Nikolausgedichte

Jedes Jahr am 6. Dezember ist Nikolaustag. Und auch für diesen Tag gibt es schöne Zeilen, nämlich die Nikolausgedichte. Dabei handelt es sich um witzige, ernste, kurze und lange Gedichte über den Nikolaus. Kinder lernen Nikolausgedichte meistens im Kindergarten beziehungsweise in der Kindertagesstätte und später dann in der Schule. Sollte ihnen auf der Straße oder in einem Einkaufszentrum ein Nikolaus begegnen, sind die Kleinen mit den gelernten Reimen perfekt vorbereitet, falls der Mann mit dem Mantel sie darum bittet, ein Gedicht aufzusagen. Kennen Sie noch Nikolausgedichte aus Ihrer Kindheit? Wenn nicht, dann könnte Ihnen das eine oder andere Gedicht bekannt vorkommen, das Sie hier sehen. Nikolausgedichte können ohne Frage genauso gut per E-Mail verschickt oder in einem sozialen Netzwerk wie Facebook gepostet werden. Oder sind Sie gefragt worden, ein solches Gedicht auf einer Weihnachtsfeier vorzutragen? Dann erst recht viel Spaß bei der Suche nach dem perfekten Nikolausgedicht!

Knecht Rupprecht
Von drauß vom Walde komm' ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor,
Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann,
Da rief's mich mit heller Stimme an:
"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt' und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens ruhn;
Und morgen flieg' ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!"
Ich sprach: "O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo's eitel gute Kinder hat." -
"Hast denn das Säcklein auch bei dir?"
Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier;
Denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
Essen fromme Kinder gern." -
"Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten."
Christkindlein sprach: "So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!"
Von drauß vom Walde komm' ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's hierinnen find'!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?

Autor: Theodor Storm

Nikolausgedicht
Nikolaus, du guter Mann,
hast einen schönen Mantel an.
Die Knöpfe sind so blank geputzt,
dein weißer Bart ist gut gestutzt,
die Stiefel sind so spiegelblank,
die Zipfelmütze fein und lang,
die Augenbrauen sind so dicht,
so lieb und gut ist dein Gesicht.
Du kamst den weiten Weg von fern,
und deine Hände geben gern.
Du weißt, wie alle Kinder sind:
Ich glaub, ich war ein braves Kind.
Sonst wärst du ja nicht hier
und kämest nicht zu mir.
Du musst dich sicher plagen,
den schweren Sack zu tragen.
Drum, lieber Nikolaus,
pack ihn doch einfach aus.

Autor: unbekannt

Holler boller, Rumpelsackcht
Holler boller, Rumpelsack,
Niklas trug ihn huckepack,
Weihnachtsnüsse gelb und braun,
runzlig, punzlig anzuschaun.
Knackt die Schale, springt der Kern,
Weihnachtsnüsse ess ich gern.
Komm bald wieder in dies Haus,
guter alter Nikolaus.

Autor: Albert Sergel

Nikolaus, Nikolaus, Heiliger Mann...
Nikolaus, Nikolaus, Heiliger Mann,
zieh die Sonntagsstiefel an!
Reis damit nach Spanien,
kauf Äpfel, Nüss', Kastanien!
Bring den kleinen Kindern was,
die Großen, die lass laufen,
die können selbst was kaufen!

Autor: unbekannt

Knecht Ruprecht
Draußen weht es bitterkalt,
wer kommt da durch den Winterwald?
Stipp - stapp, stipp - stapp und huckepack -
Knecht Ruprecht ist's mit seinem Sack.
Was ist denn in dem Sack drin?
Äpfel, Mandeln und Rosin'
und schöne Zuckerrosen,
auch Pfeffernüss' fürs gute Kind;
die andern, die nicht artig sind,
die klopft er auf die Hosen.

Autor: Martin Boelitz

Sankt Niklas
Vater:
Es wird aus den Zeitungen vernommen,
dass der heilige Sankt Niklaus werde kommen,
aus Moskau, wo er gehalten wert,
und als Heiliger wird geehrt.

Er ist bereits schon auf der Fahrt,
zu besuchen die Schuljugend zart,
zu sehn, was die kleinen Mädlein und Knaben
in diesem Jahr gelernt haben.

In Beten, Schreiben, Singen und Lesen,
auch ob sie sind hübsch fromm gewesen.
Er hat auch in seinem Sack verschlossen
schöne Puppen, aus Zucker gegossen,
den Kindern, welche hübsch fromm wären,
will er solche schönen Sachen verehren.

Kind:
Ich bitte dich, Sankt Niklaus, sehr,
in meinem Hause auch einkehr,
bring Bücher, Kleider und auch Schuh
und noch viel schöne gute Sachen dazu.
So will ich lernen wohl
und fromm sein, wie ich soll.

Niklas:
Gott grüß euch, liebe Kinderlein,
ihr sollt Vater und Mutter gehorsam sein,
so soll euch was Schönes bescheret sein.
Wenn ihr aber das nicht tut,
so bringt ich euch den Stecken und die Rut!

Autor: Clemens Brentano und Achim von Arnim

Der Pelzemärtel
Die Winde sausen um das Haus,
es stürmt daher der Winter.
Nun schaut Pelzmärtel Nikolaus
nach euch sich um, ihr Kinder.
Da will ich sehen, was er sagt,
wenn er nun Vater und Mutter fragt,
ob ihr auch brav gewesen.

Horch! Kommt er nicht die Trepp’ herauf?
Hört ihr nicht poltern und schnaufen?
Jawohl, er ist’s! - Die Tür geht auf. -
Ihr braucht nicht fortzulaufen
und dürft auch nicht erschrecken
vor Ruten und vor Stecken,
sieht er auch gleich zum Fürchten aus!

Nun schaut er rings die Kleinen an
und spricht: "Ihr frommen Kinder,
ihr sollt mir alles Gute han!
Ich bring euch für den Winter
hier Äpfel und Birnen und Mandelkern,
Lebkuchen und Nüsse und Zuckerstern;
da füllt euch Kappen und Taschen!

Die Kinder klauben und freuen sich sehr;
doch finster brummt der Alte:
"Nun gebt mir die bösen Buben her,
die trag ich mit fort zum Walde!"
Der Vater spricht: "Sie sind alle brav
und brauch weder Zank noch Straf’;
sie folgen und lernen mit Freuden!"

Da sagt der Märtel: "’s freut mich doch,
daß wir euch Freude machten.
Seid nur recht brav, dann gibt’s auch noch
recht fröhliche Weihnachten!
Ade, ihr Kinder! Bleibt nur hier!" -
Nun schlürft er wieder hinaus zur Tür
und stolpert die Stiege hinunter.

Doch horch, wie schrei’n im Nachbarhaus
die bösen Knaben und Mädchen!
Ha, sieh! Der Nikolaus kommt heraus,
im Sack den Fritz und das Gretchen.
Nun hilft kein gutes, kein böses Wort;
der Pelzmärtel trägt sie fort
zu den Wölfen und Bären im Wald.

Autor: Franz Graf von Pocci

Christkinds Boten
Nun bricht der heil’ge Christtag an;
trüb glüht der Wintermorgen
um Niklas’ Klause, tief im Tann,
in Busch und Kluft geborgen.
Weit steht der Wald in ros’ger Pracht
gleichwie in Weihnachtskerzen!
Schon glüh’n, in Freude hold erwacht,
viel tausend Kinderherzen!

Schon heben in den Gründen an
die heil’gen Weihnachtsglocken!
Ein Lichtschein wandelt durch den Tann -
die Rehlein stehn erschrocken.
Ein wonnesames Singen schallt
daher im Morgenwinde:
das Christkind wandelt durch den Wald
mit seinem Lichtgesinde.

Es sendet seine Boten aus,
durch Dorf und Stadt zu wallen.
"Heraus nun, Vater Nikolaus,
mit deinen Schätzen allen!
Schon naht der lieben Engel Schar:
im Frührot und vor Tagen
was du geschafft im ganzen Jahr
in Hütt’ und Schloß zu tragen!

"Mach auf! Mach auf!" Er läßt sie ein,
die lichten Himmelsknaben.
Fort schweben sie im Frührotschein
mit seinen Wundergaben.
Ob allen Tälern rauscht es sacht,
klingt es im Jubelschalle:
"Dies ist der Tag, den Gott gemacht!
Freut euch, ihr Kinder alle!"

Autor: Julius Lohmeyer

Heute kommt der Nikolaus
Ihr Kinder, stellt die Schuh’ hinaus,
denn heute kommt der Nikolaus;
und wart ihr immer gut und brav,
dann lohnt’s euch Nikolaus im Schlaf.

Er bringt euch Äpfel, Feigen, Nüss’
und gutes Backwerk, zuckersüß
doch für das böse, schlimme Kind
legt er die Rute hin geschwind.

Autor: unbekannt

Vor langen langen Jahren
Vor langen, langen Jahren
in einem fernen Land
lebt‘ einst ein heiliger Bischof,
Sankt Nikolaus genannt.
Er war geliebt von groß und klein,
denn alle wollte er erfreuen,
und noch vom Himmel steigt er nieder,
beschenkt die guten Kinder wieder

Autor: unbekannt

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