll’n wir fühlen, dass wir Teil des Werdens sind.

Wir woll’n fühlen, dass wir Teil dieses Wunders sind.
Autor: Antje SturmKategorie: Frühlingsgedichte

Frühlingsmorgen

In strahlend hellem Blau
erstrahlt ein schöner Frühlingsmorgen,
nach wintertristem Grau,
nach Schnee und Eis und manchen Sorgen.

Der Sonne zaghaft warmer Strahl,
kündet von Hoffnungsschimmer,
die Welt wird grün - ist nicht mehr kahl,
ich wünsch den Augenblick für immer.
Autor: Anette Wirth-HückingKategorie: Frühlingsgedichte

Frühlingsnacht

Übern Garten durch die Lüfte
Hört ich Wandervögel ziehn,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängt's schon an zu blühn.

Jauchzen möcht ich, möchte weinen,
Ist mir's doch, als könnt's nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.

Und der Mond, die Sterne sagen's,
Und in Träumen rauscht's der Hain,
Und die Nachtigallen schlagen's:
Sie ist deine, sie ist dein!
Autor: Joseph von EichendorffKategorie: Frühlingsgedichte

Frühlingszuversicht

Die kleinen Blättchen halten´s nicht
In brauner Knospe aus,
Sie sagen: “Jetzt ist uns`re Zeit,
Jetzt müssen wir heraus.

Ob auch die Sonne bleich und matt,
Ob finst`re Wolken dräun,
Der alten Erde müssen wir
Doch frische Blüten streun.

Auch hofft manch armes Menschenkind
Wie wir auf Sonnenschein,
Dem wollen wir mit unserm Grün
Ein gutes Zeichen sein.”

Und wie sie das geflüstert kaum,
Entfalten sie sich schnell,
Und lächelnd strahlt sogleich herab
Die Sonne warm und hell.

Und in der Menschen Herzen zieht
Die Hoffnung süß und licht,
Die grünen Blättchen wecken rings
Die Frühlingszuversicht.
Autor: Auguste KursKategorie: Frühlingsgedichte

Hoffnung.

Und dräut der Winter noch so sehr
Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher,
Es muss doch Frühling werden.

Und drängen die Nebel noch so dicht
Sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht
Einmal die Welt zur Wonne.

Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht,
mir soll darob nicht bangen,
Auf leisen Sohlen über Nacht
Kommt doch der Lenz gegangen.

Da wacht die Erde grünend auf,
Weiß nicht, wie ihr geschehen,
Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf
Und möchte vor Lust vergehen.

Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar
Und schmückt sich mit Rosen und Ähren,
Und läßt die Brünnlein rieseln klar,
als wären es Freudenzähren.

Drum still! Und wie es frieren mag,
O Herz, gib dich zufrieden;
Es ist ein großer Maientag
Der ganzen Welt beschieden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut,
Als sei die Höll` auf Erden,
Nur unverzagt auf Gott vertraut!
Es muss doch Frühling werden.
Autor: Emanuel GeibelKategorie: Frühlingsgedichte

Jünglingsklage

Winter, so weichst du,
Lieblicher Greis,
Der die Gefühle
Ruhigt zu Eis.
Nun unter Frühlings
Üppigem Hauch
Schmelzen die Ströme -
Busen, du auch!
Autor: Heinrich von KleistKategorie: Frühlingsgedichte

Kommt er?

Wohlig warm
die Füße strecken
auch das Leben hierdrin wecken
den fallenden Staub nicht sehen
zum Frühling nach draußen gehen,
Barfuß zur Türe hüpfen-
Fröhlich durch den Spalt dort schlüpfen.
Dorthin tapsen, wo das Glück so strahlt.
Merken:
Es ist schon noch kalt!
Autor: AlineKategorie: Frühlingsgedichte

Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald

Kuckuck, Kuckuck ruft aus dem Wald:
Lasset uns singen,
Tanzen und springen!
Frühling, Frühling wird es nun bald.

Kuckuck, Kuckuck lässt nicht sein Schrei'n:
Kommt in die Felder,
Wiesen und Wälder!
Frühling, Frühling, stelle dich ein!

Kuckuck, Kuckuck, trefflicher Held!
Was du gesungen,
Ist dir gelungen:
Winter, Winter räumet das Feld.
Autor: August Heinrich Hoffmann von FallerslebenKategorie: Frühlingsgedichte

Leise zieht durch mein Gemüt

Leise zieht durch mein Gemüt
Liebliches Geläute -
Klinge, kleines Frühlingslied,
Kling hinaus ins Weite.

Kling hinaus, bis an das Haus,
Wo die Blumen sprießen,
Wenn du eine Rose schaust,
Sag, ich lass sie grüßen.
Autor: Heinrich HeineKategorie: Frühlingsgedichte

Lob des Frühlings

Saatengrün, Veilchenduft,
Lerchenwirbel, Amselschlag,
Sonnenregen, linde Luft!
Wenn ich solche Worte singe,
braucht es dann noch große Dinge,
Dich zu preisen, Frühlingstag!
Autor: Ludwig UhlandKategorie: Frühlingsgedichte

Nur einmal bringt des Jahres Lauf

Nur einmal bringt des Jahres Lauf
uns Lenz und Lerchenlieder.
Nur einmal blüht die Rose auf,
und dann verwelkt sie wieder;
nur einmal gönnt uns das Geschick
so jung zu sein auf Erden:
Hast du versäumt den Augenblick,
jung wirst du nie mehr werden.

Drum lass von der gemachten Pein
um nie gefühlte Wunden!
Der Augenblick ist immer dein,
doch rasch entfliehn die Stunden.
Und wer als Greis im grauen Haar
vom Schmerz noch nicht genesen,
der ist als Jüngling auch fürwahr
nie jung und frisch gewesen.

Nur einmal blüht die Jugendzeit
und ist so bald entschwunden;
und wer nur lebt vergangnem Leid,
wird nimmermehr gesunden.
Verjüngt sich denn nicht auch Natur
stets neu im Frühlingsweben?
Sei jung und blühend einmal nur,
doch das durchs ganze Leben!
Autor: Richard von WilpertKategorie: Frühlingsgedichte

Oh, wie ist es kalt geworden

O, wie ist es kalt geworden
Und so traurig, öd' und leer!
Raue Winde weh'n von Norden
Und die Sonne scheint nicht mehr.

Auf die Berge möcht' ich fliegen,
Möchte seh'n ein grünes Tal,
Möcht' in Gras und Blumen liegen
Und mich freu'n am Sonnenstrahl;

Möchte hören die Schalmeien 1)
Und der Herden Glockenklang,
Möchte freuen mich im Freien
An der Vögel süßem Sang.

Schöner Frühling, komm doch wieder,
Lieber Frühling, komm doch bald,
Bring' uns Blumen, Laub und Lieder,
Schmücke wieder Feld und Wald!

Ja, du bist uns treu geblieben,
Kommst nun bald in Pracht und Glanz,
Bringst nun bald all deinen Lieben
Sang und Freude, Spiel und Tanz.
Autor: August Heinrich Hoffmann von FallerslebenKategorie: Frühlingsgedichte

Reklamationen

Reklamationen
bitte
ausschließlich an den
Der
wie es geschrieben steht
Dich und Mich
und
Himmel und Hölle
in Bewegung gesetzt hat
und Der
wie man sagt
für diesen Frühling wieder
die alleinige Verantwortung trägt
Und Der
wie du siehst
darüber einen vollen Mond
leuchtend in die Zweige hängt
zu allem Überfluss
dieser sternklaren Nacht
Autor: Ute Windisch-HofmannKategorie: Frühlingsgedichte

Sehnsucht nach dem Frühling

Wir treiben den Winter aus dem Wald, oh Frühling, oh Frühling komme bald.
Einen Boten hast Du uns vorgesandt, der ist uns allen wohl bekannt.
Das Schneeglöckchen ist es zart und fein, blüht es bis in den März hinein.
Doch jetzt ist es noch immer kalt oh Frühling, oh Frühling komme bald.
Autor: Jan Donath, 1976, BeamterKategorie: Frühlingsgedichte

Winterfee

Über den glitzernden, jungfräulichen Schnee
Wandelt im weißen Mondschein die Winterfee
Auf nackten Sohlen. Weißer, kleiner Fuß,
Fühlst du, daß dich der Schnee beneiden muß
Um deine weiche, weiße, warme Haut,
Und daß er nur vor Scham und Sehnsucht taut?

Was will die Fee? Es ist so märchenstill,
Sie lauscht und lauscht, ob sich was melden will.
Nun neigt sie tief zum Schnee ihr kleines Ohr:
Ein Silberglöckchen klingelt zu ihr empor.
Da küßt die Fee das klingende Fleckchen Schnee!
Seltsame, seltsame Wintermärchenfee!

Sie haucht auf den Schnee mit ihrem roten Mund:
Kling, kling, ein Schneeglöckchen steigt empor aus dem Grund.
Nun tanzt sie gar mit den Strahlen im Mondenschein!
Die Winterfee? Kann das die Winterfee sein?
Und hundert Glöckchen kichern empor aus dem Schnee:
Winterfee warst du! Nun bist du die Frühlingsfee!
Autor: Hugo SalusKategorie: Frühlingsgedichte

Frühling und Lyrik: Eine besondere Verbindung

Die Verbindung zwischen Frühling und Dichtkunst ist so alt wie die Literatur selbst. In nahezu jeder Kultur der Welt gibt es eine Tradition, den Aufbruch der Natur nach dem Winter in Versen zu feiern. Im deutschen Sprachraum reicht diese Tradition mindestens bis ins Mittelalter zurück, wo Minnedichter den Mai als Symbol der Liebe und Lebensfreude besangen.

Im 18. und 19. Jahrhundert erlebte die Frühlingslyrik dann ihre eigentliche Blütezeit. Dichter der Romantik, des Sturm und Drang und des Realismus sahen in der Natur nicht nur einen Hintergrund, sondern einen Spiegel menschlicher Gefühle. Der Frühling stand für innere Erneuerung genauso wie für das äußere Erwachen der Welt. Diese Doppeldeutigkeit macht Frühlingsgedichte so vielseitig: Sie können beschwingt und leicht sein oder tief und nachdenklich, oft sogar beides gleichzeitig.

Bis heute entstehen neue Frühlingsgedichte. Die klassischen Motive werden von modernen Autorinnen und Autoren aufgegriffen und neu interpretiert. Die Sprache hat sich verändert, die Empfindung dahinter ist dieselbe geblieben.

Typische Motive und Bilder in Frühlingsgedichten

Wer viele Frühlingsgedichte liest, stößt immer wieder auf bestimmte Bilder, die sich durch die Jahrhunderte ziehen. Das sind keine Klischees, sondern archetypische Motive, die deshalb so häufig auftauchen, weil sie etwas Wesentliches treffen.

  • Blüten und Blumen: Kirschblüten, Veilchen, Schlüsselblumen, Maiglöckchen. Blühende Pflanzen stehen für Aufbruch und Schönheit, aber auch für Vergänglichkeit, da Blüten so schnell wieder fallen.
  • Vogelgesang: Die Lerche, die Nachtigall, der Kuckuck. Vögel sind in der Lyrik seit jeher Boten des Frühlings. Ihr Gesang markiert das Ende des Winters und kündigt warme Tage an.
  • Licht und Wärme: Die Sonne, die wieder höher steht, die Länge der Tage, die wächst. Licht ist in Frühlingsgedichten fast immer positiv besetzt, als Metapher für Hoffnung und Klarheit.
  • Wasser: Schmelzendes Eis, sprudelnde Bäche, der erste Regen nach dem Winter. Wasser steht für Leben und Bewegung, für das Aufbrechen erstarrter Zustände.
  • Liebe und Sehnsucht: Der Frühling wurde in der Lyrik von jeher mit Liebe verknüpft. Das ist kein Zufall: Beide haben etwas mit Aufblühen, mit Wärme und mit dem Wunsch nach Verbindung zu tun.
  • Erneuerung und Neuanfang: Der Frühling als innere Wende. Gedichte, die dieses Motiv aufgreifen, richten sich oft an Menschen in Übergangssituationen, die einen Neustart wagen oder gerade frischen Mut gebrauchen können.

Für welche Anlässe eignen sich Frühlingsgedichte?

Frühlingsgedichte sind erstaunlich vielseitig. Sie passen nicht nur in die Jahreszeit selbst, sondern lassen sich auch für eine ganze Reihe von Gelegenheiten nutzen, die gar nicht unmittelbar mit dem Wetter zu tun haben müssen.

  • Einladungen zum Gartenfest oder Grillabend: Wer seine Gäste mit einem kurzen Frühlingsgedicht auf der Einladungskarte begrüßt, setzt einen persönlichen Ton. Das ist charmant, originell und unterscheidet sich wohltuend von der üblichen Standardeinladung.
  • Aufmunterung für Menschen in schwierigen Phasen: Wenn jemand Trübsal bläst oder gerade durch eine schwierige Zeit geht, kann ein Frühlingsgedicht als kleiner Lichtblick wirken. Nicht als Ablenkung, sondern als Zeichen, dass da jemand an einen denkt.
  • Geburtstage im Frühling: Wer zwischen März und Mai Geburtstag hat, freut sich über eine Karte, die die Jahreszeit aufgreift. Ein stimmungsvolles Frühlingsgedicht macht eine Geburtstagskarte persönlicher.
  • Ostern: Das höchste Fest des Frühlings bietet sich geradezu an. Viele Frühlingsgedichte haben einen thematischen Bezug zur Auferstehung, zur Erneuerung und zum Licht, ohne explizit religiös zu sein.
  • Muttertag: Ein Frühlingsgedicht kombiniert mit einer persönlichen Zeile ergibt eine Muttertagskarte, die sich von der Masse abhebt.
  • Schulveranstaltungen und Lesungen: Frühlingsgedichte eignen sich hervorragend für Schülerlesungen, Klassenprojekte oder Schulkonzerte rund um das Frühjahr. Viele klassische Texte sind so klar und bildreich, dass sie auch jüngere Zuhörer erreichen.

Kurz oder lang: Welches Gedicht passt wann?

Die Länge eines Gedichts ist keine Nebensächlichkeit. Sie bestimmt mit, wie ein Text wahrgenommen wird und ob er in einer bestimmten Situation funktioniert.

Kurze Frühlingsgedichte mit zwei bis vier Zeilen passen auf Karten, als Bildunterschriften oder als kleine Überraschung in einer Nachricht. Sie müssen nicht tief sein, um zu wirken. Manchmal reicht ein einziges Bild, ein einziger Satz, der etwas trifft.

Mittellange Gedichte mit vier bis acht Strophen eignen sich für Vorträge bei Familienfeiern oder als Beigabe zu einem Geschenk. Sie haben genug Raum, um eine Stimmung aufzubauen und den Leser wirklich in etwas hineinzuziehen.

Längere Frühlingsgedichte, etwa klassische Werke aus der Romantik oder dem Biedermeier, gehören in Kontexte, in denen Zeit und Aufmerksamkeit vorhanden sind. Eine Lesung, ein Literaturabend oder ein besonderer Anlass, bei dem ein Text Tiefe entfalten darf.

Frühlingsgedichte verschenken und versenden

Ein Gedicht zu verschenken ist eine der persönlichsten Gesten überhaupt, weil es zeigt, dass man sich Zeit genommen und nachgedacht hat. Das gilt besonders für Frühlingsgedichte, die so vielfältig sind, dass sich für fast jeden Menschen und fast jede Beziehung etwas Passendes finden lässt.

Handgeschrieben auf einer Karte hat ein Gedicht eine andere Qualität als ausgedruckt oder digital verschickt. Die Handschrift macht etwas sichtbar, was eine Schriftart nie vermitteln kann: dass ein Mensch den Stift in die Hand genommen und die Zeilen mit Bedacht auf das Papier gebracht hat.

Auch digital können Frühlingsgedichte eine schöne Wirkung haben. Eine persönliche Nachricht mit einem passenden Vers ist mehr als ein flüchtiger Gruß. Wichtig ist dabei, das Gedicht nicht kommentarlos zu schicken, sondern mit einem kurzen eigenen Satz zu rahmen, der zeigt, warum man gerade diesen Text gewählt hat.

Frühlingsgedichte auf einer Einladungskarte zum ersten Gartenfest oder Grillabend des Jahres setzen einen charmanten Ton. In fröhlicher Runde können solche Verse dann gemeinsam vorgetragen oder einfach nachgelesen werden.

Bekannte Dichter und ihre Frühlingsgedichte

Die Liste der Dichter, die über den Frühling geschrieben haben, ist lang. Ein paar Namen und Werke stechen besonders hervor und sind bis heute in keiner guten Gedichtsammlung wegzudenken.

  • Joseph von Eichendorff ist wohl der bekannteste Frühlingsdichter des deutschen Sprachraums. Seine Verse über das Erwachen der Natur haben eine Leichtigkeit und Musikalität, die ihresgleichen sucht. Gedichte wie "Frühlingsnacht" gehören zur Romantik und klingen trotzdem zeitlos.
  • Eduard Mörike schrieb mit "Er ist's" eines der bekanntesten Frühlingsgedichte überhaupt. Der Text ist kurz, klar und doch voller Empfindung. Er ist ein gutes Beispiel dafür, wie wenig Worte es manchmal braucht, um eine ganze Jahreszeit einzufangen.
  • Johann Wolfgang von Goethe hat sich in zahlreichen Gedichten mit Natur und Jahreszeiten beschäftigt. Seine Frühlingstexte sind oft persönlicher und selbstreflexiver als die vieler Zeitgenossen.
  • Heinrich Heine griff das Frühlingsthema auf, brachte aber häufig eine ironische oder melancholische Note mit ein. In seinem Werk steht der Frühling oft im Kontrast zu enttäuschten Hoffnungen oder bricht eine allzu idyllische Stimmung auf.
  • Theodor Storm verband Frühlingsbilder mit einer ruhigen Nachdenklichkeit. Seine Naturgedichte haben etwas Stilles, das gut zu ruhigen Momenten und besinnlichen Abenden passt.

Ein eigenes Frühlingsgedicht schreiben

Wer selbst ein Frühlingsgedicht verfassen möchte, braucht keine literarische Ausbildung. Was zählt, ist eine echte Beobachtung, ein Gefühl, das man in Worte fassen möchte. Der Frühling bietet dafür reichhaltig Material.

Schauen Sie beim Schreiben zunächst genau hin. Was sehen, hören oder riechen Sie in diesen Wochen, das Sie bewegt? Das erste Grün an einer Hecke, der Geruch nach feuchter Erde nach einem Regen, das Zwitschern kurz nach dem Aufwachen. Konkrete sinnliche Details machen ein Gedicht lebendig, weil sie den Leser in eine echte Erfahrung hineinziehen.

  • Beginnen Sie mit einem Bild, nicht mit einer Aussage. "Der Frühling ist schön" ist keine Dichtung. "Eine Amsel singt, bevor die Straße aufwacht" ist ein Anfang.
  • Entscheiden Sie sich früh für einen Ton. Soll das Gedicht heiter und leicht sein oder ruhig und nachdenklich? Beide Richtungen funktionieren, aber ein Durcheinander aus beidem meist nicht.
  • Reim ist optional. Wenn sich ein Reim natürlich ergibt, nutzen Sie ihn. Wenn nicht, lassen Sie es. Ein erzwungener Reim schadet mehr als sein Fehlen.
  • Weniger ist mehr. Streichen Sie beim Überarbeiten alles, was das Wesentliche nicht trägt. Was übrig bleibt, ist meistens das Stärkste.

Frühlingsgedichte vortragen: So gelingt es

Ein Frühlingsgedicht laut vorzutragen ist etwas anderes als es still zu lesen. Die Stimme, das Tempo und die Pausen tragen die Stimmung mit und entscheiden darüber, ob ein Text sein volles Potential entfaltet oder flach bleibt.

Frühlingsgedichte haben oft einen fließenden, manchmal fast musikalischen Rhythmus. Diesem Rhythmus sollte man beim Vortragen Raum geben, ohne mechanisch zu klingen. Das gelingt am besten, wenn man den Text wirklich versteht und fühlt, was er sagen will.

  • Üben Sie den Text laut. Wer ein Gedicht nur im Kopf kennt, stolpert beim Vortragen. Laut lesen zeigt, wo der Text stockt und wo er fließt.
  • Pausen sind kein Fehler. Gerade nach einer besonders schönen Zeile darf man kurz innehalten. Das gibt dem Zuhörer Zeit, die Worte wirklich aufzunehmen.
  • Sprechen Sie langsamer als gewohnt. Die eigene Sprechgeschwindigkeit fühlt sich meist angemessen an, ist aber beim Vortragen oft zu schnell. Bewusstes Verlangsamen wirkt auf die Zuhörer natürlich und angenehm.
  • Blickkontakt statt Blatt. Wer den Text gut kennt, kann gelegentlich vom Papier aufblicken. Das schafft Verbindung zum Publikum und macht den Vortrag lebendig.

Frühlingsgedichte sind mehr als jahreszeitliche Dekoration. Sie sprechen von Aufbruch, Hoffnung und dem Vertrauen, dass nach dunklen Zeiten etwas Helles kommt. Das ist eine Botschaft, die immer passt, ob draußen Sonne scheint oder nicht.

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