Neueste Gedichte

Unfreiwillige Kundenakquise

Proktologe Peter Pogel
wetzte gerne seinen Hobel
bei der Nachtschwester Nora Nolte,
die das durchaus gerne wollte.
Als Frau Pogel das erfuhr,
dachte sie: „Na warte nur!“
und trat ihrem Gatten barsch
in den werten Doktorarsch.
Seitdem cremt er täglich seine Wunde
und ist selbst sein bester Kunde.
Autor: MacWeck

Alles neu!

Alles neu
So unbekannt
Alles neu
Ich lehne an der Wand
Alles neu
Will ich betrachten
Alles neu
Will ich drauf achten
Alles neu
ruft es in mir
Alles neu
Ich begegne dir

Alles neu
So aufregend
Alles neu
So belebend
Alles neu
Von Beginn der Zeit
Alles neu
Nun ist es so weit

Alles neu
beginn ich zu studieren
Alles neu
beginn ich zu probieren
Alles neu
aber durchdacht
Alles neu
Eine schlaflose Nacht

Alles neu
jetzt beginnts
Alles neu
neu besinnt's
Alles neu
so einmalig
Alles neu
auch die Akrobatik

Alles neu
kommt auf mich zu
Alles neu
besonders Du
Alles neu
beginnt von vorn
Alles neu
Wie neu geborn.
Autor: Bianca Reinhardt

Das Moor

Gar schaurig ist`s im tiefen Moor,
schwarzdunkel in der Nacht.
Die Nebel treten d`raus hervor und Winde streichen sacht.
Schon oftmals irrte Wanders Fuß
und mit verzweifelt Laut,
versank er in der Tiefe - vor der mich ehrlich graut.

Wieviele dort versanken, die zählt kein einziger,
die dort für immer suchen, die findet keiner mehr!
Es ziehrt ihr Grab kein einz`ger Stein,
nicht Blumen und kein Kranz,
die sind für immer ganz allein und auch vergessen ganz.

Bei Licht an jedem neuen Tag besiegt der Mensch das Moor,
er legt es trocken Stück für Stück,
stößt immer weiter vor.
Doch in der Nacht bei Dunkelheit erwacht der alte Feind,
verschlingend einen jeden, der sich hier sicher meint.
Autor: Bernhard S.

Tagtraum

Der blaue, kühle Tropf´
er fällt wie Morgentau,
befreit den tristen Kopf,
durch seine Fensterschau.

Der blaue, kühle Tropf´
er trägt mich weit hinfort,
packt mich am strengen Zopf,
der mich hält an diesem Ort.

So schwimm´ ich durch die Lüfte,
bin wie ein Fisch im Meer,
riech´ Mutter Erdes Düfte,
und sehne mich so sehr.

Doch plötzlich schellt die Angel,
und ich weiß ganz genau,
an Freiheit hab ich Mangel,
bin nur zur Fensterschau.
Autor: unbekannt

Ewigkeit

Ich bin das Korn, das dich nährt,
Ich bin die Sonne, die dich stärkt,
Ich bin der Regen, der Leben bringt,
Ich bin die Liebe, die dich durchdringt.
Ich bin in jedem Strauch, in jeder Blüte,
Der Wind singt meine Lieder,
Das Rauschen der Bäume ist mein Flüstern,
der Tau auf der Wiese meine zärtlichen Küsse.
Ich bin in jedem Tier auf Erden,
weil ich allen hab das Leben gegeben.
Ich bin die Unendlichkeit des Seins,
Die Rettung aus Not und Pein.
Niemals lass ich dich im Stich,
Für dich lebe ich ewiglich,
So wie du, wenn du auf mich vertraust,
Mich liebst, achtest und vor Leid bewahrst.
Ich bin die Natur - dein Gott , dein Freund
an deiner Seite von Anbeginn der Zeit.
Du kannst nicht sein ohne mich
und wir sind untrennbar verbunden -
- auf ewiglich -
Autor: Sabine Bessinger

Stirb und Werde


Erst wenn wir uns entleeren
bis auf den letzten Grund,
wenn nichts mehr wir begehren
als laut mit Herz und Mund

das Halleluja singen
ihm, der das Leben schuf
und ihm den Lobpreis bringen,
dann hören wir den Ruf

der neu verheißnen Erde,
die ewig wird bestehn,
die Tore stehen offen,

doch nur das Stirb und Werde
das Werden durch Vergehn
das einzig lässt uns hoffen.
Autor: Peter Bobisch

Schöner Urlaub

Gehst Du zum Baden an den Strand,
findest Du kaum ein Fleckchen Sand,
das groß genug, Dich hinzulegen.
Hast Du dann einen Platz gefunden,
wirst Du belästigt von den Hunden.
Sinnlos, sich da aufzuregen.

Von rundum das Geschrei von Kindern,
(kann man natürlich nicht verhindern).
Kann sich nicht davon wegbewegen.
Der Bagger dröhnt den ganzen Tag
das ist der Urlaub, den man mag.
Fang gar nicht an, Dich aufzuregen.

Den ganzen Tag hast Du’s mit Mücken,
kannst sie massenhaft zerdrücken.
Die kommen doch recht ungelegen.
Da hilft kein Zetern und kein Jaulen,
und auch kein Schimpfen und kein Maulen,
und auch nicht - sich aufzuregen.

Und daß Dir dann die Kakerlaken
nächtens in Dein Lager kacken,
hast Du natürlich was dagegen.
Mindestens bis gegen vier
grölts aus der Kneipe unter Dir.
Es bringt nichts, sich da aufzuregen.

Und wird’s dann hell zu früher Stunde,
hörst Du von überall die Hunde.
Das ist dann wohl der Morgensegen.
denn morgens, wenns beginnt zu Hellen,
fangen diese an zu bellen.
Gibs auf, Dich drüber aufzuregen.

Früh um fünf dann die Müllabfuhr
dann weißt Du, das ist Urlaub pur.
Die ganze Zeit nur wachgelegen.
Wenn Du dann morgens in der Frühe
ins Meer willst, doch da schwimmt nur Brühe.
Auch da hilfts nicht, sich aufzuregen.
Autor: Rüdiger Keller

Die Knospen für den Morgen

Der Herbst, er stürzt mit kaltem Hauch,
Reißt Blätter fort aus Baum und Strauch.
Die Welt, sie zittert, kahl und leer,
Der Sommer ist, als ob er nie gewesen wär.

Der Himmel glimmt in Rot und Gold,
Als brenne er, doch stumm und kalt.
Ein letzter Schrei, ein leises Beben,
Im Tod beginnt ein neues Leben.

Die Äste knarren, alt und kahl,
Der Wind weht wie ein Abschiedssaal.
Doch tief im Erdreich, still verborgen,
Ruh’n schon die Knospen für den Morgen.

So stirbt der Herbst in Feuerflammen,
Doch aus der Asche wird er stammen.
Denn jedes Blatt, das jetzt verweht,
Hat seinen Platz, wo Neues steht.
Autor: Silvan Maaß

Lebensrausch

In finstrer Nacht, im tiefen Raum,
Da rauscht der Sturm durch Zeit und Traum.
Die Erde bebt, die Meere brüllen,
Kein Stern vermag das Schwarz zu stillen.

Doch siehe, aus der Tiefe dringt
Ein Licht, das heller als das Dunkel singt.
Es bricht die Nacht, es wirft den Schatten,
So stark, dass selbst die Götter sachten.

Und aus der Glut, die alles zehrt,
Erhebt sich, was das Herz begehrt:
Die Sehnsucht, wild und ungezügelt,
Von Flammen in den Geist gewiegelt.

Kein Mensch, kein Wort kann ihr entfliehen,
Der Sturm erlischt, doch wir verziehen.
Denn ewig schlägt in uns der Kern,
Die Flamme – ungezähmt, modern.

Oh, Feuer, das den Himmel spaltet,
Oh, Traum, der nie den Weg verwaltet,
In jedem Schritt, in jedem Hauch –
Der Atem zeugt den Lebensrausch.
Autor: Silvan Maaß

Mutters Grab ... zu spät gereut

Mama,
an deinem Grab steh ich
und sprech zu dir.

Durch braunen Grund
seh ich hinab
und sprech.

Mir ist,
als wär es heut,
dass ich
dem Sarg
in stiller Gram
mit schwerem Fuß
zum Platz gefolgt,
an dem du liegst.

Ich hab
das liebe Herz,
das du mir warst
verlor'n,
bevor ich dich verstand.

Du warst,
ich weiß es jetzt,
mir mehr,
als mir bewusst,
als mein Verstand
es damals sah.

Ich weiß,
dass manches Mal
dein Herz zerbrach,
wenn ich
an dir vorbei
nach Freiheit rief.

Du warst
dein Leben lang
zu oft allein
und hast
vom Glück
nicht viel gehabt.

Ich weiß,
dass selbst im Tod
dein ganzer Sinn
nur deinen Lieben galt.

Du warst,
verzeih,
nicht fehlerlos,
denn niemand ist's,
doch niemals
hab ich
dich gefragt,
was du erlebt
und welchen Schmerz
ertragen hast.

Ich weiß,
du warst
das größte Herz,
ein Menschenfreund,
und niemals
hast du
jemandem was angetan.

Der größte Wert,
den du mir gabst,
ist dieses Herz,
an dem ich dich
als Beispiel hab,
das ich jedoch
wohl nicht mal halb
erfüllen kann.

Ich seh hinab
durch braunen Grund,
und mir tut's weh;
in mir zerreißt
ein Teil des Traums.

Ich sehe dich,
doch die du warst
ist nicht mehr da,
ist längst verfall'n,
zu lang ist's her,
seit du dort liegst.

Ich hab
ganz fest
in mir
dein Bild,
dein Wort,
dein Wesen
und trage dich,
bis mich
der Tod
ins Erdreich legt.

Du warst einmal
und dennoch bist du,
bist heute noch;
drum sag ich's laut
und weiß, du hörst:
Ich liebe dich!
Ich liebe dich!

Wie sehr
möcht ich,
was ich versäumt,
dir heute sein,
dir lebend
diese Worte sagen,
als dein
dich liebender Sohn.

Wie sehr,
wie viel
hab ich versäumt
zu geben.
Autor: Charles Zastawniak

Ein Leben

Die Welt ist groß,
Des Kindes Schuhe weit,
Die Welt jung und kann alles werden.
Strahlend vor Neugier und Entdeckertum wandelnd auf Erden.

Des Kindes Alter wächst,
die Schuhe werden kleiner.
Düstere Zeiten durchwandert als junger Mensch,
Vieles was glänzte weiß jetzt keiner.

Erwachsen, alles neu und viel Platz,
Kindesalter ward doch nicht für die Katz´,
Entdeckt wurd´ viel, die Freude groß.
Die neue Welt liegt uns im Schoß.

Heut´ hat alles seinen Platz,
beim Schuh wird nichts mehr wachsen.
Der Fortschritt lobt die Wissenschaft.
Doch vor Angst wir ständig wachen.

Morgen schon, ihr werdet sehn´,
Wir alle schon in Rente gehen´,
Wenn die Maschine uns übergeht,
Ist es wirklich schon so spät?
Autor: Philip Frölich

Hexenjagd

Du bist den Pakt mit dem Teufel eingegangen,
Ich will dich aus meinem Leben verbannen!
Fühl‘ du doch auch mal den Schmerz!
Du bist so kalt, wo ist dein Herz?
Um Hilfe hab‘ ich bei dir gefleht,
In mein Gesicht ein eisiger Wind mir weht.

Hexenjagd!
Du warst nicht da als ich dich brauchte,
Hexenjagd!
Du wolltest meine Hand nicht halten,
Hexenjagd!
Deine Stimme ist wie ein Dämon der fauchte,
Hexenjagd!
Ich war umgeben von düsteren Gestalten.

Ich war so wehrlos und allein,
Du warst so hässlich und gemein!
Du hast mich kontrolliert von Fuß bis Haar,
nicht mehr als ein Schatten ich von dir war.
Mein Kinderherz hast du kaputt gemacht,
und mir dabei fieß ins Gesicht gelacht.

Hexenjagd!
Du warst nicht da als ich dich brauchte,
Hexenjagd!
Du wolltest meine Hand nicht halten,
Hexenjagd!
Deine Stimme ist wie ein Dämon der fauchte,
Hexenjagd!

Ich war umgeben von düsteren Gestalten.
Jetzt sitz‘ ich hier in meinem Zimmer,
aus der Ferne höre ich noch dein Gewimmer.
Deinen Bann, den mach‘ ich nieder
Und singe wieder fröhlich meine Lieder!
Bleib du doch unter deinen Narren,
ich weiß nun ganz genau, zur Hölle wirst du fahren!

Hexenjagd!
Du warst nicht da als ich dich brauchte,
Hexenjagd!
Du wolltest meine Hand nicht halten,
Hexenjagd!
Deine Stimme ist wie ein Dämon der fauchte,
Hexenjagd!
Ich war umgeben von düsteren Gestalten.
Autor: Michael S.

Seelenglanzdunkel

Wahrheit nur
: Worte
Hohlräume
klingend
verdämmern

Illusion nur
: Gedanken
Fehlträume
dämmernd
verklingen

Nichtiges
aus dem Nichts
ins Nichts
verronnene
: Ewigkeit

Schwingung nur
: Töne
Fließendes
aus mir
strömend
Autor: Robert K. Staege

Frühling

Im zarten Licht des Frühlingstau,
erwacht die Welt im Blütenschein.
Die Knospen öffnen sich im Mai,
und Vögel singen voller Reim.

Die Luft erfüllt von süßen Düften,
die Farben tanzen voller Glanz.
Ein sanfter Wind, der alles verzaubert,
trägt Hoffnung, Liebe, Lebenskranz.

Die Bäume wiegen sich im Tanz,
und Gräser wie ein Teppich weich.
Die Sonne strahlt im goldnen Glanz,
erfüllt die Herzen, macht sie reich.

Im Frühling blüht die Liebe auf,
wie Rosenknospen, zart und fein.
In jedem Hauch, in jedem Lauf,
schreibt sich ein neues Leben ein.

So tanze, Welt, im Frühlingsrausch,
und singe, singe, Vögelein.
Der Frühling kommt im leisen Hauch,
und lässt die Herzen wieder sein.
Autor: Silvan Maaß

Alt und Jung

Was die Alten anbetrifft, so sag' ich dir,
sie waren einst genau wie ihr!
Den Jungen sag' ich, merkt euch fein,
ihr werdet einst genau wie sie dann sein!
Autor: A. Maurer

Frühlingslied

Wir gehen heute dem Frühling entgegen.
Am Ende des Tunnels ist Licht schon zu seh’n.
Vielleicht werden wir ihm schon morgen begegnen.
Nach so langer Zeit wär das schön.
Längst ist es nicht mehr so düster im Walde
Und über den Feldern wird’s freundlich und hell
Und wir spüren deutlich, dass sicher schon balde
Jemand bei uns ist, den jeder gern will.

Von fern klingt’s und von nah! Hörst du das Frühlingslied?
Frühling komm, lass vor dem Haus die Schlehen erblüh’n.
Mach die Wiesen und die Wälder wieder grün.
Wenn die Sonne unser Herz wärmt
Und das Leben neu beginnt
Woll’n wir fühlen, dass wir Teil des Werdens sind.

Verjagt nun den Winter zurück in die Berge.
Zum Frühlingsbeginn in der erwachenden Flur.
Die Vögel mit ihrem Gesang schenken Wärme
Und wir fragen ruh‘los, wo bleibt er denn nur?
Willkommen du Frühling, du freundlicher Grüner.
Wir haben schon lange gewartet auf dich.
Du bringst uns die Sonne, die Blumen, das Glück
Und hoffentlich auch alle Störche zurück.

Von fern klingt’s und von nah! Hörst du das Frühlingslied?
Frühling komm, lass vor dem Haus die Schlehen erblüh’n.
Mach die Wiesen und die Wälder wieder grün.
Wenn die Sonne unser Herz wärmt
Und das Leben neu beginnt
Woll’n wir fühlen, dass wir Teil des Werdens sind.

Wir woll’n fühlen, dass wir Teil dieses Wunders sind.
Autor: Antje Sturm

Über die Liebe Gottes

Gut ist deine Liebe, Herr, für Seele, Geist und Herz. Sie vertreibt den Frust der Welt und auch den Seelenschmerz.

Liebe, brachte dich ans Kreuz, dass alle Welt es sah. Liebe bindet mich an dich und bringt mich dir ganz nah.

Liebe, ist der Lebensstrom, der alle Welten hält. Da das Leben hier wie dort mit ihr steht und fällt.

Deine Liebe läutert mich und macht mein Herz ganz rein. So kann ich erst in der Zeit, dann ewig bei dir sein.

Hab und Gut in dieser Welt, lohnt sich für mich nicht mehr. Daher ist mein schönster Platz an deinem Herzen, Herr.

Mit dir Herr, ganz verbunden durch deine Liebe süß. Das ist für mich höchstes Glück, ganz wie im Paradies.

Wie schön muss es im Himmel sein, von dem schon Paulus spricht. Als er im dritten war, bei dir, und sah dein Angesicht. (2. Korinther 12. 2).

Ich weiß es nicht, kann’s nur erahn, wie schön es bei dir ist. Weil du, Herr Jesus, ja in mir und dort der Himmel bist.

Drum halt du mich auf Erden schon an dir und deinem Wort. Damit ich nach dem Tode dann bin auch an diesem Ort.

Wo alle die, die du geliebt und dich liebten zurück, mit dir leben im Paradies, im höchsten Himmelsglück.

Dort bin ich ewig dann bei dir. Nie sterben wird mein Geist. Und jeden werd’ ich wieder sehn, der Gottes Kind wohl heißt.

Drum zieh mich fest, mein Herr und Gott, zu dir ins Paradies und schenk, dass ich auf Erden schon, den Vorgeschmack genieß.
Autor: Werner Leder

Der falsche Brief

Die alte Frau am Fenster
hält Ausschau nach dem Sohn,
den sie zum Abschied küsste,
vor vielen Jahren schon.

Ein Brief nur ist gekommen,
in dem geschrieben stand,
ihr Sohn, der ist verschollen,
fern ab dem Heimatland.

Sie hadert mit dem Schicksal,
verloren all ihr Glück.
Endlos all ihr Hoffen,
nimmermehr kehrt er zurück?

Der Sohn zur Mutter eilet
als er Daheim aus fernem Land.
Ihr kummervoller Blick gebrochen,
der falsche Brief in steifer Hand.
Autor: Harry Straach

Auf der Flucht

So verbittert die Gesichter.
Eitel ist der Sonnenschein,
gnadenlos die Lebensrichter,
ausgebrannt die Augenlichter.
Jeder ist für sich allein.

Ach, ich hör an allen Tagen,
wie sie sich im kalten Raum
durch ihr kahles Leben schlagen,
und die kranke Welt beklagen.
Aber ich versteh sie kaum!

Worte, die ins Nichts entschweben,
nicht ein Faktum macht sie schwer.
Worte, die nicht richtig leben
und sich jeder Kraft entheben.
Sie verschlingen Wind und Meer.
Und erreichen kein Gehör.
Ihre Herzen sind so leer.
Autor: Gisbert Zalich

Winterland

Eine weiße Flocke flog umher,
strahlend wie ein Lichtermeer,
glanzvoll - fast schon elegant,
flog sie durch das Winterland.

Keine Flocke, die ihr gleicht,
eine Flocke von den Schönen,
blieb sie fast schon unerreicht,
vor Kirchenglocken, die ertönen.

Elegant bei Weihnachtsliedern,
sank sie dann zu Händen nieder,
sehnte sich den Fall herbei,
doch Hände gab es allerlei.

Wollt’ sie doch nur eine Hand,
so hat die Flocke sie erkannt,
eine, die mit kräftigem Griff und
sanft zugleich die Flocke striff.

So lag sie drauf und blieb bestehen,
doch bald schon sah sie - liefen Tränen,
eine Träne wurde zu Eis,
denn für sie war es nicht zu heiß.

Sie formte dann und legte sich,
gleich dazu im Gegenlicht,
als Flocke dann lag sie daneben,
Musik verstummte - plötzlich Regen.

So legten sie um sich erfüllt,
ein Eiseskleid, das sie umhüllt,
so schützte sie das Eiseskleid,
die beiden hat die Zeit vereint.
Autor: Nico B.

Krieg

Das Baby macht die Augen zu,
dann schläft es tief und fest.
Die Eltern kommen auch zur Ruh,
weil das Kind sie ruhen lässt.

Das alte Mütterchen von gegenüber,
sitzt allein am Küchentisch;
sie hebt den Kopf und schaut herüber,
dann isst sie weiter ihren Fisch.

Und auf der Straße flackern Lichter,
ein junges Paar geht Hand in Hand.
Er ist hauptberuflich Dichter,
sie sprüht „Frieden“ an die Wand.

Vier alte Männer stehen da,
wo man sie jeden Abend trifft.
Die Nacht, der Himmel, sternenklar;
in einer Wohnung wird gekifft.

Doch durch die Stille dröhnt ein Pfeiffen.
Am dunklen Himmel, grelles Licht.
Ein Schweif zerteilt die Nacht in Streifen,
und nimmt den Menschen ihre Sicht.

Und plötzlich ist das Baby Waise.
Die alte Frau stirbt ganz allein.
Das Pärchen auf der letzten Reise.
Und einem Mann, dem fehlt ein Bein.

Ein Krieg beginnt und trifft auf Leben,
das eigentlich nur Frieden will.
Doch den wird’s vorerst wohl nicht geben,
ein Panzer naht, die Zeit steht still.
Autor: Zeilenkleister

Sehnsucht

In einsamen Nächten, wenn der Mond erwacht,
erblüht die Sehnsucht wie eine kostbare Fracht,
sie webt ein Band aus Träumen, sanft und kaum,
und streckt sich aus nach einem fernen Traum.

In den Weiten des Universums ist sie zu Hause,
umarmt die Sterne und macht selten eine Pause,
sie möchte fliegen, weit und unbeschränkt,
doch ist sie nah am Herzen und unabgelenkt.

Sie ist das Sehnen, das uns treibt,
nach dem Unerreichbaren, das stets verbleibt,
Sie lebt in uns, sie schleicht,
ist ein Gefühl, das uns niemals ganz entweicht.
Autor: Silvan Maaß

Wille

Der Sehnsucht Antrieb ist der Wille..
Zuvorderst sträubt sich gegen Stille..
Der Alltag einfach weggewischt..
des Kopfes Klagen eingemischt..

Zu spüren, daß man wirklich lebt..
die Zeit des Fleisches schnell vergeht..
Erahnen, was denn möglich wär..
herbeisehn´ was das Herz begehr´..

Und doch verstehen, was letztlich lebt..
Das Herz, ein Eiland der Realität..
Das Wollen unseres Selbst erfassen..
was abgrenzt, von den fahlen Massen..

Letztendlich nicht aufbricht, was wir wollen..
nur ewig predigt, was wir sollen..
Der Keim, den Jeder in sich trägt..
zur Gänze, wird vom Wind verweht..

Und somit unser Bild verfällt..
Der Sinn, den Antrieb uns´rer Welt..
zerbirst den Keim in unserm Sein..
Ich kann´s nich annehm, möchte schrein..

Doch bin ich meines Vaters Sohn..
Werd buhlen, um der Arbeit Lohn..
Ohn´ Klage, was ich denn vermisse..
Um hier zu schreiben, was ich wisse..

Der Anfang von Allem,
ist sein Ende..
Das Ende von Allem,
ist die Wende..

Trotz Allem werden wir nichts ändern..
Streiten, schreien und behände..
schlussendlich brechen, was dem Ich gefällt..
und öffnen eine neue Welt..
Autor: Vectoriousis

Bahnhof der Träume

Das Gebäude meiner Fantasie
ist der Bahnhof der Träume.
Dort im Wartesaal der Illusionen
öffnen sich der Sehnsucht Räume.

Ich spüre einen Hauch von Ferne.
Das Leben reicht mir seine Hand.
Führt mich in das Land der Sterne
oder in ein anderes Märchenland.
Autor: Harry Straach

Die Kuh

Auf einer Weide tief im Tal
stand eine Kuh, die allemal
zwei Augen hutt' - und keinen Schal.
ist das nicht phänomenal?

Sie grunzte, kaute, schaute
und baß auf eine Raute.
Sie sah sich um, etwas miaute,
ein Uhu, der sie haute.

Und wider ihrer Frohnatur
Stompf sie den Uhu in die Schnurr.
Nach dieser ganzen Prozedur
Sah sie entspannt auf ihre Uhr.

Doch was ist das: es war fast zwei?
Vorbei die graus'ge Reimerei.
Obwohl so gänzlich stimmt das nicht -
Die letzte Strophe reimt sich kaum.
Autor: Charniels