Wintergedichte

Sind Sie ein Winterfan? Dann lieben Sie sicher auch Wintergedichte. Denn mit ihnen kann man sich wunderbar auf die kalte Jahreszeit einstimmen: Jetzt sind die Tage am kürzesten, weshalb niemand ein schlechtes Gewissen zu haben braucht, in der Stube zu hocken. Schneebegeisterte zieht es nach draußen, wo sie in Winterlandschaften spazieren gehen und Sport treiben können. Wer lieber in den eigenen vier Wänden bleibt und sich bei Kerzenschein und einer Tasse Tee in eine Kuscheldecke einmummelt, um beim Blick aus dem Fenster die tanzenden Schneeflocken zu beobachten, kann sich dabei Wintergedichte vorlesen lassen beziehungsweise anhören. Mögen Sie die Wintergedichte, in denen eine heimelige Atmosphäre gezaubert wird? Oder die Wintergedichte, in denen die schlafende Natur beschrieben wird? Oder die Wintergedichte, in denen es um Winter-Action geht? Egal, wo Ihre Präferenz liegt: Auf dieser Seite können Sie die Art von Wintergedicht finden, die Sie bevorzugen.

Alles still!
Alles still! Es tanzt der Reigen,
Mondenstrahl in Wald und Flur,
Und darüber trohnt das Schweigen
Und der Winterhimmel nur.

Alles still! Vergeblich lauschet
Man der Krähe heisrem Schrei.
Keiner Fichte Wipfel rauschet,
Und kein Bächlein summt vorbei.

Alles still! Die Dorfeshütten
Sind wie Gräber anzusehn,
Die, von Schnee bedeckt, inmitten
Eines weiten Friedhofs stehn.

Alles still! Nichts hör ich klopfen
Als mein Herz durch die Nacht -
Heiße Tränen nieder tropfen
Auf die kalte Winterpracht.

Autor: Theodor Fontane

Am Kamin
Stürme, Dezember, vor meinem Gemach,
Hänge, Zapfen von Eis an das Dach;
Nichts doch weiß ich vom Froste;
Hier am wärmenden, trauten Kamin
Ist mir, als ob des Frühlings Grün
Rings um mich rankte und sprosste.

All das Gezweig, wie es flackert und flammt,
Plaudert vom Walde, dem es entstand,
Redet von seligen Tagen,
Als es, durchfächelt von Sommerluft,
Knospen und Blüten voll Glanz und Duft,
Grünende Blätter getragen.

Fernher hallenden Waldhornklang
Glaub´ ich zu hören, Drosselgesang,
Sprudelnder Quellen Schäumen,
Tropfenden Regen durchs Laubgeäst,
Der die brütenden Vögel im Nest
Weckt aus den Mittagsträumen.

Stürme denn, Winter, eisig und kalt!
An den Kamin herzaubert den Wald
Mit der Flammen Geknister,
Bis ich bei Frühlingssonnenschein
Wieder im goldgrün schimmernden Hain
Lausche dem Elfengeflüster.

Autor: Adolf Friedrich Graf von Schack

An den Winter
Willkommen, lieber Winter,
Willkommen hier zu Land!
Wie reich du bist, mit Perlen
Spielst du, als wär' es Sand!

Den Hof, des Gartens Wege
Hast du damit bestreut;
Sie an der Bäume Zweige
Zu Tausenden gereiht.

Dein Odem, lieber Winter,
Ist kälter, doch gesund;
Den Sturm nur halt' im Zaume,
Sonst macht er es zu bunt!

Autor: Elisabeth Kulmann

Das Dorf im Schnee
Still, wie unterm warmen Dach,
Liegt das Dorf im weißen Schnee;
In den Erlen schläft der Bach,
Unterm Eis der blanke Schnee.

Weiden steh´n im weißen Haar,
spiegeln sich in starrer Flut;
alles ruhig, kalt und klar
Wie der Tod, der ewig ruht.

Weit, so weit das Auge sieht,
keinen Ton vernimmt das Ohr.
Blau zum blauen Himmel zieht
Sacht der Rauch vom Schnee empor.

Möchte schlafen wie der Baum
Ohne Lust und ohne Schmerz;
Doch der Rauch zieht wie im Traum
Still nach Haus mein Herz.

Autor: Klaus Groth

Der erste Schnee
Der leise schleichend euch umsponnen
Mit argen Trug, eh` ihr`s gedacht,
Seht, seht den Unhold! Übernacht
Hat er sich andern Rat ersonnen.
Seht, seht den Schneemantel wallen!
Das ist des Winters Herrscherkleid;
Die Larve lässt der Grimme fallen; -
Nun wisst ihr doch, woran ihr seid.

Er hat der Furcht euch überhoben,
Lebt auf zur Hoffnung und seid stark;
Schon zehrt der Lenz an seinem Mark.
Geduld! Schon ruft der Lenz die Sonne,
Bald wqeben sie ein Blumenkleid,
Die Erde träumet neue Wonne, -
Dann aber träum´ ich neues Leid!

Autor: Adelbert von Chamisso

Der Winter
Der Winter kommt wie jedes Jahr
mit Minustemperatur,
verschönt mit weißem Zuckerguss
draußen die Natur.
Frau Holle holt die Betten vor
und macht sie so bereit
zum Schütteln aus dem Wolkenheim,
damit es bei uns schneit.

So rieseln leichte Flocken nieder,
bald werden es noch mehr,
und manches Kind holt seinen Schlitten
dann aus dem Schuppen her.
Selbst die Erwachsenen freuen sich
an einer Schneeballschlacht
und auch ein Schneemann wird vergnügt
aus Übermut gemacht.

Nun beginnt die Jagdsaison
für unsere armen Hasen.
Die Jäger haben früh bereits
zum Halali geblasen.
Sie kommen langsam übers Feld
und schießen los mit Schrot.
So viele Jäger sind bekanntlich
des Hasen sicherer Tod.

In den Bergen fährt man Ski,
das ist was für Geübte,
mancher brach sich schon ein Bein,
was ihn dann sehr betrübte.
Die Orthopäden mussten ran,
die Knochen zu sortieren
und für die nächste Skisaison
stabil zu präparieren.

Autor: Elke Abt

Des Winters Hauch
Des Winters Hauch
entblättert den Strauch,
und wütende Sturmwinde heulen;
an des Hügels Hang,
wo die Lerche sonst sang,
erkrächzen nun Raben und Eulen.

Die Rose liegt
vom Frost geknickt,
und jubelnd hüllet der Winter
in raschem Flug
sein Leichentuch
um Floras blühende Kinder.

Die Schwalbe ruft
aus rauher Luft
ihr Lebewohl hernieder,
blickt noch einmal herab
auf das weite Grab
und flieht dann auf schnellem Gefieder,
und alles ist stumm
und tot ringsum,
kein Laut ertönt aus den Höhen,
nur am sumpfigen Teich,
im matten Gesträuch,
tanzt ein Chor von krächzenden Krähen.

Autor: Franz Grillparzer

Dezemberschnee
Dezemberschnee
mein Schritt, dein Schritt
meine Spur, deine Spur
das Auge blendend,
lacht die Morgensonne
glitzernde Diamanten hinein.

Eisiger Schnee
in warmer Hand, schnell,
zaubert ein Schneeherz,
mein Herz, dein Herz,
schön ist es geworden,
hey, ich schenke es dir,
soll nicht zerfließen in meiner Hand.

Autor: Lydia Hanschkow

Ein Blatt das hing an einer Blume
Ein Blatt das hing an einer Blume
Im Sommer so schön anzusehen
Der Herbst er kam das Blatt fiel ab
Jetzt musste es vergehen
Im Winter kann sie mich nicht brauchen
Ich gab ihr meine Kraft
Sie wird den Winter überstehen
Ich glaub es ist geschafft
Im Frühling kommen dann neue Blätter
Größer, schöner und noch Blüten
Die Bienen erzählen sich dann Geschichten
Doch leise sonst werden die neuen wütend

Autor: Martin Otto

Frost
Vom Meer heran braust schwirrend
ein schneidender Nordnordost,
durch öde Straßen klirrend
schreitet der scharfe Frost.

Im Schnee verloren die Pfade
und Tür und Tor verweht -
nur dass der Stern der Gnade
noch leuchtend am Himmel steht!

Autor: Clara Müller-Jahnke

Im Winter
Der Winter ist so schaurig,
Vom Himmel fällt der Schnee;
Ich sitz' am Fenster traurig
Und träum' von altem Weh.

Viel' tausend Flocken schweben
Im frohen Spiel herab;
Sie schweben und sie tanzen
Doch all' ins frühe Grab.

So geht es mit dem Herzen,
Wo Hoffnung Blüten treibt;
Sie kommen – und sie schwinden
Und – nur die Träne bleibt.

Autor: Johann Meyer

Schnee
Schnee.
Eiskalt und blütenrein,
Springen möcht' ich hinein.
Schneeweiß, Oha.

Autor: Maximilian Speer

Unterm Schnee
Halt ich sacht auf weißem Felde,
Märchen sinnend, stillerlauschten,
Ist`s , als ob zu meinen Häupten
Nahe Flügelschläge rauschten.

Ist es mir, als ob der Schneewind
Warme Blumendüfte brächte.
Blumenduft von tausend Beeten,
Aus der Glutpracht fremder Nächte.

Behend eil`ich in den Garten,
Wo die Bäume silbern stehn,
Um in zitterndem Erwarten
Nach den Zweigen aufzuseh`n.

Streif den Schnee von ihnen zärtlich
Der sie in sein Weiß versteckt,
Und erblick, o lieblich Wunder,
Junge Äuglein, schlafbedeckt.

Frühling! Nach des Sommers Abschied
Nahst du schon mit leisen Küssen,
Und es gibt gar keinen Winter,
Und kein kaltes Sterbenmüssen.

Streift den Schnee nun von den Dingen,
Drunter grünen neue Triebe,
Und ihr spürt des Lebens Jugend
Und die Urkraft seiner Liebe.

Autor: Maria Janitschek

Verschneit liegt rings die ganze Welt
Verschneit liegt rings die ganze Welt,
Ich hab nichts, was mich freuet,
Verlassen steht ein Baum im Feld,
Hat längst sein Laub verstreuet.

Der Wind nur geht bei stiller Nacht
und rüttelt an dem Baume,
Da rührt er seine Wipfel sacht
Und redet wie im Traume.

Er träumt von künftger Frühlingszeit,
Von Grün und Quellenrauschen,
Wo er im neuen Blütenkleid
Zu Gottes Lob wird rauschen.

Autor: Joseph von Eichendorff

Weinachtszeit
Im Walde da fröstelts die Tiere schon sehr,
doch Menschen gehen friedlich hin und her.

Fichte und Tanne,sie denken sich nur:“Was machen die hier,
was tun sie nur?“
Die Menschen gehen weiter im Walde umher,
und finden eine Zirbe die jammert sehr,
als sie wird auf einen Laster geladen und in die Stadt gefahren.
Doch als sie ist in die Stadt gefahren,
erfährt sie:Sie kommt in den Christbaumladen.

Als sie ist in der warmen Stube,wird sie geschmückt von einem braven Bube.
Jetzt konnte sie warten,bis zur Heiligen Nacht,
dann wird sie erstrahlen in himmlischer Pracht!

18.01.2014

Autor: Mani

Wenn es Winter wird
Der See hat eine Haut bekommen,
so dass man fast drauf gehen kann,
und kommt ein großer Fisch geschwommen,
so stößt er mit der Nase an.
Und nimmst du einen Kieselstein
und wirfst ihn drauf, so macht es klirr
und titscher - titscher - titscher - dirr . . .
Heißa, du lustiger Kieselstein!
Er zwitschert wie ein Vögelein
und tut als wie ein Schwälblein fliegen -
doch endlich bleibt mein Kieselstein
ganz weit, ganz weit auf dem See draußen liegen.

Da kommen die Fische haufenweis
und schaun durch das klare Fenster von Eis
und denken, der Stein wär etwas zum Essen;
doch sosehr sie die Nase ans Eis auch pressen,
das Eis ist zu dick, das Eis ist zu alt,
sie machen sich nur die Nasen kalt.
Aber bald, aber bald
werden wir selbst auf eignen Sohlen
hinausgehn können und den Stein wiederholen.

Autor: Christian Morgenstern

Winter
Winter ist es. In dem weiten Reiche
Der Natur herrscht tiefe Einsamkeit,
Und sie selbst liegt, eine schöne Leiche,
Ruhig in dem weißen Sterbekleid.

Ihre Blumenkinder ruhn verborgen
An der Mutter Brust, mit ihr bedeckt.
Träumend von dem Auferstehungsmorgen
Wo der Lenz sie aus dem Schlummer weckt.

Was die Erde hat, kann nicht bestehen,
Ihre Gabe heißt Vergänglichkeit,
Aufwärts zu dem Himmel muss du sehen,
Suchst du ewige Schön´und Herrlichkeit.

Autor: Karl Johann Philipp Spitta

Winter
Es deckt das Land des Schneees tiefe Schichte
Zu einer Wüste unabsehbar weit,
Draus ragt, als Denkmal einer grünen Zeit,
Als Pyramide, einsam eine Fichte.

Die Blume lebet nur noch im Gedichte,
Kein Lied erfreut die starre Einsamkeit,
Und selbst die lieben Gräber sind verschneit,
Die Sonne selber birgt das Angesichte.

Wo sind die Kränze, die wir Frühlings flochten,
Wo sind die Herzen, die so freudig pochten,
Wo sind die Fahnen, die wir ließen weh'n?

Verwelkt! verhallt! zersplittert und zertreten!
Es starrt in Eis und Eisen unsere Eden.
O gute Nacht! und laßt uns schlafen geh'n.

Autor: Friedrich Stoltze

Winter
Aus Nebellüften gaukeln lichte Flocken
Hernieder auf die ausgestorbne Fläche,
Vom Eise starren Seen, Flüß' und Bäche
Und alle frischen Lebenskeime stocken.

Da schleicht der Lenz heran auf grünen Socken,
Daß er die Kraft des alten Rieden breche,
Daß er den Mord der tausend Blüten räche,
Und wirft den grimmen Feind mit Blumenglocken.

Wie tröstlich ist's, in winterlichen Schauern,
Und in der Wesen allgemeinem Trauern
Zu wissen, daß ein neuer Frühling grüne;

Doch düster schattet eine Wetterwolke
Verfinsternd über einem ganzen Volke,
Und ohne daß ein Rächer ihm erschiene!

Autor: Ferdinand Sauter

Winter
Verschwunden ist das lachende Gefilde,
Das noch vor kurzem uns so hoch erfreute,
Des Winters rauher Macht ward es zur Beute,
Der kennt nicht Schonung und nicht Lieb' und Milde.

Die Sonne birgt sich hinterm Wolkenschilde,
Als ob sie vor dem eignen Strahl sich scheute
Und sie der kurze Tageslauf gereute
Hin über sturmgepeitschte Eisgefilde.

Da stehn wir wie an einem weiten Grab,
Das uns so viel der reinsten Freuden decket;
Schau'n wehmutsvoll auf Wald und Flur hinab.

Doch tröstet's uns, daß Leben drin verstecket,
Dem nimmer bricht des Winters Hand den Stab —
Ein Leben, das der Frühling wieder wecket.

Autor: Karl Frohme

Winter
Stille liegt wie eine bleiche,
Kaum verschied’ne liebe Leiche
In dem weißen Sterb‘gewand,
Rings umher nun alles Land.
Durch den Wald schweift hohl ein Tönen
Schaurig zirpt das Vögelein
Durch den abgestreiften Hain.

Selbst der Flüsse und der Bäche
Vielbewegte Spiegelfläche
Ist wie Felsen fest erstarrt;
Hört nur, wie es pfeift und knarrt
Unter Wandrers flücht’gem Tritte,
Der sich eilet nach der Hütte,
Wo nun der gesell’ge Herd
Wärmend hell die Flamme nährt.

Ist das Schöne all’ gestorben?
Mit den Blumen längst verdorben,
Die die Wiesenflur bedeckt?
Ist die Macht, die sie erweckt,
Selbst in Ohnmacht nun entschlafen?
Nein! belauscht ihr heimlich Schaffen,
Wie sie – hauchts auch noch so kalt –
Blumen auf die Fenster malt.

Heimlich, in gewohnter Weise,
Treibt sie so im Reif und Eise
Fast ein loses Blumenspiel:
Hätte sie dabei das Ziel
Eines Königs Kleid zu schmücken,
Mit Juwelen es zu sticken,
Schaut! im Wald manch’ dürres Reis
Trüg‘ vor Menschenkunst den Preis.

Wohl bewahrt in Windelhüllen
Schläft jetzt Blum‘ und Blatt im Stillen,
In der Knospe Wunderschoß,
Lenzluft haucht sie künftig los.
Unter weiß gestreifter Decke
Ruht der Saaten weite Strecke,
Sorglos – bis der Frühling weckt,
Während uns die Sorge neckt.

Autor: Hugo Grabow

Winter ist´s geworden
Winter ist´s geworden,
ganz plötzlich über Nacht;
ein kalter Wind aus Osten
hat Eis und Schnee gebracht.

Nun schaut die Landschaft öde,
hinweg ist all ihr Grün,
kein Vöglein hör ich singen,
kein Blümlein seh ich blühn.

Doch Seele sei nicht traurig,
dass Schnee das Land bedeckt,
es dauert ja nicht lange
bis Frühling sich erweckt!

Dann öffnet er die Tore
für alle Groß und Klein,
und Frühling ziehet wieder
in jedes Herz hinein!

Autor: Diana Denk

Winter-Landschaft
Unendlich dehnt sie sich, die weiße Fläche,
bis auf den letzten Hauch von Leben leer;
die muntern Pulse stocken längst, die Bäche,
es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr.

Der Rabe dort, im Berg von Schnee und Eise,
erstarrt und hungrig, gräbt sich tief hinab,
und gräbt er nicht heraus den Bissen Speise,
so gräbt er, glaub' ich, sich hinein ins Grab.

Die Sonne, einmal noch durch Wolken blitzend,
wirft einen letzten Blick auf's öde Land,
doch, gähnend auf dem Thron des Lebens sitzend,
trotzt ihr der Tod im weißen Festgewand.

Autor: Friedrich Hebbel

Winterfreuden im Allgäu
Januar 2013
Ich schippe Schnee, ich schippe Schnee,
schon tuen mir die Arme weh.
Ich schippe Schnee, ich schippe Schnee,
nun schmerzt mir auch der Rücken,
ich kann mich kaum noch bücken.
Doch, es schneit unaufhörlich weiter,
allmählich ist das nicht mehr heiter !

Nun endlich hab ich alles weg.
Ich dreh' mich um: O Schreck, o Schreck !
Schon wieder eine dicke Schicht !
Ich glaub, ich schaff das heute nicht !

Auf jeden Fall ist eins zu tun:
Nun gilt es erstmal, auszuruhn.
Ich bin total am Schwitzen,
jetzt muß ich erstmal sitzen.

Ich denk so nach, in meinem Herz
regt sich der Wunsch: Wär's doch schon März
und lieber noch - so Gott es will.. - April.
Ach.., doch vielleicht sogar schon Mai,
dann wär' die ganze Müh' vorbei.
Halt, stopp! Noch nicht !
Hier noch ein Nachtrag zum Gedicht:
26.Mai 2013
Nun, Ende Mai, da stell ich fest:
Der Frühling sich nicht blicken läßt.
Des Winters Ende, des wir harrten,
läß weiterhin noch auf sich warten.
Es scheinet so, daß, was wir dichten,
erfüllt sich manchesmal mitnichten.
Verblüh'n schon jetzt die Herbstzeitlosen ?
Man zieht sich an die langen Hosen
und wünscht : Wär ich doch andernorts,
... in Afrika, in kurzen Shorts.

Autor: Freudreich Peschko

Winternacht
Nicht ein Flügelschlag ging durch die Welt,
Still und blendend lag der weiße Schnee.
Nicht ein Wölklein hing am Sternenzelt,
Keine Welle schlug im starren See.

Aus der Tiefe stieg der Seebaum auf,
Bis sein Wipfel in dem Eis gefror;
An den Ästen klomm die Nix herauf,
Schaute durch das grüne Eis empor.

Auf dem dünnen Glase stand ich da,
Das die schwarze Tiefe von mir schied;
Dicht ich unter meinen Füßen sah
Ihre weiße Schönheit Glied um Glied.

Mit ersticktem Jammer tastet` sie
An der harten Decke her uns hin -
Ich vergess das dunkle Antlitz nie,
Immer, immer liegt es mir im Sinn!

Autor: Gottfried Keller

Winters Anfang
Nun ist der erste Schnee gefallen
Und deckt des Gartens Blumen zu.
Wann wieder wird der Ruf erschallen:
Erwacht! Erhebt euch aus der Ruh!

Ach, nun wie lang' unholden Mächten
Gehört die Welt, die einst so schön!
Wem bangt nicht vor den langen Nächten,
Wenn um das Haus die Stürme gehn.

O gib uns, Gott, freundliche Helle,
Die uns in Winters Graun beglückt,
Bis daß der Schnee geht von der Schwelle,
Der Schlehbusch draußen neu sich schmückt.

Erhalt' die Glut auf unsrem Herde,
Erhalt' auf unsrem Tisch das Brot;
Gib, daß von uns gegeben werde,
Wenn an die Türe pocht die Not.

Gib uns, daß Friede bei uns wohne,
Daß Freude kehre bei uns ein;
Daß Feuer unser Haus verschone,
Krankheit und Sorge, Angst und Pein.

Daß unversehrt das Dach geblieben,
Wenn wieder Schwalben drunter baun,
Und daß wir all, die wir uns lieben,
Im Lenz die Veilchen wieder schaun.

Autor: Johannes Trojan

Winters Flucht
Dem Winter ward der Tag zu lang,
Ihn schreckt der Vögel Lustgesang;
Er horcht und hört's mit Gram und Neid,
Und was er sieht, das macht ihm Leid.

Er sieht der Sonne milden Schein,
Sein eigner Schatten macht ihm Pein.
Er wandelt über grüne Saat
Und Gras und Keime früh und sprach:
"Wo ist mein silberweißes Kleid,
Mein Hut , mit Demantstaub bestreut?"
Er schämt sich wie ein Bettelmann
Und läuft, was er nun laufen kann.
Und hinterdrein scherzt Jung und Alt
In Luft und Wasser, Feld und Wald;
Der Kiebitz schreit, die Biene summt,
Der Kuckuck ruft, der Käfer brummt;
Doch weil's noch fehlt an Spott und Hohn,
So quakt der Frosch vor Ostern schon.

Autor: Hoffmann von Fallersleben

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