Muttertagsgedichte
Immer am zweiten Sonntag im Mai ist Muttertag, ein Anlass, um seiner Mama Danke zu sagen für alles, was sie getan hat und jeden Tag weiter tut. Das geht auch mit einem Muttertagsgedicht: Wird es in eine Karte oder einen Brief geschrieben, können Sie das Gedicht zum Kartenmotiv oder Briefpapier aussuchen oder Ihre Bastelfähigkeiten beweisen. Selbstverständlich können Sie auch persönliche Reime verfassen. Falls die Zeit dafür fehlt, können die folgenden Gedichte als Anregung dienen. Malt ein Kind ein Bild zum Muttertag und trägt seiner Mami zusätzlich ein kurzes Gedicht vor, macht es ihr damit eine besondere Freude, von Schmunzeln über Lächeln bis hin zu echten Begeisterungsstürmen ist alles drin. Erwachsene können ihrer Mutter ebenfalls eine E-Mail mit einem passenden Vers schicken. Möglichkeiten, seine Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen, gibt es etliche. Hier finden Sie zahlreiche Muttertagsgedichte für jeden Geschmack.
Ein Muttertagsgedicht ist mehr als ein freundlicher Gruß. Es ist ein bewusster Moment, in dem man innehält und ausdrückt, was sonst im Alltag oft ungesagt bleibt. Das fühlt sich für viele Menschen zunächst ungewohnt an, gerade weil die Beziehung zur Mutter so selbstverständlich ist. Aber gerade weil sie so selbstverständlich ist, tut es gut, sie einmal ausdrücklich zu würdigen.

Inhaltsverzeichnis
- Muttertagsgedichte
- Der Muttertag und seine Bedeutung
- Warum gerade ein Gedicht zum Muttertag?
- Muttertagsgedichte von Kindern: Das Besondere daran
- Wenn Erwachsene ihrer Mutter danken
- Herzlich, witzig oder tiefgründig: Den richtigen Ton finden
- Wie man ein Muttertagsgedicht überreicht
- Die Mutter in der Literatur und Lyrik
- Ein eigenes Muttertagsgedicht schreiben
Muttertagsgedichte
An meine Mutter
Der reinste Diamant dieser Erde,Autor: Wilhelm ArentKategorie: Muttertagsgedichte
Das köstlichste, das reichste Erz,
Die schönste Sonne aller Sonnen,
Es ist das treue Mutterherz!
O Herz so tief, so unergründlich,
O Herz so wahr, so gut, so rein -
O ewig wie der Weltenlenker
Kann nur die Mutterliebe sein!
Selbstsüchtig ist sonst jede Liebe,
In ihrer Qual, in ihrem Glück,
Sie gibt ihr Herz dir hin, doch fordert
Sie auch dein Herz dafür zurück;
Nur einer Mutter großes Lieben
Gibt sich dem Kinde ganz dahin
Und fordert nicht, o, schon das Geben
Ist überreichlich ihr Gewinn.
O Mutterherz, o Mutterliebe,
Wer kann dich hier ermessen doch,
Du Herz, ob auch vom Kind gebrochen,
Im Sterben segnest du es noch!
An meine Mutter
Obgleich kein Gruß, obgleich kein Brief von mirAutor: Johann Wolfgang von GoetheKategorie: Muttertagsgedichte
So lang dir kömmt, lass keinen Zweifel doch
Ins Herz, als wär’ die Zärtlichkeit des Sohns,
Die ich dir schuldig bin, aus meiner Brust
Entwichen. Nein, so wenig als der Fels,
Der tief im Fluss vor ew'gem Anker liegt,
Aus seiner Stätte weicht, obgleich die Flut
Mit stürm’schen Wellen bald, mit sanften bald
Darüber fließt und ihn dem Aug’ entreißt,
So wenig weicht die Zärtlichkeit für dich
Aus meiner Brust, obgleich des Lebens Strom
Vom Schmerz gepeitscht bald stürmend drüber fließt,
Und von der Freude bald gestreichelt still
Sie deckt und sie verhindert, dass sie nicht
Ihr Haupt der Sonne zeigt und ringsumher
Zurückgeworfne Strahlen trägt und dir
Bei jedem Blicke zeigt, wie dich dein Sohn verehrt.
An meine Mutter
Ich bin's gewohnt, den Kopf recht hoch zu tragen,Autor: Heinrich HeineKategorie: Muttertagsgedichte
Mein Sinn ist auch ein bißchen starr und zähe;
Wenn selbst der König mir ins Antlitz sähe,
Ich würde nicht die Augen niederschlagen.
Doch, liebe Mutter, offen will ich's sagen:
Wie mächtig auch mein stolzer Mut sich blähe,
In deiner selig süßen, trauten Nähe
Ergreift mich oft ein demutvolles Zagen.
Ist es dein Geist, der heimlich mich bezwinget,
Dein hoher Geist, der alles kühn durchdringet,
Und blitzend sich zum Himmelslichte schwinget?
Quält mich Erinnerung, daß ich verübet
So manche Tat, die dir das Herz betrübet?
Das schöne Herz, das mich so sehr geliebet?
Brief an die Mutter aus der Ferne
Wenn ich nur ein Vöglein wär’,Autor: Aus dem 19. JahrhundertKategorie: Muttertagsgedichte
käm’ ich zu dir geflogen,
über Berge und Täler her
mit dem Wind gezogen!
Brächte selber meinen Gruß
unter Lust und Scherzen,
gäbe dir den schönsten Kuss
froh an deinem Herzen.
Leider soll’s nicht also sein.
Hier, in weiter Ferne,
Richt ich meinen Blick allein
auf zum Herrn der Sterne.
Kindlich flehe ich ihn an
um sein treues Walten,
mög’ er dich auf deiner Bahn
lange noch erhalten!
Dir gehört mein Herz allein,
dir soll’s ewig schlagen! –
Oh, wie herrlich müsst’ es sein,
könnt’ ich’s selbst dir sagen.
Über Berge und Täler her
mit dem Wind gezogen –
wenn ich nur ein Vöglein wär’,
käm’ ich zu dir geflogen!
Die Mutterliebe
Ein Kleinod ist das allerbest',Autor: Joseph Victor von ScheffelKategorie: Muttertagsgedichte
Das Pfleg' ich wohl und halt' es fest
Und hall' es hoch in Ehren:
Das ist die Mutterliebe gut,
Die giebt mir immer neuen Mut
In allen Lebensschweren.
Und ist dein Herz so freudenleer,
Und ist dein Aug' so thränenschwer,
Blick in ihr Aug' hinein:
Das hat gar lichten, hellen Strahl
Und trocknet die Thränen allzumal
Wie Frühlings-Sonnenschein.
Und wenn einst die Trompete bläst,
Und wenn du früh zu sterben gehst,
Vom Reitersäbel hingemäht:
Die Mutter giebt dir als Geleit,
Als bestes für die Ewigkeit,
Eine Thrän' und ihr Gebet. —
Und der dies Lied sich hat gemacht,
Hat viel an seine Mutter gedacht
Im stillen Heimathaus.
Er war ein wilderwegner Knab',
Dem sie noch ihren Segen gab
Mit in die Fern' hinaus.
Ich schenke dir
Du Mutter musst bedenken,Autor: Hans Josef RommerskirchenKategorie: Muttertagsgedichte
bin klein kann dir nichts schenken.
Aber Mutter siehe hier,
schreib ein klein Gedichtlein Dir.
Ich Schenke dir ein paar Kerzchen,
die sollen hell dir scheinen,
und obendrein mein Herzchen,
und magst du niemals weinen.
Schenk Dir auch meinen Teddybär,
in meinem Herzen macht es piep,
ich habe dich, ich hab dich sehr,
ich habe dich so furchtbar lieb.
Mama, ich liebe dich
Liebe Mama, hör mir mal zu.Autor: Frau EngelKategorie: Muttertagsgedichte
Niemand ist so lieb wie du.
Deswegen gebe ich dir zum Schluss
einen zuckersüßen Kuss.
Meine Mutter
Kein Vogel sitzt in Flaum und MoosAutor: Friedrich Wilhelm GüllKategorie: Muttertagsgedichte
in seinem Nest so warm
als ich auf meiner Mutter Schoß,
auf meiner Mutter Arm.
Und tut mir weh mein Kopf und Fuß,
vergeht mir aller Schmerz,
gibt mir die Mutter einen Kuss
und drückt mich an ihr Herz.
Mutter schallt es immerfort
Mutter, schallt es immerfortAutor: Johannes TrojanKategorie: Muttertagsgedichte
und fast ohne Pause.
Mutter hier und Mutter dort
in dem ganzen Hause.
Überall zugleich zu sein
ist ihr nicht gegeben.
Sonst wohl hätte sie, ich mein,
ein bequemes Leben.
Jedes ruft, und auf der Stell
will sein Recht es kriegen.
Und sie kann doch nicht so schnell
wie die Schwalben fliegen.
Ich fürwahr bewundere sie,
dass sie noch kann lachen.
Was allein hat sie für Müh,
alle satt zu machen.
Kann nicht einen Augenblick
sich zu ruhen erlauben
Und das hält sie gar für Glück!
Sollte man es glauben?
Mutterliebe
Da ich froh war, hatt' ich sie beinah vergessen, -Autor: Rudolf KögelKategorie: Muttertagsgedichte
Da ich krank lag, ist sie mir am Bett gesessen;
Hat mich sorglich angeschaut und unverwichen,
Hat das Haar mir von der kranken Stirn gestrichen.
Hat die Decken schützend um den Leib geschlagen,
Hat geduldet all mein ungeduldig Klagen,
Hat geplaudert, meine Schmerzen zu zerstreuen,
Hat liebkosend mir versüßt die Arzeneien,
Hat gefraget, was mich quäle, was mir fehle,
Hat getröstet mit dem Tone ihrer Seele,
Mit dem Tone, draus der Liebe Lieder drangen,
Draus des Herzens tiefverborg'ne Quellen sangen,
Mit dem Tone, der sonst nirgends auf der Erde,
Mit dem Tone, den ich nie mehr hören werde:
Mutterliebe, - schluchz' ich von dem Ton erfüllet, -
Ist ein Engel, der die Flügel trägt verhüllet.
Mutterliebe
Wehe, wer sie nie gewonnen,Autor: Karl FrohmeKategorie: Muttertagsgedichte
Dreimal weh', wer sie verliert,
Mutterliebe, heil'ger Bronnen
Aller Tugend, die uns ziert!
Urquell aller edlen Triebe,
Tau, der sie befruchtend rinnt,
Nichts so sehr als Mutterliebe
Macht den Menschen gutgesinnt.
Ach, wie oft wird sie vergolten
Mit des Undanks Tat und Wort,
Wird verkannt und hart gescholten,
Dieser beste Kindeshort!
Aber einmal doch im Leben
Kommt dem Kind die Neuezeit,
Und zum segnenden Vergeben
Ist die Mutter gern bereit.
Hat ein Unheil dich betroffen,
Wohl dir, wenn ein Trost dir blieb,
Der dich stärkt zu neuem Hoffen:
„Meine Mutter hat mich lieb."
Hin zu ihr, wenn du verloren
In des Lebens Sturm den Pfad,
Sie, die dich in Schmerz geboren,
Hilft dir gern mit Rat und Tat.
Preis der Mutterliebe! Ehre
Stets ihr heiliges Gebot,
Achte ihrer frommen Lehre,
Bau' auf ihren Schutz in Not.
Sie kann nimmermehr verderben,
Ihre Macht verkümmert nie,
Mutterliebe kann nicht sterben,
Ueberm Grab noch waltet sie.
Mutters Hände
Hast uns Stulln jeschnitten und Kaffee jekochtAutor: Kurt TucholskyKategorie: Muttertagsgedichte
und de Töppe rübajeschom, und jewischt und jenäht
und jemacht und jedreht ...
alles mit Deine Hände. Hast de Milch zujedeckt, uns Bonbons jesteckt
und Zeitungen ausjetragen,
hast de Hemden jezählt und Kartoffeln jeschält ...
alles mit Deine Hände. Hast uns manches Mal bei jrossem
Schkandal auch'n Katzenkopp jejeben,
hast uns hochjebracht - wir warn Sticker acht,
sechse noch am Leben?
Alles mit Deine Hände. Heiß war'n se un kalt.
Nun sind se alt.
Nu biste bald am Ende.
Da stehn wa nu hier,
und dann komm wa bei Dir und streicheln
Deine Hände.
So weich so warm...
So weich und warmAutor: Paul HeyseKategorie: Muttertagsgedichte
Hegt dich kein Arm,
Wie dich der Mutter Arm umfängt.
Nie findest du
So süße Ruh,
Als wenn dein Aug an ihrem hängt.
Wenn du noch eine Mutter hast
Wenn du noch eine Mutter hast, so danke Gott und sei zufrieden.Autor: Friedrich Wilhelm KaulischKategorie: Muttertagsgedichte
Nicht allen auf dem Erdenrund ist dieses hohe Glück beschieden.
Wenn du noch eine Mutter hast, so sollst du sie in Liebe pflegen,
dass sie dereinst ihr müdes Haupt in Frieden kann zur Ruhe legen.
Sie hat vom ersten Tage an um dich gebangt mit großen Sorgen.
Sie brachte abends dich zu Bett und weckte küssend dich am Morgen.
Und warst du krank – sie pflegte dich, den sie mit großem Schmerz geboren.
Und gaben alle dich schon auf: Die Mutter gab dich nie verloren.
Und hast du keine Mutter mehr und kannst du sie nicht mehr beglücken,
so kannst du doch ihr kühles Grab mit frischen Blumenkränzen schmücken.
Ein Muttergrab – ein heilig Grab! Für dich die ewig heil’ge Stelle!
Oh, wende dich an diesen Ort, wenn dich umtost des Lebens Welle.
Der Muttertag und seine Bedeutung
Der Muttertag hat eine längere Geschichte, als viele vermuten. Seinen modernen Ursprung hat er in den Vereinigten Staaten, wo Anna Jarvis im frühen 20. Jahrhundert begann, für einen offiziellen Feiertag zu ihren Ehren aller Mütter zu kämpfen. 1914 wurde der Muttertag in den USA offiziell eingeführt. In Deutschland hat er sich in den 1920er Jahren etabliert und ist seitdem fester Bestandteil des Jahres.
Kritiker bemängeln gelegentlich die Kommerzialisierung des Feiertags. Blumen, Pralinen, Spa-Gutscheine: Das Angebot an Muttertagsprodukten ist groß. Was dabei manchmal untergeht, ist der eigentliche Kern des Tages, nämlich eine persönliche Geste der Dankbarkeit. Ein selbst ausgesuchtes oder verfasstes Gedicht ist genau das: persönlich, durchdacht und nicht käuflich. Es zeigt, dass man sich Zeit genommen hat, was in manchen Momenten mehr bedeutet als jedes Geschenk.
Warum gerade ein Gedicht zum Muttertag?
Warum nicht einfach "Danke, Mama" sagen? Diese drei Worte haben ihren Wert, keine Frage. Aber ein Gedicht kann mehr. Es nimmt sich Zeit für das, was man ausdrücken möchte. Es sucht nach Bildern, nach Klang, nach Formulierungen, die über das Alltägliche hinausgehen. Und genau diese Sorgfalt ist es, die der Mutter zeigt, dass man wirklich nachgedacht hat.
Ein Gedicht bleibt außerdem. Wer ein Muttertagsgedicht aufschreibt, übergibt etwas Handfestes, etwas, das aufbewahrt werden kann. Viele Mütter heben solche Karten und Zettel jahrelang auf. Irgendwo in einer Schublade liegt dann das Gedicht, das das Kind mit zitternder Handschrift aufgemalt hat, neben dem Brief der erwachsenen Tochter, der ihr erklärt hat, was sie ihr wirklich bedeutet. Das sind keine Kleinigkeiten.
Muttertagsgedichte von Kindern: Das Besondere daran
Wenn ein Kind seiner Mutter zum Muttertag ein Gedicht vorträgt, ist das ein Moment, den die meisten Mütter nicht vergessen. Es spielt dabei keine Rolle, ob das Kind die Verse selbst erfunden hat, sie aus einem Buch kennt oder von jemandem beigebracht bekommen hat. Was zählt, ist das Vorlesen, das Aufblicken, das stolze Gesicht.
Für Kinder ist das Lernen und Vortragen eines Gedichts auch eine wichtige Erfahrung. Sie üben das freie Sprechen vor jemandem, der ihnen wichtig ist. Sie merken, dass Worte Wirkung haben, dass die Mutter lächelt oder sogar weint vor Freude. Das hinterlässt einen Eindruck, der weit über den Muttertag hinausreicht.
Gedichte für kleine Kinder sollten kurz, klar und gut zu sprechen sein. Vierzeiler mit deutlichem Rhythmus sind ideal. Was sich gut reimt und leicht über die Lippen geht, macht das Auswendiglernen leichter und das Vortragen sicherer. Mit zunehmendem Alter dürfen die Texte komplexer werden, solange sie noch dem Kind entsprechen, das sie vorträgt.
- Bis 6 Jahre: Sehr kurze Verse mit einfachen Reimen, gerne mit Bildern, die das Kind kennt: Blumen, Sonne, Kuchen, Umarmung.
- 6 bis 10 Jahre: Etwas längere Gedichte mit mehr als einer Strophe. Das Kind kann jetzt auch Texte auswendig lernen, die eine kleine Geschichte erzählen.
- Ab 10 Jahre: Jugendliche können bereits tiefgründigere Verse vortragen oder selbst Texte verfassen, die wirklich persönlich sind.
Wenn Erwachsene ihrer Mutter danken
Erwachsenen Kindern fällt es oft schwerer als kleinen, ihre Gefühle gegenüber der Mutter direkt auszusprechen. Die Beziehung hat sich verändert, ist vielschichtiger geworden, manchmal auch komplizierter. Genau deshalb kann ein Gedicht hier besonders hilfreich sein: Es sagt, was man im direkten Gespräch vielleicht nicht herausbringen würde.
Ein Muttertagsgedicht von einem erwachsenen Kind darf nachdenklicher sein, darf auf die gemeinsame Geschichte anspielen, auf Momente, die man nie vergessen hat, auf Dinge, die die Mutter getan hat, ohne dass das Kind damals verstand, wie viel das bedeutete. Solche Texte können sehr persönlich sein und müssen dabei nicht lang sein. Manchmal reichen wenige Zeilen, die wirklich von Herzen kommen.
Wer seiner Mutter ein Gedicht per E-Mail schickt, sollte es nicht einfach ohne Kommentar einfügen. Ein kurzer persönlicher Satz davor macht den Unterschied: Warum dieses Gedicht? Was hat es ausgedrückt, das man selbst nicht so gut in Worte fassen konnte? Dieser kleine Zusatz verwandelt eine weitergeleitete Zeile in eine persönliche Geste.
Herzlich, witzig oder tiefgründig: Den richtigen Ton finden
Nicht jede Mutter-Kind-Beziehung ist gleich, und dementsprechend gibt es kein universelles Muttertagsgedicht, das für alle passt. Der Ton ist entscheidend, und er sollte zur Beziehung passen, nicht zur Erwartung, wie ein Muttertagsgedicht klingen muss.
Herzliche, warme Gedichte sind die häufigste Wahl. Sie sprechen von Dankbarkeit, von dem, was die Mutter gegeben hat, von der besonderen Verbindung zwischen Mutter und Kind. Diese Texte eignen sich für fast alle Situationen und können sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen eingesetzt werden.
Humorvolle Muttertagsgedichte passen zu Müttern, die gerne lachen und keinen Wert auf übertriebene Feierlichkeit legen. Ein Gedicht, das liebevoll auf die Eigenheiten der Mutter eingeht oder augenzwinkernd auf die kleinen Alltagskämpfe anspielt, kann genauso viel Zuneigung ausdrücken wie ein ernster Text.
Nachdenkliche, tiefgründige Verse eignen sich für Mütter, die Sprache schätzen und die Freude daran haben, einen Text in Ruhe zu lesen und zu verarbeiten. Solche Gedichte gehen über das reine Dankeschön hinaus und würdigen die Mutter als Mensch mit einer eigenen Geschichte und Persönlichkeit.
Wie man ein Muttertagsgedicht überreicht
Die Art, wie man ein Gedicht überreicht, sagt fast so viel wie der Text selbst. Ein Gedicht, das beiläufig auf einem Tisch liegengelassen wird, wirkt anders als eines, das persönlich überreicht und vorgelesen wird.
- Handgeschriebene Karte: Die persönlichste Form. Die eigene Handschrift macht das Gedicht zu etwas Einmaligem. Suchen Sie dazu ein Kartenmotiv aus, das zur Mutter und zum Gedicht passt.
- Selbst basteln: Wer kreativ ist, kann Karte und Umschlag selbst gestalten. Das macht besonders Kindern Freude, und der handgemachte Charakter verleiht dem Gedicht zusätzlichen Wert.
- Persönliches Vorlesen: Das Gedicht beim Muttertagsbesuch vorzulesen ist die direkteste und wirkungsvollste Form. Ein kurzer Moment der Stille danach lässt das Gesagte nachklingen.
- Per Post: Wer weit entfernt lebt, kann eine Karte mit dem Gedicht rechtzeitig abschicken. Eine Karte im Briefkasten ist heute eine Besonderheit und wird deshalb umso mehr geschätzt.
- Digital: Eine persönlich formulierte E-Mail mit einem Gedicht ist besser als gar nichts, wirkt aber weniger persönlich als eine handgeschriebene Karte. Wer diesen Weg wählt, sollte zumindest eine kurze persönliche Einleitung hinzufügen.
Die Mutter in der Literatur und Lyrik
Das Thema Mutter zieht sich durch die gesamte Literaturgeschichte. Kaum eine andere Figur ist in der Lyrik so präsent und gleichzeitig so vielgestaltig. Die Mutter als Beschützerin, als Vorbild, als stille Kraft im Hintergrund, als Mensch mit eigenem Schicksal: Die Lyrik hat alle diese Facetten erkundet.
In der deutschen Literatur hat Rainer Maria Rilke eindringliche Texte über Mütterlichkeit geschrieben, die über das Persönliche hinausgehen und eine universelle Dimension erreichen. Bertolt Brecht widmete sich dem Thema mit einer gesellschaftskritischen Perspektive, die die Mutter nicht romantisierte, sondern in ihrer sozialen Wirklichkeit zeigte. Und in der Volksdichtung, in Liedern und einfachen Versen, hat das Bild der Mutter seit jeher einen festen Platz.
Was diese literarische Tradition zeigt, ist die Tiefe des Themas. Eine Mutter zu beschreiben bedeutet immer auch, über Fürsorge, Opfer, Liebe und die grundlegendsten menschlichen Bindungen zu sprechen. Wer zum Muttertag ein Gedicht sucht oder schreibt, bewegt sich in einem großen Strom, der weit zurückreicht.
Ein eigenes Muttertagsgedicht schreiben
Kein vorgefertigtes Gedicht kann das ersetzen, was entsteht, wenn man sich selbst hinsetzt und versucht, in eigenen Worten auszudrücken, was die Mutter einem bedeutet. Das klingt nach einer Aufgabe, die man aufschieben möchte. Aber wer es einmal gemacht hat, weiß, dass der Prozess selbst etwas in Bewegung bringt.
Beginnen Sie damit, nicht an das Gedicht zu denken, sondern an Ihre Mutter. Was fällt Ihnen spontan ein? Ein Bild, eine Szene, ein Satz, den sie oft gesagt hat? Ein Moment, der Ihnen nicht aus dem Kopf geht? Schreiben Sie das auf, ohne Rücksicht auf Form oder Länge. Aus diesem Rohmaterial entsteht später der Vers.
- Werden Sie konkret. "Du hast immer für mich da gewesen" ist wahr, aber unspezifisch. "Du hast um vier Uhr morgens neben meinem Bett gesessen, als ich krank war" ist eine Erinnerung, die trifft.
- Entscheiden Sie sich für einen Ton. Herzlich, witzig, nachdenklich? Diese Frage sollte beantwortet sein, bevor Sie die erste Zeile schreiben. Ein Gedicht, das zwischen allen Tönen schwankt, wirkt unentschlossen.
- Kürzer ist meist besser. Wenige präzise Zeilen wirken stärker als viele ausschweifende. Streichen Sie beim Überarbeiten alles, was nicht wirklich zum Kern beiträgt.
- Lesen Sie laut vor. Was beim stillen Lesen fließt, kann gesprochen holpern. Der Klangtest ist unverzichtbar, besonders wenn das Gedicht vorgetragen werden soll.
Ein selbst geschriebenes Muttertagsgedicht muss kein literarisches Meisterwerk sein. Es muss nur ehrlich sein. Und wenn es das ist, wird es mehr bedeuten als jedes perfekt formulierte Gedicht aus einem Buch, das die Mutter nie zuvor gesehen hat.